in Kooperation mit
Dassault
Griechenland will 18 Rafale beschaffen, darunter auch Gebrauchtflugzeuge, um die Lieferung zu beschleunigen.
Am 27. Juli 2020 starteten die ersten fünf Dassault Rafale für Indien in Bordeaux-Merignac zum Überführungsflug nach Ambala.
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Ersatz für MiG-21: Kroatien kauft zwölf Rafale

Ersatz für die MiG-21 Deal fixiert: Kroatien kauft Rafale

Kroatien regelt die Nachfolge des Fighter-Oldies MiG-21. Bereits im Mai hatte sich die kroatische Regierung entschieden, zwölf gebrauchte Dassault Rafale aus Frankreich zu kaufen. Nun ist der Deal eingetütet – und die Konkurrenten haben das Nachsehen.

Nur zwei Nationen in Europa setzen in ihrer Luftwaffe noch die Mikojan-Gurewitsch MiG-21 ein. Eine davon ist Rumänien, das seine MiG-21MF mit israelischer Hilfe zur LanceR mit neuem Radar, Helmvisiier und erweiterter Bewaffnung aufgerüstet hat. Die zweite ist Kroatien. Dort fliegen momentan noch acht, in Rumänien modernisierte, MiG-21bisD sowie vier Doppelsitzer MiG-21UM. Das macht zusammen zwölf Maschinen, die – anders als in Rumänien, wo ab 2016 die F-16 Einzug hielt – darüber hinaus die Gesamtlast der kroatischen Luftverteidigung schultern. Denn außer den Kampfjet-Methusalems aus der Sowjetunion besitzen die Kroaten gegenwärtig kein weiteres Flugzeugmuster für diese Rolle.

Chris Lofting (GDFL 1.2)
Kroatien muss bis 2024 die MiG-21 ersetzen. Hier im Bild ein Doppelsitzer MiG-21UMD.

Rafale setzt sich durch

Ab 2024, so heißt es, stoßen die MiGs jedoch endgültig an die Grenzen ihrer Lebensdauer. Schon seit geraumer Zeit war deshalb klar, dass bis dahin ein Nachfolger bereitstehen muss. Am 4. Juli 2019 stieß die kroatische Regierung den Prozess zum Kauf neuer Mehrzweckkampfflugzeuge an. Die USA (neue F-16 C/D Block 70), Schweden (neue Gripen C/D), Frankreich (gebrauchte Rafale F3-R) und Israel (gebrauchte F-16 C / D Block 30) legten Angebote vor. Letztlich setzte sich das französische Angebot durch: Ende Mai verkündete das Kabinett in Zagreb, dass man sich für die Rafale entschieden habe.

Kampfflugzeuge

Zehn Einsitzer, zwei Doppelsitzer

Nun, ein halbes Jahr später, ist der Kontrakt auch formal besiegelt. Wie Hersteller Dassault meldet, unterzeichneten Unternehmenschef Eric Trappier, die französische Armeeministerin Florence Parly und der kroatische Verteidigungsminister Mario Banožić heute in Zagreb "zwei Verträge über den Erwerb von zwölf Rafale und die damit verbundene logistische Unterstützung". Auch Frankreichs Präsident Macron und Kroatiens Premierminister Andrej Plenković wohnten der eigens dafür anberaumten Feierstunde bei. Der Vertrag sieht vor, dass die kroatische Luftwaffe zwischen 2024 und 2025 zwölf Rafale F3-R aus Beständen der Armée de l'Air erhält, um die MiG-21 abzulösen. Zehn der Deltaflügler werden Einsitzer sein, dazu kommen zwei Doppelsitzer.

Vertraglich geregelt ist ferner ein umfangreiches Ausbildungsprogramm kroatischer Piloten bei der französischen Luftwaffe. Außerdem wird Kroatien für drei Jahre ohne Aufpreis mit allen benötigten Ersatzteilen versorgt.