Die Oregon National Guard gab – bereits Ende 2025 – zwei ihrer Boeing F-15D an die NASA ab. Die beiden betagten Eagle-Doppelsitzer landeten am 22. Dezember, aus Klamath Falls vom Fliegerhorst Kingsley Field kommend, auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien, wie die US-Weltraumbehörde erst vor ein paar Tagen bekanntgab. Dort sollen sie in Zukunft Forschungszwecken dienen.
Die Edwards Air Force Base inmitten der Mojave-Wüste beherbergt, neben zahlreichen anderen Einrichtungen, das Armstrong Flight Research Center der NASA. Das Forschungszentrum setzt sich speziell mit technologischen Neuerungen und Entwicklungen im Flugzeugbau auseinander. Aktuell läuft beispielsweise die Kampagne QueSST, mit der die NASA untersucht, inwiefern sich der beim Durchbrechen der Schallmauer unvermeidliche Überschallknall auf ein am Boden erträgliches Maß abdämpfen lässt. Im Zentrum dieser Versuche steht das Experimentalflugzeug X-59, ein von Lockheed Martin gebautes Jet-Unikat mit lanzenförmiger Nase, das am 28. Oktober 2025 erstmals abhob und aktuell in Edwards auf die nächsten Flugtests vorbereitet wird.
Eine fliegt, die andere spendet
Das QueSST-Projekt wird auch zum neuen Aufgabengebiet der beiden F-15D gehören, die im vergangenen Jahr aus dem Militärdienst bei der Nationalgarde ausgeschieden waren. Allerdings soll laut NASA nur eine Eagle in neuer Rolle tatsächlich wieder an den Himmel zurückkehren: Einer der Jets "wird als aktives NASA-Forschungsflugzeug wieder in Betrieb genommen", schreibt die Weltraumagentur. Die zweite Maschine "dient der Ersatzteilgewinnung für die langfristige Instandhaltung der Flotte."
Die primäre Rolle der fliegenden F-15D wird es sein, als Begleitmaschine der X-59 bei zukünftigen Flugtests zu fungieren und dabei in der Luft Daten zu sammeln. Darüber hinaus sollen die beiden Neuzugänge es der NASA laut Flugbetriebsleiter Troy Asher ermöglichen, "die Zusammenarbeit mit externen Partnern, darunter dem US-Kriegsministerium und kommerziellen Luftfahrtunternehmen, wieder aufzunehmen."

Die beiden F-15D aus Oregon kamen am 22. Dezember 2025 in Edwards an. Eine wird dort dauerhaft am Boden bleiben - sie wird ausgeschlachtet.
F-15 für die Wissenschaft
Mit der F-15 Eagle als Forschungs- und Begleitflugzeug hat die NASA bereits in zahlreichen Projekten und Kampagnen positive Erfahrungen gesammelt. Dank ihrer wuchtigen Dimensionen, entsprechend hoher Nutzlast und großen Leistungsreserven eignet sich der von McDonnell Douglas entwickelte Fighter von Haus aus bestens für wissenschaftliche Hochleistungszwecke und das Tragen experimenteller Außenlasten zur Datengewinnung.
"Die NASA setzt F-15-Kampfjets bereits seit den ersten Modellen Anfang der 1970er-Jahre ein", unterstreicht NASA-Flugbetriebschef Asher, der die Eagle bei der NASA auch selbst pilotiert. "Im Laufe der Jahrzehnte wurden Dutzende wissenschaftliche Experimente mit den F-15 der NASA absolviert, die einen bedeutenden Beitrag zur Luftfahrt und zur Forschung im Bereich der Hochgeschwindigkeitsflüge geleistet haben."

Die beiden Eagle-Neuzugänge flogen zuvor beim 173rd Fighter Wing der Oregon ANG auf dem Fliegerhorst Kingsley Field in Klamath Falls.
Insgesamt drei F-15D für QueSST
Auch beim QueSST-Programm setzt die NASA nach eigenen Angaben bereits auf zwei F-15D. Diese seien so modifiziert worden, "dass ihre Piloten in Höhen von bis zu 60.000 Fuß sicher operieren können" – und damit oberhalb der maximalen Flughöhe der X-59, die in 55.000 Fuß Höhe fliegen wird. Damit seien für die Eagle Flüge in Geschwindigkeits- und Höhenbereichen möglich, "die die meisten Standardflugzeuge nicht erreichen können", betont die NASA.
Die von der Oregon National Guard übernommene Eagle soll dieselben Fähigkeiten erhalten wie die schon im Dienste der Wissenschaft fliegenden Schwestermaschinen. So werde das zuständige NASA-Team "Software, Systeme und Flugsteuerung an die jeweiligen Missionsanforderungen anpassen", heißt es aus Edwards. "Die Bodenfreiheit der F-15 ermöglicht es den Forschern, Instrumente und Experimente zu installieren, die unter vielen anderen Flugzeugen keinen Platz fänden."

Mit ihrer langen, spitzen Nase soll die X-59 die Schallmauer möglichst leise durchstoßen. Ziel ist es, den Weg für gesetzlich gestattete zivile Überschallflüge über Land zu ebnen.
Langfristiger Eagle-Einsatz
Wie man aus diesen Aussagen heraushört, plant die NASA auch nach Abschluss des QueSST-Projekts weiter mit ihren F-15D. "Die Priorität liegt darauf, dass sie die X-59 bis zum Abschluss ihrer Mission erfolgreich unterstützen", erläutert Flugbetriebschef Asher. "Langfristig werden diese Flugzeuge dazu beitragen, dass die NASA weiterhin fortschrittliche Luftfahrtforschung betreiben und Partnerschaften fördern kann."





