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Jet-Dinosaurier

Top 10: Die ältesten aktiven Kampfflugzeugtypen

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Kaum zu glauben trotz aller High-Tech-Programme: Noch immer befinden sich einige aus den 50er Jahren stammende Kampfflugzeug-Entwürfe im aktiven Einsatz.

Die RF-4E-Aufklärer der Türkei werden modernisiert. Foto und Copyright: Patrick Hoeveler

Selbst mehr als 60 Jahre nach den Erstflügen der Prototypen unserer Spitzenreiter befinden sich noch jeweils eine Variante im aktiven Einsatz. Das gleiche gilt auch für die anderen Kampfflugzeuge in unserer Top-10-Liste. Allerdings nehmen die Stückzahlen immer weiter ab. Dank des einen oder anderen Modernisierungsprogramms bleiben uns einige der betagten Typen noch viele Jahre erhalten!

Platz 10: Erstflug 1959

Die Turkish Stars fliegen seit vielen Jahren auf der NF-5A, gebaut von Canadair (Foto: Türkische Luftstreitkräfte).

Northrop F-5A Freedom Fighter

Am 30. Juli 1959 startete die einsitzige Northrop N-156 auf der Edwards Air Force Base zu ihrem Erstflug. Aus ihr wurde die F-5A Freedom Fighter, die als leichtes Kampfflugzeug vor allem für verbündete Länder der USA gedacht war. Die F-5-Familie ist eines der wenigen Beispiele von amerikanischen Kampfflugzeugen, die ihren großen Erfolg außerhalb der USA feierten. Als leichter Jäger und Jagdbomber konzipiert erhielten zahlreiche befreundete Nationen die F-5A/B Freedom Fighter und die später verbesserte F-5E/F Tiger II. Bis 1987 wurden 2246 Serienmaschinen produziert. Während die später entwickelte F-5E Tiger II noch recht zahlreich vertreten ist, sind die frühen Varianten fast komplett von der Bildfläche verschwunden. Botswana kaufte 1996 insgesamt 13 Exemplare aus Kanada. Spanien nutzt die F-5B noch als Jagdtrainer, und in der Türkei fliegen die letzten Freedom Fighter bei der Kunstflugstaffel Turkish Stars.

Platz 9: Erstflug 1958

Eine McDonnell Douglas F-4E Phantom II der türkischen Luftstreitkräfte im Flug. Foto und Copyright: Patrick Hoeveler

McDonnell Douglas F-4 Phantom II

Nach anfänglichen Problemen zeigte die Phantom in vielen Versionen ihre Vielseitigkeit und Leistungsfähigkeit. Selbst mehr als 55 Jahre nach dem Erstflug, am 27. Mai 1958 in St. Louis mit Robert Little am Steuer, befinden sich noch einige Exemplare weltweit im Einsatz. In Ägypten sind die verbliebenen der insgesamt 35 gebraucht gelieferten F-4E bei Kairo stationiert und sollen durch F-16 abgelöst werden. Griechenland ließ 38 F-4E von der DASA ähnlich der Kampfwertsteigerung für die F-4F im Programm „Peace Icarus 2000“ modernisieren. Sie fliegen heute in Andravida, während die nicht modifizierten Exemplare außer Dienst gestellt wurden. Außerdem befindet sich noch die RF-4E in Larisa im Einsatz. Der Iran verfügt nach wie vor über größere Bestände der Phantom. Allerdings gilt es als unklar, inwieweit die F-4 aufgrund von Ersatzteilmangels noch geflogen wird. Japan dagegen muss mangels geeignetem Ersatzmuster und kleinen Budgets zunächst weiter auf die F-4EJ setzen. Auch in Südkorea wird die Phantom wohl noch einige Jahre fliegen. In der Türkei bleibt das McDonnell-Produkt weiter in Eskisehir, Erhac und Konja aktiv. Insgesamt 54 Exemplare der F-4E hatte IAI aufgerüstet. Sie tragen nun den Namen „Terminator 2020“ und könnten damit die letzten aktiven Phantoms der Welt werden.

Platz 8: Erstflug 1957

Aermacchi MB-326

Am 10. Dezember 1957 startete das erste Exemplar des italienischen Jettrainers Aermacchi MB-326 zu seinem Erstflug. Südafrika erwarb das Recht zur Lizenzfertigung und produzierte das Muster als Impala. Die South African Air Force (SAAF) nutzte den Jet auch als Kampfflugzeug. Die Bewaffnung bestand aus Bomben, ungelenkten Raketen und Kanonen. Kamerun kaufte 1997 sechs Exemplare der SAAF und ist damit der letzte Betreiber der Impala. Im Jahr 2003 stürzte eine Maschine ab, so dass nur noch fünf verbleiben.

Platz 7: Erstflug 1957

Cessna A-37 Dragonfly der Luftstreitkräfte von Honduras. Foto und Copyright: USAF/TSGT Ken Hammond

Cessna A-37 Dragonfly

Am 12. Oktober 1957 startete die erste Cessna T-37 in Wichita zu ihrem Jungfernflug. Mit 1272 gebauten Exemplaren wurde sie zum Standardtrainer vieler Nationen. Einige Jahre später begann der Hersteller mit der Entwicklung einer Variante als leichtes Erdkampfflugzeug. Die A-37 wurde zahlreich im Vietnamkrieg eingesetzt und ist heute noch vor allem in Südamerika zu finden. Zu den letzten Betreibern zählen Kolumbien, El Salvador, Peru und Uruguay.

