Deutsche Eurofighter über der Knesset Bundeswehr
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Blue Flag: Eurofighter der Luftwaffe in Israel

Blue Flag 2021 - ein Rückblick Deutsche Eurofighter über der Knesset

Mit der erstmaligen Beteiligung der Royal Air Force und der indischen Luftstreitkräfte zeigte die israelische Übung "Blue Flag" im Oktober 2021 einmal mehr ihre Attraktivität. Auch die Luftwaffe war mit ihren Eurofightern wieder dabei, inklusive eines speziellen Überflugs über die Knesset.

Alle zwei Jahre führen die israelischen Luftstreitkräfte (IAF) "Blue Flag" durch, eine internationale Übung, an der Luftstreitkräfte aus der ganzen Welt teilnehmen, um die Zusammenarbeit zwischen den Ländern zu stärken. 2021 war die Teilnehmerzahl größer denn je: Auf der Basis Uvda im Süden des Landes waren 75 Flugzeuge dabei, die Zahl der Teilnehmer lag bei rund 1500. An der Übung beteiligten sich die deutsche Luftwaffe und die Royal Air Force mit jeweils sechs Eurofighter-Jets sowie die US Air Force mit sechs F-16CJ-Jägern, die italienische Luftwaffe mit fünf F-35 und einer Gulfstream G550, die griechische Luftwaffe mit vier F-16, die Armée de l’Air et de l’Espace mit vier Rafale-Kampfjets und die indische Luftwaffe mit fünf Mirage 2000.

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Auf der Uvda Air Base im Negev war in der zweiten Oktoberhälfte viel los.

Größte internationale Übung in Israel

Von der israelischen Luftwaffe wurden zwölf F-35I "Adir" der 116th ("Lions of the South") und 140th ("Golden Eagle") Squadrons eingesetzt sowie sechs"Baz" (F-15) der 106. Staffel ("Edge of the Spear"), neun "Sufa" (F-16I) der 119. und sechs "Barak" (F-16C/D) von der 115. Staffel ("Flying Dragon"). Außerdem schickten viele Länder wie Finnland, Südkorea, Japan, die Niederlande und Australien Beobachter. In Summe handelte es sich um die größte internationale Übung, die jemals in Israel stattgefunden hat. Entsprechend umfangreich waren die Vorbereitungen, die bereits vor über einem Jahr begonnen hatten. Die 106. Staffel ("Edge of the Spear") leitete die Planung zusammen mit der 115. ("Flying Dragon"), der IAF-Aggressorstaffel. Eine der größten Herausforderungen war die Integration von Flugzeugen der vierten und fünften Generation, da zum ersten Mal israelische und italienische F-35 Lightning II an der Übung teilnahmen.

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Die Integration vieler verschiedener Kampfflugzeugmuster ist ein Markenzeichen von „Blue Flag“.

Die Flugzeuge der fünften Generation generieren während des Fluges mehr Daten, die ihnen helfen, ein genaues Luftlagebild zu erstellen. Während gemeinsamer Operationen mit anderen Flugzeugen müssen sie in der Lage sein, dieses Bild so effizient wie möglich weiterzugeben. Außerdem verändert sich die Gewichtung der Entscheidungskompetenzen zwischen den Gefechtsständen und den Piloten, da Letztere in der Lage sind, viele Entscheidungen zu treffen, die Kampfflugzeuge der vierten Generation nicht treffen können. Diese Veränderung wurde zum ersten Mal geübt. "Es ist eine große Herausforderung, eine qualitativ hochwertige Übung auf die Beine zu stellen. Gemeinsam lernen wir, wie wir die F-35 in das Gefechtsfeld integrieren", erklärte Brigadegeneral Lazar.

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Deutsche Eurofighter vor den typischen, versenkten Abstellbunkern in Uvda.

