in Kooperation mit

Operation Lilienthal im Deutschen Museum

Original-Segelapparat soll wieder gezeigt werden

Das Deutsche Museum sucht nach der passenden Methode, um den original Lilienthal-Gleiter vor weiteren Schäden zu bewahren und für die Präsentation herzurichten.

Powered by

„Entweder er zerfällt im Depot oder er zerfällt in der Ausstellung – dann wollen wir ihn doch lieber herzeigen!“ So beschreibt Kurator Andreas Hempfer die Ausgangslage, nachdem der Original-Lilienthalgleiter seit den 1940er-Jahren nicht mehr im Deutschen Museum ausgestellt wurde.

„Natürlich wollen wir den Segelapparat aber mindestens für die nächsten 100 Jahre erhalten“, sagt Hempfer. Deshalb hat er die aktuellen Untersuchungen angestoßen. In Zusammenarbeit mit Forschern der Technischen Universität München, den Konservierungswissenschaftlern vom Deutschen Museum um Dr. Marisa Pamplona-Bartsch und hauseigenen Flugzeugrestauratoren wird nun nach der passenden Methode gesucht, um das Fluggerät vor weiteren Schäden zu bewahren und für die Präsentation herzurichten.

„Am liebsten wäre mir eine 50-Lux-Umgebung“, sagt Andreas Hempfer, denn die fragile Konstruktion aus Holzstreben mit Stoffbespannung ist auch extrem lichtempfindlich. Dem Kurator schwebt vor, „einen Schuppen nachzubauen, wie ihn Lilienthal einst als Hangar auf seinem Fliegeberg hatte“. Und nur wenn ein Besucher den Schuppen betritt, soll eine Lampe angehen und das Lilienthal-Original sichtbar machen. „Am Dach des Schuppens könnte man unseren Gleiter-Nachbau so montieren, als würde der Flugpionier gerade von dort abheben“, so Hempfer.

Damit diese Vision Wirklichkeit werden kann, ist allerdings noch viel zu tun. „Die Zustandsbeschreibung, die uns Teresa Donner und Laura Lehmacher von der TU geliefert haben, ist jetzt die Grundlage für die Suche nach den passenden Konservierungsmethoden.“ Hempfer würde die Zusammenarbeit mit den TU-Studentinnen auch gerne fortsetzen. „Allein den Stoff zu reinigen – mit Spezialsauger und Pinsel – das ist ein gigantisches Projekt.“ Wobei Lehmachers Untersuchungen gezeigt haben, dass sich die Stoffteile des Gleiters, abgesehen von der Verschmutzung, in einem relativ guten Zustand befinden.

Da sieht es mit den hölzernen Bestandteilen schon wesentlich schlechter aus. Die Streben aus Weidenruten sind mit Fraß-Löchern von Insekten durchsetzt. Immerhin zeigten die Aufnahmen, die Airbus im firmeneigenen Computertomografen in Donauwörth angefertigt hat, dass der Zerfraß durch Schädlinge seit der letzten Bestandsaufnahme vor zehn Jahren nicht weiter fortgeschritten ist. Die einzigartigen CT-Bilder aus dem Inneren des Gleiters könnten vielleicht sogar einen Platz in der neuen Ausstellung finden, wenn der Normal-Segelapparat von Otto Lilienthal nach Abschluss der Modernisierung ab 2025 wieder im Deutschen Museum zu sehen ist.

Top Aktuell Dornier Museum Im Cockpit der Landshut
Beliebte Artikel Deutsches Museum München Me 163: Kraftei wird durchleuchtet Challenger 604 der Rega auf dem Weg ins Verkehrshaus der Schweiz in Luzern Verkehrshaus der Schweiz Rega-Jet steht jetzt in Luzern
Stellenangebote Airbus Defense and Space Manching sucht DICH! EASA/DEMAR PART66 Certifying Staff (m/w/d) CAT B1/CAT B2 Jobangebot Chiffre - Projektingenieur und Pilot gesucht (m/w/d) Jetzt bewerben ACM Charter sucht Mitarbeiter/in CAMO (m/w/d)
Anzeige