Das bunte Spezialgeschwader der US Air Force: 27th Special Operations Wing

27th Special Operations Wing
Das bunte Spezialgeschwader der US Air Force

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.01.2026
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Das am 22. Mai 1990 gegründete AFSOC-Kommando (Air Force Special Operations Command) hat sich im Laufe der Jahre kontinuierlich weiterentwickelt, um den sich wandelnden Anforderungen der modernen Kriegsführung gerecht zu werden. Als wichtigste Einsatzeinheit gilt das 27th Special Operations Wing (SOW). Seine Aufgabe liegt darin, jederzeit und überall unkonventionelle Luftstreitkräfte einzusetzen und gleichzeitig Taktiken zu entwickeln, um auf wachsende gegnerische Bedrohungen zu reagieren. Dies schließt die Felder Mobilität, Präzisionsschläge, Aufklärung und Überwachung ein.

Eine MC-130J Commando II des 27th Special Operations Wing nach der Landung auf einer staubigen Piste
George Karavantos

Operatives Rückgrat

Die Einheit blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis in die 1940er Jahre reicht und unzählige Einsätze mit Jagdbombern umfasst. Im Jahr 2007 erfolgte die mit der neuen Mission für Spezialeinsätze verbundene Umbenennung und die Einführung neuer Flugzeuge. Darunter befindet sich das Multitalent MC-130J. Das Produkt von Lockheed Martin fliegt bei der 6. und 9. Special Operations Squadron (SOS). Sie führen Operationen bei schlechter Sicht durch, darunter schnelle In- und Exfiltrationen in geringer Höhe, Nachschublieferungen und Betankungsmissionen am Boden und in der Luft zur Unterstützung von Spezialeinheiten. Erst Mitte Januar 2025 erhielt die US-Luftwaffe die 64. und letzte MC-130J Commando II. Gleichzeitig laufen Upgrades wie die Integration des Raytheon-AN/APQ-187-Silent-Knight-Radars zur Geländefolge/Geländeausweichung sowie eine neue Kommunikationssuite, ein luftgestütztes Missionsnetzwerk und Verbesserungen bei elektronischen Gegenmaßnahmen.

Eine AC-130J Ghostrider des  27th Special Operations Wing der USAF im Flug
George Karavantos

Hercules mit Feuerkraft

Die größte Bekanntheit verbucht das Geschwader mit seinen Hercules-Gunships. Die Hauptaufgaben der AC-130J liegen in der Luftnahunterstützung, Luftabwehr und bewaffneten Aufklärung. Bei der Ghostrider genannten Maschine handelt es sich um die fünfte Generation der AC-130-Serie. Sie verfügt über eine komplexe Waffenausstattung, darunter die 30-mm- und die 105-mm-Kanone sowie AGM-176-Griffin-Raketen und GBU-39-Bomben. Das Feuerleitsystem ermöglicht es der Besatzung zusammen mit zwei MX-20-Sensoren, zwei Ziele, die geografisch bis zu einem Kilometer voneinander entfernt sind, gleichzeitig mit separaten Kanonen zu bekämpfen.

Eine CV-22B Osprey der „Green Hornets“ der USAF 20th Special Operations Squadron im Flug
George Karavantos

Tiltrotor-Fähigkeiten

Ein weiteres einzigartiges Muster stellt die CV-22B Osprey dar. Das Tiltrotor-Flugzeug kombiniert die Eigenschaften eines Hubschraubers mit der Reichweite, Treibstoffeffizienz und Geschwindigkeit eines Turboprop-Flugzeugs. "Die Osprey ist das beste Luftfahrzeug mit einzigartigen Eindringungsfähigkeiten, über das die Air Force jemals verfügt hat", meint Staffel-Geschwaderkommandeur Colonel Robert L. Johnston. Ausgestattet mit integrierten Gegenmaßnahmen, Geländefolge-Radar und Infrarotsensoren, kann sie bei schwierigen Bedingungen, aber auch in politisch sensiblen oder feindlichen Lufträumen eingesetzt werden. In Verbindung mit der Betankungsfähigkeit durch die MC-130J steigt die Reichweite enorm. Das AFSOC erhielt seine erste CV-22 im Januar 2007.

Aber auch unbemannte Fluggeräte sind in Cannon beheimatet. Gleich drei Staffeln betreiben die MQ-9 Reaper. Die Drohne dient zu Aufklärungs- und Überwachungsmissionen. Sie kann aus Tausenden von Kilometern Entfernung gesteuert werden und bleibt fast 20 bis 22 Stunden in der Luft. Das AFSOC hat ein Alarm-Verlegungspaket entwickelt, das schnell auf unvorhergesehene Krisen reagiert und es ermöglicht, innerhalb weniger Stunden überall auf der Welt zu sein.

Eine OA-1K des 27th Special Operations Wing der USAF
George Karavantos

Leichte Mehrzweckplattformen

Eine weiteres Teammitglied stellt die U-28A Draco dar. Die Plattform auf Basis der Pilatus PC-12 führt mit einer vierköpfigen Besatzung unter anderem Unterstützung in den Bereichen Aufklärung, Überwachung und Führung durch. Aus diesem Grund wird die U-28 jedes Jahr einer größeren und einer kleineren Softwaremodifikation unterzogen. Dazu gehören beispielsweise verbesserte Navigationsfähigkeiten und IT-Netzwerke für eine erweiterte Bedrohungserkennung. "Die U-28 hat eine lange Tradition in der Terrorismusbekämpfung und Aufstandsbekämpfung", sagt Oberst Johnston.

Das neueste Muster beim Geschwader ist die OA-1K. Die Skyraider II soll Spezialeinheiten durch Luftnahunterstützung, Präzisionsschläge und bewaffnete Aufklärung unterstützen. "Die OA-1K markiert den Beginn einer neuen Ära in der Flugzeugmodularität des AFSOC. Sie kann ihre Fähigkeiten an die erforderlichen Missionen anpassen und in einigen Fällen sogar die U-28 ersetzen", erklärt der Geschwader-Kommandeur. Dabei verursacht die am 3. April 2025 in Dienst gestellte Einmot geringere Wartungskosten pro Flugstunde als die meisten anderen Typen im Inventar der Sondereinheit. Sie entstand auf Basis des Landwirtschaftflugzeugs Air Tractor AT-802 und ist damit das jüngste Beispiel für die Anpassung eines bestehenden Produkts für Spezialmissionen, wie sie in Cannon an der Tagesordnung sind.

Eine MC-130J des 27th Special Operations Wing beim Absetzen von Spezialkräften
George Karavantos

27th SOW

Das 27th Special Operations Wing besteht aus zehn Staffeln.

Staffeln* Muster

  • 3rd SOS – MQ-9A Reaper
  • 6th SOS – MC-130J Commando II
  • 9th SOS – MC-130J Commando II
  • 12th SOS – MQ-9A
  • 16th SOS – AC-130J Ghostrider
  • 17th SOS – AC-130J Ghostrider
  • 20th SOS – CV-22B Osprey
  • 33rd SOS – MQ-9A Reaper
  • 310th SOS – A-1K Skyraider II
  • 318th SOS – U-28A Draco

* Special Operation Squadrons (SOS)