Su-24: Katar weist iranische Vorwürfe zu gefangenen Kampfpiloten zurück

Iranische Su-24-Piloten
Katar weist Vorwürfe zu gefangenen Kampfpiloten zurück

ArtikeldatumVeröffentlicht am 17.08.2026
Als Favorit speichern
Su-24, Iran, Suchoi, Sowjetunion
Foto: Mehr News Agency

Nach iranischen Angaben waren am 2. März 2026, gleich zu Beginn des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran, zwei Suchoi Su-24 im Einsatz gegen einen katarischen Militärstützpunkt, als sie von der Luftabwehr getroffen wurden.

Im März bestätigte das katarische Verteidigungsministerium den Abschuss der beiden iranischen Bomber beim Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt Al Udeid. Medienberichten zufolge wurden die von einer katarischen F-15QA abgeschossen. Es gilt als der erste Luft-Luft-Abschuss für die katarische Luftwaffe.

Der iranische Brigadegeneral Mohammad Bagherzadeh erhob den Vorwurf, die Piloten seien nach dem Abschuss ihrer Maschinen in katarische Gefangenschaft geraten und würden dort illegalerweise seit sechs Monaten festgehalten.

Ein vierter Pilot, Majid Kazemi, war laut Bagherzadeh bei demselben Einsatz ums Leben gekommen; sein Leichnam sei inzwischen an den Iran übergeben worden.

Katar widersprach der Darstellung umgehend und deutlich. Der Sprecher des katarischen Außenministeriums, Majed Mohammed Al Ansari, erklärte, man habe die Piloten kontaktiert, nachdem diese den katarischen Luftraum verletzt hätten – eine Antwort sei darauf jedoch bislang ausgeblieben. Die Verteidigungsmaßnahmen des Landes seien im Einklang mit internationalem Recht erfolgt, so Al Ansari in einer auf X veröffentlichten Stellungnahme.

Such- und Rettungskräfte hätten zudem intensiv nach den Piloten beziehungsweise deren sterblichen Überresten gesucht; man habe mit Teheran auch die Übergabe eines geborgenen Leichnams abgestimmt.

Bagherzadeh forderte gegenüber der halbamtlichen Nachrichtenagentur Tasnim am Sonntag zusätzlich, Katar solle einer iranischen Untersuchungsdelegation die Einreise gestatten, um die Vorgänge aufzuklären.

Katar erklärte dazu, bereits im April sei dem Iran eine Einladung ausgesprochen worden, die Ergebnisse der katarischen Such- und Rettungsmission vor Ort zu prüfen. Eine Reaktion aus Teheran darauf stehe bis heute aus.

Seit 35 Jahren im Iran

1991 integrierte der Iran 24 irakische Su-24, die während des Golfkriegs vor der Zerstörung in den Iran evakuiert worden waren, in die eigene Flotte. Vermutlich wurden weitere Maschinen aus Russland oder anderen ehemaligen Sowjetstaaten beschafft.

2011 gab ein IRIAF-General bekannt, dass auf der Su-24 auch im Iran entwickelte, radarsuchende Lenkflugkörper getestet worden seien. Wie viele Su-24 genau im Iran noch in Betrieb sind, lässt sich schwer einschätzen. Vor dem Beginn des Iran-Krieges waren es nach verschiedenen Schätzungen rund 20 einsatzfähige Maschinen.