Nach der Einführung der Boeing P-8A Poseidon und der NH90 Sea Tiger modernisieren die Marineflieger ihre Flotte weiter. Nun hat die Bundeswehr in den USA acht unbemannte Fluggeräte zur Überwachung geordert. Bei dem Muster handelt es sich um die MQ-9B SeaGuardian von General Atomics Aeronautical Systems. Über den Wert des Auftrags ist derzeit noch nichts bekannt. Die Beschaffung läuft über das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) und die NATO Support and Procurement Agency (NSPA). Der Vertrag schließt auch vier Bodenstationen zur Kontrolle und Steuerung mit ein.
Die Drohne besitzt eine Spannweite von 24 Metern und kann bis zu 30 Stunden in der Luft bleiben. Damit ist sie inder Lage, große Bereiche abzudecken und ergänzt so den bemannten Poseidon-Aufklärer. Die Nutzlast der MQ-9B beträgt intern 363 Kilogramm und extern 2155 Kilogramm an neun Aufhängepunkten. Sie besteht aus verschiedenen Sensoren, um die Meeresoberfläche nach Objekten abzutasten. Darunter befinden sich zwei Multi-Mode-Suchradare: ein 360-Grad-System und das Lynx-Radar. Hinzu kommen elektrooptische und Infrarot-Sensoren. Auch der Einsatz von Sonarbojen zur Erfassung von Unterseebooten ist geplant. Für den Einsatz über See und bei niedrigen Temperaturen verfügt die SeaGuardian laut Hersteller über eine Satellitenverbindung, die von Pol zu Pol reicht, sowie ein Enteisungssystem.
Keine Einschränkungen beim Betrieb
Die MQ-9B besitzt ein spezielles Entdeckungs- und Ausweichsystem, was den Betrieb im freien Luftraum erleichtert und Kollisionen mit zivilen Fluggeräten verhindern soll. So hat sie im vergangenen Jahr in Großbritannien als erstes größeres unbemanntes Fluggerät in dem Land die militärische Zulassung ohne geografische Restriktionen erhalten. Damit ist auch der Betrieb über dicht besiedelten Gebieten erlaubt.
Reichweite mehr als 9000 Kilometer
Die Lebensdauer der Zelle gibt General Atomics mit 40.000 Flugstunden an. Den Antrieb liefert ein Honeywell-Turboprop TPE331-10. Die maximale Startmasse beträgt 5670 Kilogramm. Die Flughöhe liegt bei 12.200 Metern bei einer Geschwindigkeit von 389 km/h. Abhängig von der Konfiguration beträgt die Reichweite bis zu 9250 Kilometer.
Ab 2028 im Einsatz bei der Marine
Die ersten Exemplare sollen ab 2028 beim Marinefliegergeschwader 3 "Graf Zeppelin" in Nordholz in Dienst gehen. Die MQ-9B fliegt bereits bei der US Air Force und wird gerade bei der Royal Air Force eingeführt. Auch die NATO-Partner Belgien, Dänemark, Kanada und Polen haben sich für das Modell entschieden.





