Der Generaldirektor der russischen Flugzaugbau-Holding UAC, Wadim Badecha, hatte es im November 2025 auf der Dubai Airshow öffentlich verkündet: Zwei Suchoi Su-57 seien bereits an einen ersten ausländischen Kunden übergeben worden. Die Stealth-Kampfjets "sind im Einsatz und beweisen ihre Stärken", so Badecha damals. "Unser Kunde ist zufrieden."
Wer der "zufriedene" Kunde ist, wollte der UAC-Chef nicht verraten, doch unter Beobachtern gab es kaum Zweifel, dass damit nur Algerien gemeint sein konnte. Zumindest hatte im Februar 2025 das algerische Fernsehen in einem Bericht inoffiziell bestätigt, dass man die Su-57 bestellt habe – während die Russen beinahe zeitgleich auf der Messe Aero India versprochen hatten, die ersten Exportexemplare der Su-57 noch vor Jahresende auszuliefern.
Einen Beweis dafür, dass die Su-57 inzwischen in Nordafrika am Start ist, suchte man gleichwohl vergebens. Bis am 7. Februar das wackelige Smartphone-Video eines algerischen Schafhirten auf TikTok die Runde machte. Der Clip ging rasch viral, Kommentatoren in sozialen Medien bezeichneten den Filmer als "glücklichsten Schafhirten der Welt" – war er doch offensichtlich zur rechten Zeit am rechten Ort.
Stealth-Kampfjet im Videobeweis
Einzig das richtige Equipment zum Filmen hatte der Schäfer leider nicht parat – und so ist, zumindest auf den ersten Blick, auf dem Video auch nur ein kleiner dunkler Punkt am blauen Himmel auszumachen, untermalt vom typischen Heulen russischer AL-41F-Triebwerke, mit denen derzeit auch die Su-57 noch serienmäßig ausgestattet ist.
Zoomt man ein wenig in das Bild hinein, offenbart sich der Punkt aber durchaus und klar erkennbar als die – wenngleich recht pixelige – Silhouette einer Su-57. Damit scheint in der Tat der Beweis erbracht: Algeriens Luftwaffe hat den russischen Top-Kampfjet in ihrem Bestand und setzt ihn ein.
Su-57 im Mittelmeerraum
Das Video wurde Berichten zufolge in der Nähe des Fliegerhorsts Oum El Bouaghi nahe der Stadt Ain Beida im Nordosten von Algerien aufgenommen. Tatsächlich stimmen die landschaftlichen Gegebenheiten rund um diesen Stützpunkt mit denen in der Filmsequenz überein. Die Region liegt auf dem algerischen Hochplateau, etwa 900 Meter über dem Meeresspiegel und ist zudem eine Hochburg für Schafzucht.
Zugleich gilt Oum El Bouaghi als strategisch bedeutsamster Luftwaffenstützpunkt des Landes, auf dem unter anderem auch die algerischen Su-30MKA stationiert sind. Durch die relative Nähe zum Mittelmeer lässt sich die Küste auf dem Luftweg binnen weniger Minuten erreichen. So könnten Algeriens neue Su-57 über kurz oder lang auch mit Kampfjets der NATO in Kontakt kommen, die im Mittelmeerraum operieren.

Algerien ist Erstkunde für die Exportversion Su-57E, die 2019 auf dem Aviasalon MAKS in Schukowski erstmals vorgestellt wurde.
Algeriens Partnerschaft mit Russland
Insgesamt soll Algerien in Russland zwölf bis 14 Su-57 bestellt haben, deren Gesamtpreis von Analysten auf rund zwei Milliarden US-Dollar (1,68 Milliarden Euro) geschätzt wird. Darüber hinaus haben die Nordafrikaner auch die Su-34 geordert. Algerien gilt seit langer Zeit als einer der engsten Partner Russlands in Afrika und setzt traditionell im großen Stil auf russisches Militärgerät.





