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Royal Canadian Airforce: Die Kraft im Norden

Die Kraft im Norden Kanadas buntgemischte Militärflotte

Für ihre vielen Aufgaben haben Kanadas Luftstreitkräfte eine Flotte mit großer Typenvielfalt. Wichtige Muster wie die CF-188 Hornet und die CP-140 Aurora warten allerdings auf Ablösung, nachdem zuletzt die CC-295 die legendären Buffalos ersetzt haben.

Nachdem die Regierung Trudeau 2015 den Kauf von Lockheed Martin F-35 verworfen hatte, führte die Suche nach einem neuen Kampfflugzeug für die Royal Canadian Air Force schließlich doch wieder zu dem Stealth Fighter aus den USA. Bis die Lieferung der ersten F-35 ab vielleicht 2025 beginnt, muss die Flotte der CF-188 Hornet noch durchhalten. Hilfreich dabei ist die Beschaffung von 25 gebrauchten Hornets aus Australien. Zuletzt waren die Fighter wieder für Verlegungen nach Europa gefragt, um sich zum Beispiel im Herbst 2021 am Air Policing in Rumänien zu beteiligen.

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Für die CF-188 ist Durchhalten angesagt, denn die neuen F-35 werden wahrscheinlich erst ab 2025 geliefert.

Große Modernisierung

Während die neuen Kampfflugzeuge mit Spannung erwartet werden, sind auch weitere Modernisierungsmaßnahmen in Vorbereitung. Beim jüngst gestarteten Projekt Canadian Multi-Mission Aircraft (CMMA) geht es um den Ersatz der CP-140 Aurora-Flotte, um die Fähigkeiten in den Bereichen U-Boot-Bekämpfung (ASW) sowie Nachrichtengewinnung, Überwachung und Aufklärung (ISR) zu verbessern. Die besten Chancen hat hier die P-8A von Boeing, denn vergleichsweise leistungsstarke Muster gibt es kaum.

Neu beschaffen wollen die Kanadier auch unbemannte Fluggeräte wie den Predator von General Atomics oder Heron TP von IAI. Derzeit läuft eine Definitionsphase, die mit einem Jahr Verspätung nun 2023 zu einer Auswahl und ab etwa 2026 zu Lieferungen führen soll. Benötigt wird zudem ein neuer Tanker als Ersatz für die CC-150 Polaris (A310). Als Bieter für das Strategic Tanker Transport Capability (STTC) Project wurde im vergangenen Jahr einzig die A330 MRTT zugelassen. Die KC-46A von Boeing ist damit aus dem Rennen.

Es stehen also einige wichtige Beschaffungsprogramme an, doch auch in jüngster Vergangenheit war man bei der Royal Canadian Air Force nicht untätig. Im Januar wurde nach fast 50 Jahren die CC-115 Buffalo verabschiedet, die zuletzt noch in Comox für Such- und Rettungseinsätze bereitstanden, deren Verfügbarkeit aber immer mehr abnahm. Sie werden genauso wie die CC-130H Hercules durch 16 Airbus CC-295 ersetzt. Die Kingfisher setzte sich wohl wegen eines günstigeren Preises und besserer Arbeitspakete für die heimische Industrie gegen die Leonardo C-27J durch. Die Lieferungen nach Comox haben 2020 begonnen, wobei die CC-295 jedoch künftig auch von Greenwood, Trenton und Winnipeg aus operieren werden.

Im Dienst bleiben natürlich die 17 modernen Hercules-Transporter der Baureihe C-130J in Trenton, die erst im Februar 2019 ihre volle Einsatzbereitschaft erreichten. Darüber hinaus verfügt die RCAF seit 2007 über eine eigene strategische Schwerlasttransportkapazität in Form der CC-177 (Boeing C-17). Diese werden auch im eigenen Land eingesetzt und sind in der Lage, auch auf Schnee- und Eispisten in der Arktik zu landen. Dort sind auch die CC-138 Twin Otter im Einsatz. Sie gehören zur 440 Transport Squadron, die als einzige Staffel ständig im hohen Norden, genauer gesagt in Yellowknife, stationiert ist.

Skandalträchtiger Helikopter-Kauf

Neben den Flugzeugen hat die Royal Canadian Air Force auch eine ganze Reihe von Hubschraubern im Bestand. Zuletzt wurde auch die Chinook wieder eingeführt, die man 1992 schon einmal ausgemustert hatte. Nun fliegen 15 sehr gut ausgestattete CH-147F in Petawawa. Mit nicht weniger als 71 Maschinen bildet die CH-146 Griffon (Bell 412) die größte Helikopterflotte. Sie sollen nun nicht ausgemustert, sondern nach Modernisierungsmaßnahmen bis 2031 weiter geflogen werden. Für Rettungseinsätze an Pazifik- und Atlantikküste dienen CH-149 Cormorant (AW101 Merlin), die riesige Gebiete, auch über rauer See, abdecken müssen. Als Schiffshubschrauber wurde schließlich die CH-148 Cyclone (Sikorsky S-92) beschafft – ein skandal-trächtiges Geschäft mit endlosen Verzögerungen und technischen Problemen. Zuletzt gab es Negativschlagzeilen wegen Rissen im Heckausleger.

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Die Anschaffung der CH-148 brachte viele Probleme mit sich.

Outgesourctes Training


Ausbildungsaufgaben hat die RCAF weitgehend an private Firmen ausgelagert. Das CFTS-Programm (Contracted Flying Training and Support) umfasst die primäre und grundlegende fliegerische Ausbildung, die Mehrmot- und die Hubschrauberpiloten-Ausbildungsprogramme am Southport Aerospace Centre (SAC), dem früheren Stützpunkt in Portage laPrairie. Das NFTC-Programm an den Standorten Moose Jaw und Cold Lake wird in Zusammenarbeit mit CAE betrieben. Das Programm kombiniert Grund- und Fortgeschrittenentraining.

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