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Ju-Air

Zwischenbericht zum HB-HOT-Absturz

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Am 20.11.2018 wurde auf der Webseite der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST der Zwischenbericht zur Ju 52 HB-HOT veröffentlicht. Das Dokument enthält Informationen zum Zustand der Unfallmaschine, die nun zu einem sofortigen Grounding der beiden verbliebenen Ju-Air-Maschinen geführt haben.

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Vorab ist zu sagen, dass die Ergebnisse zum Zustand der HB-HOT nicht im Zusammenhang mit der Absturzursache stehen. Zu dieser wird weiterhin, bis zum Abschlussbericht, keine Aussage getroffen. Auf den vorliegenden 32 Seiten werden jedoch im Detail Angaben zum Wetter, zum Flugverlauf, Lage des Wracks, Untersuchungsverlauf etc. gemacht. Den größten Teil des Berichts nimmt jedoch der Zustandsbericht ein, hier wird auf erhebliche Mängel an der Maschine hingewiesen, die wie bereits erwähnt nichts mit dem Absturz zu tun haben, jedoch zum Grounding der verbliebenen Ju-Air-Maschinen führen.

Riss im Hauptholm

Detailansicht der Risszone am unteren Holmrohr des linken Flügels. Foto und Copyright: SUST

Nach der Bergung wurden die aufgefundenen Wrackteile gereinigt und anschließend nach Baugruppen geordnet. Dabei wurden die nachfolgenden Feststellungen gemacht:

An der Flügelstruktur, insbesondere an den Holmen und Motorträgern, sind Reparaturen sichtbar. Die Bilder der Reparatur am Motorträger zeigen wie die neuen Halbschalen (Reparaturteile) direkt auf die darunter liegende dicke Lackschicht aufgetragen wurden. Am unteren Holmrohr des ersten Holms des linken Flügels wurden im Bereich der Motorträger an einer Stelle mehrere Risse vorgefunden.  Die Bauteile werden derzeit noch von Spezialisten untersucht, die visuelle Beurteilung kam aber bereits zu dem Schluss, dass diese schon vor dem Unfall bestanden aber nicht im Zusammenhang stehen. Weiterhin wurden an den Holmen, Scharnieren, Beschlägen der Tragflächen und im Bereich der Kabinenbodenplatte erhebliche Korrosionsschäden festgestellt.

Öl- und Treibstoffschläuche der HB-HOT wiesen teilweise erhebliche Alterungsschäden auf. Sie waren zum Teil bis zu 30 Jahre alt. An den Motoren wurden ebenfalls Ungereimtheiten vorgefunden, die im Bericht beschrieben werden. 

Viele der Mängel wären bei einer regulären Prüfung der Maschine nicht aufgefallen. Was noch in dem Bericht zu Tage tritt, ist das die Ermittler Mängel im Wartungssystem der Ju-Air festgestellt haben. Insbesondere sind Unzulänglichkeiten bei der Dokumentation von größeren Reparaturen und bei den Ersatzteilen festgestellt wurden.

Überprüfung der Ju-Air

Diese festgestellten Mängel haben nun zur Folge, dass die Ju-Air ihre Maschinen gründlich überprüfen muss und vorerst am Boden bleibt. Das hat das BAZL mit sofortiger Wirkung veranlasst. Die bestehen Abläufe müssen überprüft werden.

Es bleibt zu hoffen, dass die beiden anderen Maschinen nicht so solche Mängel aufweisen und die Ju-Air sich bald wieder in den Himmel erheben kann. Hat sie doch über 30 Jahre hinweg einen sicheren Flugbetrieb gewährleistet und Tausenden von Gästen eine tolle Zeit beschert.

Auch die Deutsche Lufthansa Berlin Stiftung hatte vor drei Jahren Schäden am Hauptholm ihrer D-AQUI festgestelltund diese über fast zwei Jahre wieder Reparieren lassen. Ob die Schweizer einen ähnlichen Weg gehen werden ist derzeit nicht bekannt.

Den vollständigen Bericht finden Sie auch der Webseite der SUST.

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