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65th Squadron in Nellis

USAF reaktiviert Aggressor-Staffel mit F-35A

Foto: US Air Force

Die US Air Force bildet eine Aggressor-Staffel mit Kampfjets der fünften Generation: Zu diesem Zweck wird die seit 2014 inaktive 65th Squadron auf der Nellis AFB in Nevada wiederauferstehen und neun F-35A Lightning II erhalten. Zwei weitere F-35 sollen eine F-16-Trainingsstaffel verstärken.

Bei den neun Maschinen für die 65th Squadron handelt es sich nach Angaben der US Air Force um nicht-kampftaugliche frühe Serienexemplare, die derzeit auf der Eglin AFB in Florida stationiert sind. Die beiden anderen F-35A sind gegenwärtig auf der Edwards AFB in Kalifiornien zu Hause. Sie sollen zur 24. Tactical Air Support Squadron (TASS) stoßen. Die 24. TASS ist eine F-16-Staffel, deren Hauptaufgabe darin besteht, Szenarien der Luftnahunterstützung zu trainieren.

Die 65th Squadron war im September 2014 aus Kostengründen inaktiviert worden. Bis zu diesem Zeitpunkt flog sie die Boeing F-15 Eagle. Die Wiederbelebung der Staffel geht laut US Air Force auf eine Initiative von General Mike Holmes zurück. Der Kommandeur des Air Combat Command habe empfohlen, für das Training der Air Force-Piloten künftig auch moderne Stealth-Fighter als „Feindflugzeue“ einzusetzen, um auf diese Weise zeitgemäße Kampftaktiken üben und weiterentwickeln zu können.

F-35 training Foto: US Air Force
Die Lockheed-Martin F-35 wird künftig das Rückgrat der US-Streitkräfte bilden. Als Aggressor-"Feindflugzeug" simuliert sie russische und chinesische Kampfjets der fünften Generation.

Neue Verwendung für „alte“ F-35

Der US-Luftwaffe scheint die damit einhergehende Reaktivierung der 65th Squadron sehr gelegen zu kommen, können die sonst mehr oder minder überflüssigen F-35A der ersten Baureihe, deren Upgrade auf einen einsatzfähigen Status die Air Force sehr viel teurer käme, auf diese Weise doch sinnvoll weiterbetrieben werden. So erklärt Air Force-Sprecherin Heather Wilson: „Dieser Schritt wird es uns ermöglichen, die frühen Serien-F-35 neu zu nutzen und die Piloten damit für den High-End-Kampf auszubilden.“

Agrressoren sollen russische und chinesische Stealth-Fighter imitieren

Betrachtet man die weltweite technologische Entwicklung, scheint dies auch bitter notwendig – denn Kampfjets mit Stealth-Eigenschaften und hochmodernen Radarsystemen sind längst kein Alleinstellungsmerkmal der US-Industrie mehr. Insbesondere China und Russland haben in den letzten Jahren massiv aufgeholt und in Gestalt der Chengdu J-20 und Shenyang J-31, bzw. der Suchoi Su-57 eigene serientaugliche Fighter der fünften Generation auf den Weg gebracht. Für die US-Piloten bietet sich künftig dadurch eine völlig neue Bedrohungslage, auf die es bei Übungs-Luftkämpfen zu reagieren gilt: Sie müssen lernen, wie man im Ernstfall mit gegnerischen Stealth-Flugzeugen umgeht. Folgerichtig könnten die Lightning II der Aggressoren imitierte chinesische und russische Tarnanstriche erhalten. Eine auf der Facebookseite „57th Wing Commander“ veröffentlichte Fotomontage zeigt eine F-35A im schwarzen Farbkleid von Chinas J-31 im Formationsflug mit einer F-16 in russischem Su-57-Pixeltarn.

Foto: 57th Wing Commander (Facebook)
Die Facebook-Seite des "57th Wing Commander" veröffentlichte jüngst eine Animation, die zeigt, wie die F-35 der "Aggressors" aussehen könnten.

„Entscheidender Mehrwert“ für US-Piloten

„Die Aggressor-Geschwader haben die Fähigkeiten unserer Piloten seit Anfang der 1970er-Jahre verbessert“, hebt der Generalstabschef der US-Luftwaffe, David L. Goldfein, hervor. „Sie ermöglichen realistische Luftübungen und bieten einen entscheidenden Mehrwert im Training.“ Mit den F-35A als Aggressor-Flugzeugen werde man auch in den kommenden Jahren den Gegnern voraus sein. Allerdings stehen die auserkorenen Lightning II der 65th Squadron erst dann zur Verfügung, wenn auf der Eglin AFB genügend neu produzierte Maschinen vorhanden sind, um sie zu ersetzen.

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