Platz 6: Erstflug 1956

Pakistan zählte zu den zahlreichen Kunden der Dassault Mirage III. Foto und Copyright: Dassault

Dassault Mirage III

Der Prototyp des berühmten französischen Kampfflugzeugs flog bereits am 17. November 1956. 1422 Exemplare wurden gefertigt. Natürlich war die Armée de l’Air der Hauptkunde des Deltaflüglers. Aber auch im Export war er erfolgreich. Der letzte große Nutzer ist Pakistan mit rund 70 Maschinen. Auch Argentinien verfügt noch über wenige Exemplare.

Platz 5: Erstflug 1956

Eine nordkoreanische Mikojan MiG-21 beim Start. Foto und Copyright: KCNA

Mikojan MiG-21

Mit mehr als 10000 Exemplaren bleibt die MiG-21 der meistgebaute Überschalljäger der Welt. Obwohl das Muster, dessen Jungfernflug bereits am 14. Februar 1956 (Prototyp) stattgefunden hatte, heute veraltet ist, finden sich immer noch einige Exemplare im Inventar vieler Luftstreitkräfte. Größter verbliebener Nutzer ist Indien mit rund 260 Flugzeugen, gefolgt von Vietnam, Ägypten, Syrien und Rumänien. Wie viele der rund 670 geschätzten aktiven MiG-21 wirklich flugbereit sind ist nicht bekannt.

Platz 4: Erstflug 1954

Noch wird die McDonnell Douglas A-4 Skyhawk in Israel zur Pilotenschulung eingesetzt. Der Nachfolger ist die M-346 Lavi. Foto und Copyright: Patrick Hoeveler

Douglas A-4 Skyhawk

Ursprünglich als leichtes Trägerflugzeug für die US-Marine entwickelt wurde die Kreation von Konstrukteur Ed Heinemann auch im Export ein Erfolg. Der Erstflug hatte am 22. Juni 1954 stattgefunden. Während das US Marine Corps die Douglas A-4 Skyhawk im Jahr 1998 außer Dienst stellte, flog das Muster als Trainer bei der US Navy noch bis 2003. In Südamerika sieht die Situation allerdings anders aus: Argentinien setzt weiterhin auf die A-4AR Fighting Hawk, die mit modernerer Avionik aufgerüstet wurde, und die brasilianischen Marineflieger lassen ihre aus Kuwait gekauften A-4 (brasilianische Bezeichnung AF-1) bei Embraer modernisieren.

Platz 3: Erstflug 1952

Die Tupolew Tu-95MS bleibt ein wichtiger Bestandteil der russischen Luftstreitkräfte. Foto und Copyright: Patrick Hoeveler

Tupolew Tu-95 "Bear"

Die Tupolew Tu-95 „Bear“ ist einer der bekanntesten sowjetischen Bomber und flog erstmals am 12. November 1952. Mehr als 500 Exemplare verschiedener Versionen wurden gebaut. Bei den russischen Fernfliegerkräften stellt die Tu-95MS stellt neben der Tu-22M „Backfire“ nach wie vor das Rückgrat der dar. Die aktuellste Version der „Bear“-Familie kann mehrere Abstandsflugkörper mit nuklearen Sprengkörpern mitführen. Die Tu-95MS ist neben Engels und der Ausbildungseinheit in Rjasan noch auf dem Fliegerhorst Ukrainka im Fernen Osten Russlands stationiert. Die Ablösung lässt allerdings auf sich warten. Die Entwicklung eines neuen Bombers (PAK-DA) hat zwar bereits begonnen, aber ein Erstflug ist nicht vor Mitte des nächsten Jahrzehnts zu erwarten.

Platz 2: Erstflug 1952

Boeing B-52H Stratofortress bei der Landung in Nellis. Foto und Copyright: Patrick Hoeveler

Boeing B-52 Stratofortress

Am 15. April 1952 erhob sich erstmals eine Boeing B-52 in den Himmel. Bis heute bildet die B-52H Stratofortress das Rückgrat der Bomberverbände der US Air Force. Mit einer maximalen Startmasse von fast 220 Tonnen und einer Waffenzuladung von annähernd 32 Tonnen ist der strategische Bomber ein unverzichtbarer Teil der amerikanischen Streitkräfte. Die B-52H hatte ihre Feuertaufe am 3. September 1996, als sie Flugkörper gegen den Irak einsetzte. Im März 1999 folgten während Allied Force 270 Einsätze im Kosovo. Zuletzt flogen die B-52 über Afghanistan. Ein Ende der Einsatzzeit des Dinosauriers ist nicht in Sicht.

Platz 1: Erstflug 1951

Einer der bekanntesten Schweizer-Warbirds ist der "Papyrus-Hunter" des Huntervereins Obersimmental. Foto: © Patrick Hoeveler

Hawker Hunter

Der Prototyp der Hawker Hunter startete am 20. Juli 1951 zu seinem Erstflug. Fast 2000 Exemplare verschiedener Versionen wurden gebaut. Die ersten Jäger gingen im Juli 1954 bei der Royal Air Force in Dienst. Zahlreiche Vertreter des britischen Jetklassikers sind heute als Warbirds aktiv. Doch eine Nation setzt weiter auf die Hunter als Kampfflugzeug: In Ermangelung von Alternativen setzte der Libanon Ende 2008 vier Jets instand, die rund zwölf Jahre lang eingelagert waren. Sie sollen durch Hawk-Trainer von BAE Systems ersetzt werden. Die ersten Hawker Hunter kamen 1958 in den Libanon. Im Sechs-Tage-Krieg von 1967 schoss ein israelischer Jet eine libanesische Hunter ab. Die verblieben Oldies sind auf dem Fliegerhorst Rayak beheimatet und fliegen bei der 2. Staffel.

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