Indien verliert den nächsten Tejas-Kampfjet: 3 von 32 abgestürzt

Absturz im Landeanflug
Indien verliert den nächsten Tejas-Kampfjet

ArtikeldatumVeröffentlicht am 23.02.2026
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Indischer Kampfjet HAL Tejas bei der Flugvorführung in Dubai 2025.
Foto: Giuseppe CACACE / AFP via Getty Images

Die indische Luftwaffe kämpft seit langer Zeit mit einer anhaltend hohen Unfallrate. Besonders betroffen war in der Vergangenheit die Mikojan MiG-21, von der die Inder über die Jahrzehnte insgesamt 872 Exemplare nutzten – und knapp die Hälfte durch Abstürze verloren.

An die 200 indische Piloten und 60 Zivilisten fanden dabei den Tod, weshalb die MiG-21 in Indien auch den unrühmlichen Beinamen "fliegender Sarg" erhielt. Kritiker dieses Narratives wiesen derweil immer wieder darauf hin, dass die Ursachen für die vielen Unfälle nicht primär beim Flugzeug selbst, sondern vielmehr bei operativen Unzulänglichkeiten der indischen Luftwaffe zu suchen seien.

In der Tat dürften die meisten MiG-21-Crashs in Indien durch Wartungsfehler, schlechte Ersatzteilqualität und weitere Defizite dieser Art verursacht worden sein, für die das Flugzeug als solches wenig konnte. Und wie es scheint, sind die Inder auf dem besten Weg, diese unrühmliche Tradition auch auf das Nachfolgemuster der MiG-21 zu übertragen: den von Hindustan Aeronautics Limited (HAL) entwickelten und produzierten Kampfjet Tejas.

Indian Air Force

Dritter Absturz – bei der Landung

Erst 32 Tejas der Ursprungsversion Mk1 stehen gemäß Medienberichten aus Indien bis jetzt im Dienst – die Auslieferung der verbesserten Variante Mk1A scheint, trotz mehrfacher Terminanpassung, immer noch nicht begonnen zu haben.

Von den 32 Tejas Mk1 sind nunmehr drei Stück abgestürzt. Der erste Crash hatte sich am 12. März 2024 nahe der pakistanischen Grenze ereignet. Der Pilot hatte sich retten können – ganz im Gegensatz zu seinem Kameraden, der am 21. November des vergangenen Jahres bei seiner Flugdarbietung auf der Dubai Airshow abstürzte und, vor den Augen der Öffentlichkeit, in seinem Jet den Tod fand.

Wie nun bekannt wurde, hatte die indische Luftwaffe vor Kurzem einen dritten Tejas-Absturz zu verkraften. Demnach ging im Februar ein Tejas Mk1-Einsitzer im Landeanflug auf "einen wichtigen Stützpunkt" des Landes verloren. Der Pilot rettete sich mit dem Schleudersitz. Auf Videoaufnahmen, die den Vorfall zeigen sollen, ist der Pilot am Fallschirm hängend zu sehen, während sein herrenlos gewordener Tejas-Kampfjet mit ausgefahrenem Fahrwerk und deutlicher Sinkrate weiterfliegt. Kurz darauf zeigt das Video brennende Wrackteile am Boden.

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Tejas steht "unter Beobachtung"

Die indische Luftwaffe zieht offenbar Konsequenzen aus dem Vorfall. Der indischen Zeitung Economic Times zufolge steht die gesamte Tejas-Flotte nach dem jüngsten Crash "unter Beobachtung" und solle "umfassend überprüft" werden, während die Unfalluntersuchung laufe. Ein temporäres Grounding der Tejas-Jets scheint es bislang aber nicht zu geben.