Kampfflugzeug mit Schlauchboot-Lippe: Kawasaki EC-2 für elektronische Kampfführung

Premiere für Kawasaki EC-2
Japans neues Kampfflugzeug hat Schlauchboot-Lippen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 17.03.2026
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Japans neuestes und größtes Kampfflugzeug ist optisch ordentlich entstellt – aber Optik ist im Metier der Kawasaki EC-2 eher sekundär. Wie sich die schwülstigen Anbauten an Nase, Dach und Heck auf die Aerodynamik und die Flugeigenschaften auswirken, bleibt vorerst das Geheimnis der Kawasaki-Konstrukteure. Demnächst werden es wohl auch die Testpiloten wissen, die die Ehre haben, im Cockpit der EC-2 Platz zu nehmen.

Klar ist aber, dass sich hinter den "aufgespritzten Lippen" am Bug, den beiden Höckern am Rumpfrücken und den seitlichen Verkleidungen am Heck modernste Technik zur elektronischen Kampfführung verbirgt – und dass die EC-2 damit als Störflugzeug die Nachfolge der alten EC-1 antreten soll, die 2025 nach fast vier Jahrzehnten Dienst in den Ruhestand ging und bei den Japanern eine operative Lücke hinterließ.

Die Fotos der EC-2, veröffentlicht vom Entwicklungs- und Testkommando der japanischen Luftselbstverteidigungskräfte, zeigen das frisch modifizierte Flugzeug am Boden auf dem Fliegerhorst Gifu. Am Heck ist die Kennung 68-1203 zu lesen – was bedeutet, dass die Zelle der EC-2 bereits neun Jahre alt ist und ein "erstes Leben" als normale C-2 hinter sich hat.

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Bis zu vier EloKa-Kawasakis für Japan

Während der Vorgänger EC-1 Zeit seines Daseins ein Einzelstück blieb, plant Japan dem Vernehmen nach, insgesamt vier EC-2 in Dienst zu stellen. Final ist das jedoch noch nicht, die japanische Agentur für Beschaffung, Technologie und Logistik (ATLA) betont, dass die benötigte Stückzahl für die EC-2 "derzeit geprüft" werde.

Der vorläufige Zeitplan sieht vor, das modifizierte Flugzeug im laufenden Geschäftsjahr zu erproben und voraussichtlich gegen Mitte 2027 in Dienst zu stellen. Heimatbasis der neuen EloKa-Kawasakis wird der Fliegerhorst Iruma werden, wo die japanische Electronic Warfare Squadron stationiert ist, die bis 2025 auch die EC-1 betrieb. Währenddessen reduziert sich durch die Umrüstung der 1203 die Zahl der aktuell von Japan als Transportflugzeuge genutzten C-2 auf 16 (von insgesamt 18 ausgelieferten Exemplaren). Eine zuvor ebenfalls als Transporter genutzte Maschine, die als zweiter Prototyp gebaute, 15 Jahre alte 18-1202, wurde bereits 2018 zum elektronischen Aufklärer EC-2 umgerüstet.

Kawasaki EC-1 mit Radarwülsten im Landeanflug
Patrick Hoeveler

Störsysteme weitgehend geheim

Welche Systeme genau unter den Ausbuchtungen der EC-2 stecken, bleibt indessen unbekannt. Für die übermäßig breite Nase sorgt mutmaßlich die Antennenanlage des elektronischen Störgeräts J/ALQ-5 von Toshiba, das zur Bekämpfung feindlicher Radarstationen dient und bereits in der Vorgängerin EC-1 für eine ähnlich markante Frontpartie sorgte. Unter den weiteren Wülsten dürften sich ebenfalls Systeme zur Signalstörung und – unterdrückung sowie zur Satellitenkommunikation befinden, deren Details allerdings unter Verschluss bleiben.

Darüber hinaus besitzt die EC-2 eine Reihe optischer Sensoren am Rumpf, die vermutlich Teile des Selbstschutz- und Raketenabwehrsystems sind.