Japans neues Kampfflugzeug mit der Schnabeltier-Nase ist flügge. "In Zusammenarbeit mit der Agentur für Beschaffung, Technologie und Logistik" haben Japans Luftselbstverteidigungsstreitkräfte (JASDF) nach eigenen Angaben am 18. März den Erstflug der Kawasaki EC-2 SOJ (Stand-off Jammer) hinter sich gebracht. Der zum EloKa-Jet aufgerüstete Ex-Transporter – ursprünglich wurde die Maschine als Militärfrachter C-2 gebaut und eingesetzt – hob sich demnach auf dem Stützpunkt Gifu erstmals in den Himmel, nur wenige Tage, nachdem die JASDF in Gestalt veröffentlichter Aufnahmen am Boden den Vorhang für ihr neuestes Muster gelüftet hatten.
Der zweistrahlige Schulterdecker mit der Kennung 68-1203 (Baujahr 2016) ist das erste von offiziell vier geplanten Exemplaren der EC-2, mit dem die Japaner nach eigenen Angaben "die domänenübergreifenden Einsatzfähigkeiten stärken und die Fähigkeiten im elektromagnetischen Bereich verbessern" möchten. Für diese Aufgabe ist die EC-2 vollgepackt mit Störgeräten und Elektronik, um gegnerische Radarsysteme, Kommunikationsnetzwerke und Datenlinks wirksam zu unterdrücken.
Einsatz außer Reichweite des Gegners
Dabei soll die EC-2 als "Stand-off Jammer" außerhalb der Reichweite feindlicher Flugabwehr agieren. Der Gegner bekommt Japans größtes Kampfflugzeug im Idealfall also gar nicht zu Gesicht – was nicht nur sicherheitstechnisch, sondern auch aus ästhetischen Aspekten besser ist, denn durch die zahlreichen Störantennen und -systeme wirkt die EC-2 optisch ordentlich entstellt.
Die markante "Schlauchboot-Lippe", unter der sich mutmaßlich die Antennenanlage des elektronischen Störgeräts J/ALQ-5 von Toshiba verbirgt, ist dabei nur das auffälligste, jedoch keineswegs das einzige Merkmal. Unter zwei Höckern am Rumpfrücken und zwei zusätzlichen, seitlich am Heck positionierten Ausbuchtungen befinden sich weitere Systeme zur Signalstörung und – unterdrückung sowie (vermutlich) zur Satellitenkommunikation, deren Details allerdings unter Verschluss bleiben.

Ins Auge sticht bei der Kawasaki EC-2 vor allem die dicke "Schlauchboot-Lippe" am Bug, hinter der vermutlich die Antenne des elektronischen Störgeräts J/ALQ-5 steckt.
Nicht Japans erster EloKa-Jet
Japan ersetzt mit der EC-2 sein bisheriges Störflugzeug Kawasaki EC-1, von dem nur ein einziges Exemplar existierte. Das Einzelstück, seinerseits basierend auf dem Transportflugzeug C-1 aus den 1970er Jahren, ging im vergangenen Jahr außer Dienst. Nach eigenen Angaben wollen die JASDF ihren neuen Stand-off Jammer bis zum Ende des zweiten Quartals 2027 einsatzfähig haben. Ob es dann tatsächlich die angedachten vier Maschinen gibt, ist derweil noch nicht sicher.





