53 Airbus A400M zählt die Flotte des Lufttransportgeschwaders 62 auf dem Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen. Mitte April hatte das einzige verbliebene Transportgeschwader der Luftwaffe ihr letztes bestelltes Exemplar erhalten.
53 A400M sollen auch künftig für die Bundeswehr im Einsatz stehen – allerdings verstärkt durch 16 neu bestellte Exemplare, die entsprechend viele ältere Flugzeuge beerben. So zumindest erklärte es Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius nach Angaben des NDR am Dienstag bei einem Besuch des Airbus-Werks in Bremen.
"Die neuen A400M-Flugzeuge sollen ältere Maschinen ersetzen", hieß es beim NDR. Pistorius zufolge stehe die Regierung aktuell in "sehr guten" Gesprächen mit Airbus und denke "sehr konkret aktuell darüber nach, logistische Flugzeuge schrittweise durch neue taktische zu ersetzen."
Die Begriffe "logistische Flugzeuge" und "taktische Flugzeuge" harren hier einer Erklärung. Denn es geht bei dem angedachten Tausch nicht pauschal darum, alte A400M gegen neue einzutauschen (zumal selbst die ältesten Flugzeuge in Wunstorf erst zwölf Jahre auf dem Buckel haben).
"Taktische" und "logistische" A400M
Von den 53 A400M der Bundeswehr wurden 18 in der "logistischen" Ausführung geliefert, der Rest kam in der "taktischen" Ausführung zur Truppe.
Ersteren fehlt der taktische Datenlink – Link 16 – der bei der NATO zum schnellen Austausch von Daten mit anderen Luftfahrzeugen, Schiffen oder Einheiten am Boden Standard ist. Offenbar ist für die "logistischen Flugzeuge" auch keine entsprechende Nachrüstung vorgesehen, weshalb ihre Einsatzmöglichkeiten eingeschränkt bleiben.
Gleiches gilt für das seit 2019 bei der A400M eingesetzte Infrarot-Selbstschutzsystem mit Düppel- und Täuschkörperwerfer gegen heranfliegende Raketen mit IR-Suchkopf.

Mit aktuell 53 Exemplaren, allesamt stationiert in Wunstorf, ist die Bundeswehr der größte Betreiber der A400M.
Fehlende Fähigkeiten
Das Militärportal "Augen geradeaus" zitierte in diesem Zusammenhang bereits im Dezember 2019 aus einer Mitteilung der Luftwaffe zu einem "neuen Fähigkeitspaket" der deutschen A400M: "In diesem Fähigkeitspaket sind das Landen auf unbefestigten Pisten, das Erweitern der Nachtsichtfähigkeit um Wüstengebiete, das Absetzen von Lasten mittels Schwerkraftverfahren, der Taktische Datenlink und eine Infrarot (IR)-Schutzausstattung enthalten. (...) Die Fähigkeiten sind grundsätzlich für alle A400M freigegeben. Für die Befähigung des taktischen Datenlinks sowie der IR-Schutzausstattung sind nur die taktischen A400M vorgesehen."

Die Luftwaffe nutzt die A400M auch für die Luftbetankung.
Airbus braucht Aufträge für A400M
Ob eine Folgebestellung neuer, "taktischer" A400M für die Bundeswehr vor diesem Hintergrund alternativlos ist, oder ob es nicht doch auch möglich wäre, die "logistischen" Exemplare aufzurüsten, bleibt vorerst offen.
Klar ist allerdings, dass Airbus seit geraumer Zeit dringend Kunden und neue Aufträge für die A400M sucht, um die Produktionslinie weiter am Laufen zu halten. Mit dem derzeitigen Auftragsbestand ist die Fertigung des Airbus-Militärtransporters lediglich bis 2029 gesichert.
Eine Neubestellung für die Bundeswehr käme also sehr gelegen. Einer solchen müsste zuvor aber noch der Bundestag zustimmen.





