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Am Montag trafen die israelischen F-16 in Nörvenich ein. Luftwaffe

UPDATE: F-16C/D in Nörvenich angekommen

Israelische Luftwaffe übt in Deutschland

Zum ersten Mal sind am Montagmittag Kampfjets der israelischen Luftstreitkräfte für eine Übung in Deutschland gelandet. Blue Wings und MAGDays laufen bis 28. August.

Die ersten israelischen Soldaten trafen am Donnerstag mit einer C-130J Hercules in Nörvenich ein. Am Montagnachmittag kamen dann sechs F-16C/D "Barak" und weitere Flugzeuge in Deutschland an.

Dem Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, war es dabei ein besonderes Anliegen, persönlich eine Willkommensformation von zwei Eurofightern anzuführen, um seinen israelischen Amtskollegen, Generalmajor Amikam Norkin, im deutschen Luftraum zu begrüßen. "On behalf of the German Air Force it is an honour for me to welcome the Israeli Air Force entering German airspace for the first time in history. My Israeli Friends, Amikam, now our Blue Wings fly side by side!", so Gerhartz im Funk, als er neben der israelische Gulfstream flog, um sie nach Nörvenich zu eskortieren.

Für Dienstag ist ein Überflug des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau und über Fürstenfeldbruck vorgesehen, um der Opfer des Olympiaattentats von 1972 zu gedenken. In der ersten Woche läuft beim Taktischen Luftwaffengeschwader 31 "Boelcke" die bilaterale Übung "Blue Wings". Danach stoßen Jets weiterer Länder für die Multinational Air Group Days hinzu.

"Dies ist eine Gelegenheit, unsere Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und etwas über die Flug- und Ausbildungstechnik der NATO zu erfahren", so Oberstleutnant A, Kommandeur der 105. ("Scorpion") Staffel und Leiter des Einsatzteams der IAF.

Neben den sechs "Barak"-Kampfjets (F-16C/D) werden zwei Re'em-Flugzeuge (Boeing 707) und zwei "Nachshon-Eitam"-Flugzeuge (Gulfstream G550) auf der Basis Nörvenich landen.

Während der Übung wird die IAF Luftkämpfe, Boden-Luft-Kämpfe, den Umgang mit Boden-Luft-Raketenbedrohungen und andere Kampfszenarien im feindlichen Gebiet üben. Die Übung bietet die Gelegenheit, taktisch zu fliegen und sich mit Hilfe fortschrittlicher Technologie einer Vielzahl von Bedrohungen zu stellen und ein hochwertiges Flugtraining in einer unbekannten Arena durchzuführen.

"Die Flüge werden unter Anwendung der NATO-Kampfdoktrin im Gegensatz zu unserer durchgeführt, was eine Herausforderung für den Piloten und Waffensystembediener im Cockpit darstellt", sagte Oberstleutnant A. fort. "Auf taktischer Ebene haben wir die unglaubliche Gelegenheit, von anderen Luftstreitkräften zu lernen und in unbekanntem Territorium und unter herausfordernden Bedingungen zu trainieren", schloss Oberstleutnant A. "Aus strategischer Sicht stärken wir unsere Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit anderen Nationen und Luftstreitkräften".

Überflug von Dachau und Fürstenfeldbruck

Am Dienstag, 18. August 2020, findet ein Vorbeiflug "Memory for the Future" statt – ein gemeinsamer Vorbeiflug, angeführt von einer IAF Gulfstream G550 mit F-16-Kampfflugzeugen und zwei deutschen Eurofighter-Jets, wird am Konzentrationslager Dachau vorbeifliegen, im Gedenken an die Holocaust-Opfer und über dem Flughafen Fürstenfeldbruck bei München, im Gedenken an die elf israelischen Mitglieder der Olympischen Delegation, die bei dem Terroranschlag 1972 ermordet wurden.

Der Kommandant der IAF, Generalmajor Amikam Norkin, wird den Vorbeiflug in der Gulfstream G550 an der Seite des Inspekteurs der Deutschen Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, und der ersten weiblichen IAF-Staffelkommandantin der 122. ("Nachson")-Staffel, Oberstleutnant G. G., leiten.

Nach dem Vorbeiflug findet eine offizielle Gedenkfeier im Konzentrationslager Dachau statt. An der Zeremonie nehmen die deutsche Verteidigungsministerin Annegret Kramp Karrenbauer, der israelische Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, die Kommandeure der beiden Luftstreitkräfte sowie weitere Würdenträger teil.

Der stellvertretende Kommandeur der 109. Staffel, Major Y, ein Enkel eines Holocaust-Überlebenden des Konzentrationslagers Dachau, wird bei der Zeremonie sprechen. Darüber hinaus wird eine "Yizkor"-Lesung von Rabbiner Mendel Moraity zu hören sein.

Aus Sicht der israelischen Luftstreitkräfte ist die Übung "von strategischer Bedeutung. .... Die israelisch-deutsche Zusammenarbeit und die Ankunft von IAF-Flugzeugen auf deutschem Boden ist ein historisches Ereignis".

Auch die Luftwaffe misst dem Besuch der Israelis hohe Bedeutung zu. Mit den Eurofightern war man zuvor bereits 2017 und 2019 bei Blue Flag in Israel. Auch im Bereich der Drohnen gibt es eine enge Zusammenarbeit, da die Crews von Heron und Heron TP in Israel ausgebildet werden.

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