Zumindest die Schäden an den beiden Eurofightern aus Italien scheinen bestätigt – wenngleich nicht offiziell. Jedenfalls berichteten italienische Medien schon vor Tagen über einen Angriff des Iran auf den Fliegerhorst Ali Al Salem, der in der Nacht vom 5. auf den 6.März erfolgte. Dabei seien "zwei italienische F-2000-Kampfflugzeuge, von denen eines seit etwa einem Monat nicht einsatzfähig ist, (...). von Splittern getroffen" und beschädigt worden. Gerüchten zufolge wurde einer der beiden Jets inzwischen nach Italien ausgeflogen, der zweite ist noch dort. Ob das bedeutet, dass er schwerer beschädigt wurde oder eben, wie erwähnt, generell nicht flugtüchtig ist, bleibt ungewiss.
F-2000 ist die Bezeichung der italienischen Luftwaffe für den Eurofighter Typhoon, von dem die Italiener vier Exemplare der Tranche 1 dauerhaft als Aufklärer vor Ort stationiert haben. Die Abordnung ist Teil des italienischen Kontingents, das seit Herbst 2014 in Kuwait weilt – ursprünglich mit dem Ziel, den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat zu unterstützen.
Eine ebenfalls zu diesem Kontingent gehörende MQ-9A Predator-Drohne wurde – auch das gilt als bestätigt – bei einer weiteren Attacke auf den Stützpunkt Ali Al Salem am 15. März durch einen direkten Treffer in ihrem Hangar zerstört.
Zahlreiche Attacken auf den Stützpunkt
Hartnäckig halten sich indessen die Berichte, wonach die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) auf dem Fliegerhorst bei ihren Angriffen auch drei Eurofighter der Luftwaffe Kuwaits zerstört haben sollen. Einen handfesten Beleg dafür gibt es bis dato nicht, auch offizielle Stellungnahmen kursieren, wenig überraschend, keine. Satellitenaufnahmen und OSINT-Analysen können den Verdacht aber zumindest nicht wirklich entkräften.
Insgesamt soll es allein in den ersten sechs Kriegstagen seit dem 28. Februar rund 20 Angriffe auf Ali Al Salem gegeben haben, bei denen, so schreibt es die italienische Wirtschaftstageszeitung Il Sole 24 Ore, "auch der kuwaitische Teil des Stützpunkts Ziel" gewesen sei. "Zwei Gebäude und zwei Hangars (in denen normalerweise die Eurofighter Typhoons der kuwaitischen Luftwaffe stationiert sind)", seien beschädigt worden.
Zerstört oder nicht zerstört?
Ob die iranischen Einschläge darüber hinaus wirklich drei kuwaitische Eurofighter eliminierten? Aus den veröffentlichten Satellitenbildern ist das nicht zweifelsfrei ersichtlich. Diverse Analysten und Beobachter sind sich allerdings trotzdem einig: Ja, die drei Jets sind zerstört. Der X-Account Clash Report etwa beruft sich diesbezüglich auf "eine anonyme Quelle". Der Exil-Iraner Babak Taghvaee schrieb seinerseits am 12. März auf X: "Vor drei Tagen gelang es der Luft- und Raumfahrtstreitkraft der IRGC, drei Eurofighter-Typhoon-Kampfflugzeuge der kuwaitischen Luftwaffe auf dem Luftwaffenstützpunkt Ali Al-Salem anzugreifen und zu zerstören." Auffällig ist hier die Abweichung beim vermeintlichen Datum der Angriffe – "vor drei Tagen" würde hier heißen, die Revolutionsgarden hätten die Eurofighter um den 9. März getroffen und nicht, wie von Il Sole 24 Ore mutmaßt, schon vor dem 6. März.
Berichte über zerstörte kuwaitische Eurofighter in Al Salem fanden sich des Weiteren im Fernsehprogramm des russischen Nachrichtensenders Vesti7 sowie unter anderem bei türkischen und aserbaidschanischen Medien – wenngleich stets ohne konkrete Quellenangabe. Die Informationslage bleibt also vorerst undurchsichtig.

Kuwaits Eurofighter sind Exemplare der Tranche 3A, endmontiert in Italien. Bis Ende 2025 waren 20 von 28 bestellten Jets geliefert.
Eurofighter für Kuwait
Kuwait bestellte im Jahr 2016 insgesamt 28 Eurofighter – 22 Einsitzer, sechs Doppelsitzer – der Tranche 3A. Zu diesem Zeitpunkt handelte es sich um die besten und modernsten Eurofighter im Sortiment. Zur Ausstattung der bei Leonardo in Italien endmontierten Jets zählen ein hochmodernes Captor-E-AESA-Radar (ECRS Mk 0), ein allgemeines Avionik-Update und ein umfangreiches Waffenpaket. Jenes umfasst neben der neuen europäischen Langstrecken-Luft-Luft-Lenkwaffe Meteor auch die Panzerabwehrrakete Brimstone 2 sowie Storm-Shadow-Marschflugkörper.
Lieferstart Ende 2021
Die ersten beiden Eurofighter für Kuwait landeten im Dezember 2021 in Al Salem, Ende September 2022 waren bereits sechs Maschinen geliefert – fünf Doppelsitzer und ein Einsitzer. "Die Typhoons, die wir für die kuwaitischen Luftstreitkräfte entwickelt haben, sind die modernsten, die jemals im Rahmen des europäischen Programms hergestellt wurden", unterstrich seinerzeit Guido Sibona, bei Leonardo verantwortlich für das Eurofighter-Programm.
Mit Stand Ende 2025 hatte Leonardo 20 der georderten 28 Flugzeuge an Kuwait übergeben.





