Belgier sollen F-16 der Ukraine in Schuss halten - USA bezahlen

Die USA bezahlen
Belgier sollen F-16 der Ukraine in Schuss halten

ArtikeldatumVeröffentlicht am 03.02.2026
Als Favorit speichern
F-16 der Ukraine beim Start.
Foto: Ukrainische Luftwaffe

Das Kriegsministerium der USA stellt für die Wartung und Instandhaltung der ukrainischen F-16 eine Summe von 235 Millionen US-Dollar (199 Millionen Euro) zur Verfügung. Das geht aus einer Veröffentlichung des Pentagon vom 29. Januar hervor. Allerdings werden die Wartungsarbeiten nicht durch US-Firmen erfolgen, sondern im Rahmen eines sogenannten Foreign Military Sales-Vertrages an ein Partnerunternehmen aus Europa delegiert: Sabena Aerospace Engineering aus Belgien wird namentlich dafür verantwortlich zeichnen.

Der Auftrag umfasst laut Pentagon "die Wartung von F-16-Flugzeugen und -Triebwerken auf Zwischen- und Depot-Ebene sowie die Unterstützung beim Materialmanagement für die Ukraine." Im Zuge dessen sollen die ukrainischen Jets binnen drei Jahren sukzessive in Belgien überholt werden: "Die Arbeiten werden in der Sabena-Niederlassung in Woluwe-Saint-Lambert durchgeführt und sollen bis zum 28. Januar 2029 abgeschlossen sein", heißt es in dem Dokument aus dem US-Kriegsministerium weiter. Von den insgesamt genehmigten 235 Millionen US-Dollar habe man zum Zeitpunkt der Auftragsvergabe rund 69,7 Millionen US-Dollar bereitgestellt.

F-16 in der Ukraine

Seit der Lieferung der ersten F-16AM/BM aus den Niederlanden im Sommer 2024 haben sich die bei der NATO ausrangierten Second-Hand-Jets zur wichtigsten Säule der ukrainischen Luftwaffe entwickelt. Die Gebrauchtflugzeuge schultern nach US-Angaben bis zu 80 Prozent aller Einsätze zur Verteidigung des ukrainischen Luftraums gegen Angriffe aus Russland. Der erste West-Kampfjet in ukrainischen Diensten sei rasch "zu einem wirksamen Instrument" im Abwehrkampf "gegen den Aggressor" Russland integriert worden, betont ihrerseits die ukrainische Luftwaffe selbst: "Die ukrainischen Piloten haben sich schnell mit der neuen Technik vertraut gemacht."

Neben den niederländischen F-16 soll die Ukraine gemäß gültiger Beschlüsse auch Maschinen aus Belgien, Dänemark und Norwegen erhalten. Insgesamt geht es um rund 90 Flugzeuge. Außerdem unterstützen die USA den Betrieb der F-16 bei der ukrainischen Luftwaffe, indem sie eingelagerte, nicht mehr flugbereite Exemplare aus ihren eigenen Beständen als Ersatzteilspender zur Verfügung stellt. So holte im Frühjahr 2025 eine ukrainische Antonow An-124 mindestens zwei zum Ausschlachten vorgesehene F-16 vom texanischen Flugzeugfriedhof Davis Monthan (Tucson) ab.

Ob der Wartungsvertrag mit Sabena sowohl die bereits an die Ukraine übergebenen als auch sämtliche noch zur Lieferung ausstehenden F-16 der europäischen NATO-Partner umfasst, definiert das Pentagon nicht ausdrücklich. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sich der Kontrakt auf die gesamte Flotte bezieht.

F-16 Fighting Falcon belgien im Flug
Patrick Hoeveler

Belgiens F-16-Erfahung

Belgien war ab 1977 bis weit in die 1980er Jahre als eine von zwei Nationen für den Lizenzbau der F-16 in Europa zuständig. Bei SABCA (Sociétés Anonyme Belge de Constructions Aéronautiques) sowie bei Fokker in den Niederlanden entstanden insgesamt 524 in Lizenz gefertigte F-16 für die Luftstreitkräfte Belgiens, Dänemarks, der Niederlande und Norwegens. Sogar drei Exemplare für die US Air Force wurden seinerzeit in Belgien endmontiert.

Die Belgier übernahmen in den Neunzigern auch die Modernisierung zahlreicher europäischer F-16 im Rahmen des MLU-Programms (Mid-Life Update). Sabena Engineering besitzt selbst jahrzehntelange Erfahrung in der Wartung und Instandhaltung des Fighter-Bestsellers, dessen in Westeuropa ausgesonderte Altbestände nun in der Ukraine ihren Dienst verrichten.