in Kooperation mit

Airbus, Dassault und Leonardo

Große EuroMALE-Drohne enthüllt

Das erste Modell der europäischen MALE-RPAS Drohne in Originalgröße wurde am Donnerstagnachmittag auf der ILA in Berlin enthüllt.

Mit der kurzen Show wollten Airbus, Dassault Aviation und Leonardo ihr „Bekenntnis zur gemeinsamen Entwicklung einer unabhängigen europäischen Lösung“ bekräftigen. Beteiligt sind Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien, wobei Airbus Defence and Space die Führungsrolle innehat.

„Es liegt noch viel Arbeit vor uns ...“, sagte Dirk Hoke, CEO von Airbus Defence and Space. „Die neue Drohne wird zu einem wesentlichen Faktor für die Gewährleistung der europäischen Souveränität werden. Das Programm erfüllt den dringenden Fähigkeitsbedarf der Streitkräfte in Europa. Die innovative Partnerschaft führt durch die geschickte Bündelung von Forschungs- und Entwicklungsausgaben auch zu einer Entlastung der Verteidigungsbudgets in den Partnernationen“, fügte er hinzu.

Über Details wie Arbeitsanteile, Systemlieferanten zum Beispiel für die Turboprop-Triebwerke und die Sensoren und mögliche Stückzahlen gab es noch keine Angaben. Auf jeden Fall musste eine zweimotorige Ausführung gewählt werden, um den umfangreichen Anforderungen der potenziellen Kunden gerecht zu werden und Zulassungsvorschriften für den Betrieb im zivilen Luftraum zu erfüllen. So ist die Euro MALE mit elf Tonnen Abflugmasse doppelt so schwer wie ein IAI Heron TP, der von der Luftwaffe als Übergangslösung geleast werden soll. Ein Bewaffnung ist als Option vorgesehen.

Der Enthüllung des Modells im Maßstab 1:1 war eine knapp zweijährige, bezahlte Definitionsstudie vorausgegangen, die im September 2016 von den vier beteiligten Nationen angestoßen wurde. Bereits im Mai 2015 hatten die Länder eine Absichtserklärung unterzeichnet, in der sie sich zur gemeinsamen Entwicklung eines europäischen unbemannten MALE-Drohnensystems verpflichteten. Die Industrie hofft nun, Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres grünes Licht für die Entwicklung zu erhalten. Die Lieferungen könnten dann Mitte des kommenden Jahrzehnts beginnen.

Die EuroMALE wird von den beteiligten Firmen auch als Baustein für die Entwicklung des Future Combat Air System gesehen, da sie Ingenieurskapazitäten erhält und die Gelegenheit bietet, neue „agile“ Entwicklungsprozesse zu erproben. Für die bisherigen Arbeiten gab es ein gemeinsames Team in Manching.

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