Peruanische Medien haben den Sieger schon verkündet: Der nächste Kampfjet für die Luftwaffe der Südamerikaner kommt demnach von Lockheed Martin. Angeblich soll sich die Regierung auf den Kauf der F-16V Block 70/72 festgelegt haben. Von bis zu 24 Exemplaren ist die Rede. Zwölf (zehn Einsitzer, zwei Doppelsitzer) sollen zunächst fest bestellt werden, weitere zwölf bleiben vorerst Optionen. Der Gesamtpaketpreis wird auf rund sieben Milliarden US-Dollar beziffert. Dabei sollen neben den Flugzeugen Wartungsdienstleistungen und Training, logistischer Support sowie Bewaffnung inkludiert sein. Insbesondere AIM-9X Sidewinder und die Langstrecken-Luft-Luft-Rakete AIM-120C-8 AMRAAM werden in dem Zusammenhang genannt – die derzeit beste AMRAAM-Variante, die auf dem Exportmarkt käuflich zu erwerben ist.
Unterschrieben ist jedoch nach wie vor nichts, sodass man nach wie vor nicht sicher sagen kann, welchen Überschalljet die peruanischen Piloten künftig fliegen werden. Und tatsächlich sind Meldungen über die angebliche Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Muster in Peru mit Vorsicht zu genießen, solange es keinen festen Vertrag gibt – das zeigt die Erfahrung. Schließlich hieß es vor gut einem halben Jahr schon einmal, die Regierung in der Hauptstadt Lima habe sich auf einen Fighter festgelegt: die Saab JAS-39 Gripen E.

Die Saab JAS-39 Gripen E galt eigentlich als Favorit in Peru. Jetzt scheint das Pendel aber zugunsten der F-16V umzuschwenken.
Gripen E gegen F-16V
Damals schrieben peruanische Portale, die schwedische Super Gripen habe nicht nur die interne Ausschreibung, sondern vor allem auch die Gunst von Staatspräsidentin Dina Boluarte gewonnen – insbesondere wegen ihres günstigen Gesamtpreises. Konkurrenten wie die F-16V, die Dassault Rafale aus Frankreich sowie die (ohnehin eher hypothetisch offerierte) MiG-35 aus Russland seien im Vergleich teurer als das Angebot aus Schweden, böten aber gegenüber der Gripen E keinen entscheidenden Mehrwert, um den höheren Preis rechtzufertigen. Auch damals beschwichtigte jedoch der damalige Premierminister Eduardo Arana, eine handfeste Entscheidung sei noch nicht gefallen.
Weder Regierungschef Arana noch Präsidentin Boluarte sind heute noch im Amt: Im Oktober musste Boluarte ihr Amt wegen "dauerhafter moralischer Unfähigkeit" räumen. Ihr Nachfolger als Präsident ist der Konservative José Jerí, der Ernesto Álvarez Miranda zum neuen Premierminister ernannte. Jerí gab sich seit seinem Amtsantritt als Sympathisant der US-Regierung unter Donald Trump zu erkennen. So unterstützte er Anfang Januar 2026 ausdrücklich das Vorgehen der USA gegen Venezuela und die Entführung von dessen Staatschef Nicolás Maduro durch US-Spezialkräfte.

Die F-16V von Lockheed Martin ist gegenüber älteren F-16-Versionen grundlegend verbessert. So nutzt sie das moderne AESA-Radar AN/APG-83.
Washington umgarnt Peru
Gleichzeitig gaben die USA bereits im Dezember 2025 bekannt, dass sie die Ernennung Perus zum strategischen Nicht-NATO-Verbündeten planen. Dieser Status ermöglicht den Peruanern einen bevorzugten, kostengünstigeren Zugang zu US-amerikanischen Waffen und speziellen Finanzierungsprogrammen des Pentagons. Das peruanische Portal Expreso schreibt, das Angebot aus Washington verspreche Vorteile, die "weder Frankreich noch Schweden bieten können."
Die Administration in Washington, die ganz Amerika als ihre Einflusszone ansieht, ist natürlich bestrebt, dem Verbündeten Peru möglichst auch die eigenen Waffensysteme zu verkaufen. Vor diesem Hintergrund hatten die USA schon im September 2025 einen möglichen F-16-Deal im Rahmen eines Foreign Military Sales-Geschäfts genehmigt und dürften den Lateinamerikanern ein sehr attraktives Angebotspaket geschnürt haben. Peru wiederum würde durch die Beschaffung der F-16V zum (einzigen) Betreiber der modernsten F-16-Version in ganz Lateinamerika aufsteigen. Andere lateinamerikanische Nationen wie Argentinien, Chile und Venezuela fliegen zwar ebenfalls F-16, nutzen aber deutlich ältere und dementsprechend schwächere Varianten.
Entscheidung wohl frühestens im April
Ob es dieses Mal wirklich zu einem Vertragsschluss kommt, hängt nach allgemeiner Annahme vom Ausgang der Parlamentswahlen in Peru ab, die für den 12. April angesetzt sind. Mit einer finalen Entscheidung ist vorher jedenfalls nicht zu rechnen. Und so bleibt Perus Fighter-Frage, zumindest formal, weiter offen.





