Dem US-Angriff auf Venezuela am 3. Januar waren umfangreiche Aktionen zur Informationsgewinnung vorausgegangen. Daran dürfte auch ein Fluggerät beteiligt gewesen sein, das nur selten in die Schlagzeilen gerät: die RQ-170 Sentinel. Beobachter hatten ein Exemplar der von Lockheed Martin gebauten Geheim-Drohne in den frühen Morgenstunden nach der Nacht des Angriffs bei der Landung auf dem Flugplatz von Puerto Rico gesichtet. Auf der dortigen Roosevelt Roads Air Base sind unter anderem auch F-22A und F-35A der US Air Force temporär stationiert.
Bei der RQ-170 handelt es sich um unbemanntes Fluggerät, das auf die Aufklärung in stark überwachten, feindlichen Gebieten spezialisiert ist. Zum ersten Mal war sie in Afghanistan im Jahr 2007 aufgetaucht, was ihr den Spitznamen "Biest von Kandahar" einbrachte. Seitdem sind außer der Bezeichnung und der Herkunft aus den bekannten Skunk Works von Lockheed Martin kaum Informationen an die Öffentlichkeit gedrungen. Mit einer geschätzten Spannweite von rund zwölf Metern besitzt die Sentinel die Größe eines kleineren Kampfflugzeugs. Die Sensor-Ausstattung soll vor allem das Verfolgen von Hochwertzielen in Echtzeit ermöglichen.
Einsätze gegen Bin Laden und über dem Iran
Die Sentinel war auch 2011 beim Angriff auf Osama bin Laden aktiv und flog wohl auch geheime Missionen über dem Iran. Am 5. Dezember 2011 war eine RQ-170 sogar über dem Iran abgestürzt. Von dem Typ existiert nur ein offizielles (und sehr schlechtes) Foto, das die Drohne auf dem Fliegerhorst Guam zeigt. Ansonsten hatten Luftfahrtfotografen in Kalifornien einen Prototyp bei einem Testflug erwischt. Damit ist die Sentinel eines der am wenigsten beobachteten Einsatzmustern der US Air Force.
150 Fluggeräte von 20 Basen
Auf der Pressekonferenz von Donald Trump nannte der Generalstabschef der US-Streitkräfte, General Dan Caine, einige Details zum Einsatz, an dem mehr als 150 Fluggeräte teilgenommen hatten. Nach dem um 23.46 Uhr Washingtoner Zeit gegebenen Befehl des US-Präsidenten starteten die Maschinen von 20 verschiedenen Basen. Dazu dürfte auch das Trägergeschwader der USS Gerald Ford gezählt haben. Der Flugzeugträger kreuzt seit Mitte November in der Region.
Auch das amphibische Landungsschiff USS Iwo Jima war involviert. Allerdings flog das normalerweise an Bord stationierte Marines-Kontingent (unter anderem MV-22 Osprey) eventuelle Einsätze von Land aus. Das Schiff diente nämlich allem Anschein nach als Basis für die Helikopter der Spezialkräfte (vermutlich MH-47G Chinook und MH-60 des 160th Special Operations Aviation Regiment der US Army). Hier landete später auch der Hubschrauber mit Maduro an Bord.
Zum Schutz der Drehflügler seien unter anderem die Typen F-22 Raptor, F-35 Lightning II, F/A-18 Super Hornet, EA-18 Growler sowie die Bomber B-1B Lancer und B-2A Spirit zum Einsatz gekommen. Auch zahlreiche Drohnen zählten zum Kontingent. Die Sentinel erwähnte Caine indes nicht explizit.





