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René Köhler
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Luftwaffe ehrt Transall mit starkem Sonderanstrich

Abschied von der „Brummelbiene“ Luftwaffe ehrt Transall mit starkem Sonderanstrich

Über 50 Jahre leistete die Transall C-160 bei der deutschen Luftwaffe treue Dienste. 2021 naht endgültig ihre Ablösung. Beim letzten verbliebenen Transall-Verband, dem LTG 63 in Hohn, will man die Zweimot nicht still ziehen lassen: Zum Abschied gibt's einen Sonderanstrich.

Sie ist würdevoll gealtert – und sollte eigentlich längst im Ruhestand sein. Weil aber der Nachfolger A400M länger als erhofft mit massiven Problemen zu kämpfen hatte, blieb die Transall C-160 bei der Luftwaffe weiter im Betrieb, und noch immer schallt ihr tief-sonores Brummen weithin hörbar durch den Landkreis Rendsburg-Eckernförde. Hier, im Herzen Schleswig-Holsteins, hat die legendäre "Trall" ihre letzte Zuflucht gefunden: Das Lufttransportgeschwader 63 in Hohn ist der einzige Verband der Bundeswehr, der die C-160 noch im Einsatz fliegt. Auch diese Bastion bleibt jedoch nicht mehr lang bestehen: Ende des Jahres wird das Geschwader aufgelöst – und auf die letzten Transalls von Hohn wartet wohl der Schrottplatz.

Vorhang auf für die letzte Sonderlackierung

Bis es soweit ist, ziehen allerdings noch gute neun Monate ins Land. Für Melancholie und Sentimentalitäten ist es deshalb zu früh, auch wenn die Uhr des Abschieds für Flugzeuge und Personal immer lauter tickt. In Hohn jedenfalls ist man entschlossen, der liebgewonnenen "Brummelbiene" einen würdigen Ausstand zu bereiten und sie nicht sang- und klanglos im Orkus der Geschichte zu versenken. Ein fünfköpfiges Team um Stabsfeldwebel Fabian Lorenz machte sich deshalb vor etwa vier Wochen an die Arbeit und entwarf einen Sonderanstrich für die C-160 – den letzten, den je eine Transall der Bundeswehr wird tragen dürfen. Heute nun rollte die fertig lackierte Maschine mit dem Kennzeichen 50+40 in Hohn erstmals ins Freie und startete kurz darauf sogar zu einem kurzen Flug – so dass alle ringsum sehen konnten, wie das LTG 63 seine Transall in Schale warf.

Luftwaffe
Erster Flug im neuen Look: Am Mittag des 9. März startete die 50+40 zu einer kurzen Runde über ihre Heimat Schleswig-Holstein.

Ein Streifzug durch über fünf Jahrzehnte

Der Anstrich, so erklärt Fabian Lorenz gegenüber dem NDR, soll eine Hommage sein an die mehr als fünf Jahrzehnte währende Einsatzgeschichte der C-160 bei der Luftwaffe. Dementsprechend finden sich zahlreiche Farbschemata, die die "Trall" während dieser Jahre trug, in dem Designentwurf wieder. Der Camouflage-Look und die orangefarbenen Markierungen der Anfangsjahre dürfen dabei genausowenig fehlen wie das Weiß der UN-Hilfseinsätze, die der Transall einst zugleich den Spitznamen "Engel der Lüfte" einbrachten. Auf den Rumpfseiten prangt übergroß das Wappentier des Geschwaders, die "Brummel". Auf den Tragflächen zeigt die 50+40 die Landesfarben Deutschlands und Schleswig -Holsteins, an den Unterseiten der Flügel sind die Jahreszahlen 1968 und 2021 aufgemalt – die Jahre, die Beginn und Ende der Transall-Ära bei der Luftwaffe markieren.

Luftwaffe
Im Sommer soll die Transall zum Abschied auf Deutschlandtournee gehen - Corona zum Trotz.

"Goodbye Tour" geplant

900 Arbeitsstunden und 400 Liter Farbe waren notwendig, um das Farbdesign der Vorlage auf das echte Flugzeug zu lackieren. Nach getaner Arbeit bleibt dem LTG 63 noch gut ein halbes Jahr Zeit, um die 50+40 wie geplant ab Sommer auf eine große Abschiedstour quer durch Deutschland zu schicken. Zwar ist klar, dass die Corona-Problematik diese Ambition nicht unbedingt vereinfacht. Doch mindestens ebenso klar ist auch: Die Transall hat in ihren 53 Jahren Einsatzzeit beim Bund schon ganz andere Herausforderungen gemeistert.