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Patrick Zwerger
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Arbeiten beginnen 2020

Lufthansa Technik baut A350 zum Regierungsjet um

Im April gab die Bundesregirung bekannt, drei Airbus A350 als Staatsmaschinen zu kaufen. Schon im kommenden Jahr soll die erste A350 zur Flugbereitschaft stoßen. Lufthansa Technik in Hamburg bereitet sich derweil auf den Kabinenumbau vor – und nennt erste Details.

Für die Flugbereitschaft des Bundesministeriums für Verteidigung hagelte es in der jüngeren Vergangenheit Negativschlagzeilen. Vor allem die beiden Airbus A340-300, Herzstück der Langstreckenflotte, fielen auf wichtigen Flügen immer wieder aus. Im April machte die Bundesregierung deshalb Nägel mit Köpfen: Sie bestellte bei Airbus drei fabrikneue A350-900, die bis 2022 die einst aus Lufthansa-Beständen übernommenen A340 auf der Langstrecke beerben sollen. 1,2 Milliarden Euro machte der Staat für die Beschaffung locker – und sorgt zugleich für eine Premiere: Wenn 2020 der erste der drei Langstrecken-Twins an die Flugbereitschaft geht, wird Deutschland die erste Nation überhaupt sein, deren Regierung eine eigene A350 betreibt.

Die beiden A340-300 der Flugbereitschaft fielen in der jüngeren Vergangenheit immer wieder aus. Erstmals setzt die Bundesregierung bei der Nachfolge nun auf fabrikneue Flugzeuge.

Fliegendes Büro mit Küche und Badezimmern

Der Fahrplan für die Übergabe ist eng gesteckt, die Bundesregierung hat es eilig. Bei Lufthansa Technik in Hamburg rüstet man sich deshalb jetzt schon für die Innenausstattung der ersten Maschine. Zwar wird das Flugzeug erst im April 2020 vor Ort erwartet und erst dann kann der Kabinen-Umbau für „Merkels Air Force One“ in die heiße Phase treten. Erste Vorbereitungen sind in Hamburg jedoch schon im Gange. Nun ließ Lufthansa Technik auch verlauten, wie die VIP-Kabine der neuen Regierungsjets nach Fertigstellung aussehen soll. Den Wünschen der Auftraggeberin entsprechend, wird die erste A350 einen Arbeitsbereich mit mehreren Büros sowie ein großes, zentrales Konferenzzimmer erhalten. Der Rest der Kabine solle mitreisenden Delegationen vorbehalten sein und bequeme, moderne Passagiersitze erhalten, heißt es aus Hamburg. Zusätzlich plant Lufthansa Technik den Einbau einer „großzügigen Anzahl“ an Waschräumen sowie einer Bordküche für bis zu 150 Personen. 288 Millionen Euro sind für den VIP-Ausbau aller drei Staats-A350 veranschlagt. Pro Kabine kalkuliert die Bundesregierung demnach mit 96 Millionen Euro. Dazu kommen Kosten für weitere Extras. So sollen alle drei Langstreckenjets etwa ein eigenes Raketenabwehrsystem (LAIRCM) erhalten. Kostenpunkt: 229 Millionen Euro.

Airbus / Archiv FLUG REVUE
Die zweistrahlige A350-900 fliegt bis zu 15000 Kilometer weit und ist bedeutend sparsamer als die betagten A340. Die Flugzeuge für die Bundesregierung stammen aus einer stornierten Bestellung und sind deshalb kurzfristig verfügbar.

Nicht nur für den VIP-Transport gedacht

Die A350 werden wie gehabt dem Bundespräsidenten, der Bundeskanzlerin, Mitgliedern der Bundesregierung und Personen aus dem politisch-parlamentarischen Bereich zur Verfügung stehen. Ebenso können die Maschinen Verwundete, Unfallverletzte und Kranke mit dem strategischen Verwundetenlufttransport ausfliegen. Aber auch für den normalen militärischen Personal- und Materialtransport bei Krisenmanagement und zur Unterstützung der Einsätze der Bundeswehr werden die A350 vorbereitet, wie das Bundesverteidigungsministerium erklärt. Sobald alle drei bestellten Airbus-Twins zur Verfügung stehen, sollen die betagten A340 zeitnah die Flotte verlassen. Bis mindestens 2022 werden aber auch die beiden Vierstrahler noch für Deutschland ihren Dienst verrichten.

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