Höchster Schwierigkeitsgrad

Was den Aufbau von "Blue Flag" betrifft, wurde der höchste Schwierigkeitsgrad festgelegt, der in den letzten Tagen der Ausbildung erreicht werden sollte. Dann wurde der Weg zu diesem Schwierigkeitsgrad ausgearbeitet: In den ersten Tagen führten die Teilnehmer einfache Manöver durch, die sich auf das Kennenlernen der verschiedenen Flugzeugbesatzungen konzentrierten. Im weiteren Verlauf der Übung nahm der Schwierigkeitsgrad zu. In den letzten drei Tagen fand das "Blue Flag Campaign" statt – simulierte kontinuierliche Kampfhandlungen, wobei jedes Szenario das nächste beeinflusst. "Dies ist ein relativ neues Konzept;das Ziel ist es, ein Gefühl der Einheit und Zusammenarbeit zu schaffen", erklärte Oberstleutnant A. "Wir teilten die Teilnehmer in zwei Gruppen auf, die während der gesamten Dauer der Kampagne zusammenarbeiten. Sie haben eine Abschlussmission, die sie gemeinsam planen, wobei sie die Vor- und Nachteile jedes Flugzeugmusters berücksichtigten".

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Gründliche Briefings und Nachbesprechungen sind entscheidend für den Lerneffekt.

Die Piloten hatten es dabei nicht nur mit "gegnerischen" Flugzeugen der Israelis zu tun, sondern auch mit bodengestützter Luftabwehr der IAF-Luftverteidigungsdivision. Eine "Yahalom"-Batterie (Patriot) war zusammen mit mehreren anderen Waffensystemen, die zum Teil von der Luft- und Raumfahrtindustrie bereitgestellt wurden, beteiligt. "Die Fähigkeit, Boden-Luft-Raketen-Batterien (SAM) zu simulieren, ist nicht selbstverständlich und stellt für einige der teilnehmenden Länder einen zentralen Aspekt dar", erklärte Hauptmann Stav, Kommandant der Patriot-Batterie.

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Bodenziele wurden auch durch aufblasbare Raketenträger dargestellt.

Realistische Bedingungen

Ob dieser realistischen Bedingungen waren die Bewertungen der Übung durchweg sehr positiv. "Ich habe während meiner Dienstzeit an zahlreichen Übungen teilgenommen, aber dies ist die erste Übung, bei der alle Luftstreitkräfte gemeinsam auf demselben Stützpunkt trainieren", sagte Oberleutnant Deniz, ein Eurofighter-Pilot der deutschen Luftwaffe. "Wir haben viel über technische Aspekte des Fliegens gelernt, aber auch über die israelische Kultur ..." Flight Lieutenant Aakash, ein Mirage-2000-Pilot der indischen Luftwaffe, fügte hinzu: "Jede Luftwaffe hat ihre eigene Kultur, sowohl beruflich als auch gesellschaftlich. Zu verstehen, wie die einzelnen Streitkräfte arbeiten, ist eine einzigartige Erfahrung für uns. Wir lernen von anderen Nationen– und sie lernen von uns".

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Überflug der Knesset mit zwei deutschen Eurofightern.

Gemeinsamer Ehrenüberflug

Rund um die eigentliche Übung hatten die israelischen Luftstreitkräfte eine internationale Konferenz für Luftwaffenchefs aus elf Ländern organisiert, zu der zum Beispiel auch Generalmajor Ibrahim Nasser Mohammed Al Alawi aus den Vereinigten Arabischen Emiraten anreiste. Ein Höhepunkt aus deutscher Sicht wiederum war ein gemeinsamer Ehrenüberflug über der Knesset (israelisches Parlament). Generalmajor Amikam Norkin, Kommandeur der israelischen Luftstreitkräfte, führte die Mission in einer "Baz" (F-15) an. Generalleutnant Ingo Gerhartz, Inspekteur der Luftwaffe, war im Eurofighter "Eagle Star" dabei, der eine spektakuläre Sonderfolierung mit der israelischen und der deutschen Flagge erhalten hatte.

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