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Luftfahrtfotograf Hans Schaller

Fotoausstellung im DTMB

Ab dem kommenden Mittwoch, 11. Februar bis zum 26. April 2015 zeigt das Deutsche Technikmuseum Berlin (DTMB) die Foto-Sonderausstellung „Hans Schaller, Luftfahrtfotograf“ mit historischen Aufnahmen des Berliner Fotografen.

Erstmals präsentiert das DTMB mit rund 90 Originalfotografien einen repräsentativen Querschnitt aus dem zirka 7500 Aufnahmen umfassenden fotografischen Werk des Berliners Hans Schaller (1911-1966). Schaller zählte seit den 1930er Jahren zu den prägenden deutschen Luftfahrtfotografen. Das Historische Archiv der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin hatte sein „Foto-Archiv für Zeitgeschichte und Luftfahrt“ 1989 von seiner Ehefrau Bona Schaller erworben. Kuratoren der Ausstellung sind Jörg Schmalfuß, Leiter des Historischen Archivs, und Prof. Dr. Dr. Holger Steinle, ehemaliger Leiter der Abteilung Luftfahrt.

Auf der Wasserkuppe schoss Schaller seine ersten Bildberichte. Hier lichtete er 1932 eine RRG (Rhön-Rositten-Gesellschaft) Professor bei der Rückholaktion nach einem Flug ins Tal ab. Foto und Copyright: Schaller/SDTB Hist. Archiv

Zunächst Autodidakt, erhielt Schaller seine handwerkliche Ausbildung im Atelier des Berliner Fotografen Alex Stöcker. Zu Beginn der 1930er Jahre entstanden erste Bildberichte von den großen Segelflugveranstaltungen auf der Wasserkuppe in der Rhön, denen vielfältige Reportagen aus der Welt des Fliegens folgten. Parallel dazu schuf er zahlreiche Porträts prominenter Filmschauspieler, die sich heute im Besitz der Berliner Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte befinden.

Ab 1933 standen die mit seinen Aufnahmen illustrierten Artikel und Publikationen im Zeichen der politischen Propaganda. Sein besonderes Augenmerk galt dem als „Deutschlands Volkssport“ popularisierten Segelflugsport. Gleichzeitig dokumentierte er die im Zeichen der Wiederaufrüstung stehenden zivilen und militärischen Großflugtage ebenso wie die Werbeveranstaltungen des Deutschen Luftsportverbandes und die Arbeit der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt in Berlin-Adlershof.

Heinz Rühmann zählte zu Schallers persönlichen Freunden. 1935 lichtete er den Schauspieler mit seiner Tiger Moth in ungewöhnlicher Pose in Staaken ab. Foto und Copyright: Schaller/SDTB Hist. Archiv

Im August 1939 wurde Schaller zur Luftwaffen-Kriegsberichter-Kompanie 1 eingezogen und nahm als Bildberichter am Frankreich-Feldzug teil. Immer wieder vom Militärdienst freigestellt, war er bis Kriegsende als Standfotograf tätig, zum Beispiel für die Filmproduktionen seines Freundes Heinz Rühmann. Im Februar 1945 noch einmal zum Militärdienst eingezogen, geriet Schaller in amerikanische Gefangenschaft. Nach seiner Rückkehr im Jahre 1946 arbeitete er bis zu seinem Tode als freier Bildjournalist in Berlin-Wilmersdorf.

Begleitend zur Ausstellung im DTMB erscheint im Aviatik Verlag die von Holger Steinle und Jörg Schmalfuß verfasste Bildbiografie „Hans Schaller, Luftfahrtfotograf“. Der circa 144 Seiten starke Band (ISBN: 378-9-42645-05-8) mit etwa 200 Fotografien kann zum Preis von 19,80 Euro im Museumsshop erworben werden.

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