Bei der Flugschau "Athens Flying Week" auf dem Luftwaffenstützpunkt Tanagra nördlich von Athen ist am 5. September eine F-4E Phantom II der griechischen Luftwaffe abgestürzt.
Der zweisitzige Jet geriet gegen 14:55 Uhr Ortszeit, wenige Minuten nach Beginn seiner Solovorführung, in einer engen, tief geflogenen Kurve außer Kontrolle, streifte Bäume am Rand des Rollfelds und ging in einem angrenzenden Industriegelände in Flammen auf.
Beide Besatzungsmitglieder kamen ums Leben, Zuschauer wurden nicht verletzt. Mehrere Löschflugzeuge und Hubschrauber kamen anschließend im Kampf gegen einen Waldbrand in der Umgebung zum Einsatz. Das restliche Wochenendprogramm der Flugschau wurde abgesagt.
Aufnahmen mehrerer Medien zeigen, wie die Maschine in niedriger Höhe abkippt, bevor sie zerschellt. Rettungsschirme waren auf keinem der Videos zu erkennen. Die griechische Luftwaffe bestätigte den Absturz rund fünf Kilometer südöstlich des Stützpunkts und kündigte eine Untersuchung durch eine eigens eingesetzte Kommission an. Die Maschine gehörte zum 117. Kampfgeschwader in Andravida.
Über 50 Jahre F-4E in Griechenland
Im März 1975 waren die McDonnell Douglas F-4E Phantom II der griechischen Luftwaffe voll einsatzbereit. Im Rahmen des Beschaffungsprogramms Peace Icarus I hatte Griechenland 36 neue F-4E bestellt. 1978 folgte Peace Icarus II mit weiteren 18 Maschinen sowie einigen RF-4E-Aufklärungsversionen.
1991 kamen 28 gebrauchte F-4E aus Beständen der Indiana Air National Guard hinzu. Ende der 1990er-Jahre folgte mit dem Avionics-Upgrade-Program (AUP) die letzte größere Modernisierung.
Flotte schrumpft weiter
Mit dem Absturz sinkt der griechische Bestand von 17 auf 16 Maschinen. Wie viele der Maschinen tatsächlich voll einsatzfähig sind, ist unklar.
Bereits im Frühjahr 2026, während der Übung Iniochos in Andravida, zeigte sich, wie stark die einstmals größere Flotte zusammengeschrumpft ist. Von den nominell verbliebenen Maschinen galt schätzungsweise nur noch ein Drittel als einsatzbereit und wurde regelmäßig geflogen.
Der Gesamtbestand ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Zwischen 2020 und 2023 standen noch durchgehend 33 F-4E im Dienst, 2024 waren es 32, 2025 fiel die Zahl auf 17.
Schätzungen gingen von einer Ausmusterung bis spätestens 2027 aus, ein Ende bereits im laufenden Jahr galt als möglich. Ein Faktor dabei ist der geplante Umbau der Basis Andravida für die künftige F-35A.
Drei Nutzer weltweit
Insgesamt gibt es nicht mehr viele F-4: Der Iran hat schätzungsweise 63 Maschinen, die Türkei 48 und Griechenland nunmehr 16.
Die Türkei hat ihre Phantoms auf den Standard "F-4E 2020 Terminator" modernisiert. Stationiert sind die Maschinen bei der 111. Staffel auf der Luftwaffenbasis Eskişehir.
Der größte Phantom-Nutzer bleibt der Iran. Mit rund 63 F-4D/E- und Aufklärungsvarianten RF-4E ist der Typ dort weiterhin das zahlenmäßig stärkste Kampfflugzeug.
Diese Angaben beruhen auf Schätzungen, da Sanktionen den tatsächlichen Flottenzustand schwer überprüfbar machen. Auch der Iran verlor 2026 bereits eine Maschine. Im Februar stürzte eine F-4 bei einem nächtlichen Übungsflug nahe Hamedan ab, ein Pilot kam ums Leben. Anfang März zerstörte ein Luftangriff eine weitere Maschine am Boden in Tabriz.





