Im zivilen Flugzeugbau macht Boeing weiter nicht die besten Schlagzeilen, dafür marschiert der Konzern im Militärbereich von Erfolg zu Erfolg. Nur anderthalb Jahre nach dem Zuschlag, mit der F-47 den Kampfjet der nächsten Gerenation für die US Air Force zu entwickeln, entschied Boeing auch den entsprechenden Fighter-Wettkampf der US Navy für sich.
Die US-Marine gab am 29. September öffentlich bekannt, dass sie sich im Rahmen der F/A-XX-Auschreibung für das Träger-Kampfflugzeug der Zukunft auf den Entwurf von Boeing festgelegt hat. Konkurrent Northrop Grumman, der mit der B-21 Raider immerhin den nächsten US-Bomber bauen darf, hat mit seinem F/A-XX-Beitrag das Nachsehen.
Die F/A-XX soll auf den Flugzeugträgern der US Navy die Boeing F/A-18E/F Super Hornet ersetzen – und als Kampfjet der sechsten Generation "die Entwicklung in den Bereichen offene Systemarchitektur, fortschrittliche Missionssysteme sowie operative Reichweite und Kapazität revolutionieren", wie Boeing selbst in einer Pressemitteilung schreibt.
Der Sieg im von der Navy ausgelobten Wettbewerb sei "eine Ehre", so der Flugzeugbauer weiter.

Boeing zeigte, wie shcon bei der F-47, bislang nur Renderings seines F/A-XX-Entwurfs, auf denen sich nicht wirklich viel erkennen lässt. Die technischen Details bleiben geheim.
Boeing baut auch die F-47 für die USAF
Nicht nur der Hersteller, sondern auch die US Navy erhoffen sich von der zeitgleichen Entwicklung zweier neuer Fighter im selben Haus offenbar Synergieeffekte. "Die parallele Lieferung von zwei fortschrittlichen Kampfflugzeugen war schon immer unser Plan, und wir haben entsprechend investiert", zerstreut Boeing Defense-Chef Steve Parker die Befürchtung möglicher Kapazitätsengpässe schon im Vorfeld. "Wir sind bereit und in der Lage, mehrere zukünftige Kampfflugzeug-Franchise-Programme gleichzeitig zu realisieren", so Parker weiter.
So schreitet laut dem Boeing-Manager der Bau einer neuen Fabrik für Militärflugzeuge in St. Louis – sie soll die größte ihrer Art in den USA werden – zügig voran. Die Anlage "wird Teil des weltweit fortschrittlichsten, vollständig digitalen Konstruktions- und Fertigungssystems für die Luft- und Raumfahrt sein", kündigt Boeing dazu an.
Auch in Mitarbeiter und Fertigunstechnologien investiere der Konzern, "damit wir die Erwartungen unserer Kunden erfüllen können."

Die F/A-XX soll in den 2030er Jahren die F/A-18 Super Hornet auf den Flugzeugträgern der US Navy ersetzen.
Bau mehrerer Prototypen
Laut Angaben der US Navy besitzt der Auftrag für die Entwicklungsphase im F/A-XX-Programm einen Umfang von über 20 Milliarden US-Dollar und umfasst den Bau mehrerer Prototypen für Boden-, Flug, System- und Waffentests.
Planmäßig sollen die ersten Exemplare des neuen Träger-Kampfjets in den 2030er Jahren zu den Einsatzkräften stoßen und die derzeit noch als Standardmuster auf den Flugzeugträgern stationierte Super Hornet sukzessive ablösen. Auch die EloKa-Spezialversion EA-18G Growler soll durch eine entsprechende Variante der F/A-XX ersetzt werden.

Der mit seinem Entwurf unterlegene Kontrahent Norhrop Grumman nahm den Beschluss der US Navy zur Kenntnis, möchte aber weitere Details zur Begründung haben.
Wundenlecken bei Northrop Grumman
Beim unterlegenen Kontrahenten Northrop Grumman übte man sich derweil in Sachlichkeit. Man sei mit einem "äußerst überlebensfähigen, digital fortschrittlichen Kampfflugzeug der sechsten Generation" gegen Boeing ins Rennen gegangen, nehme die Entscheidung der US Navy aber zur Kenntnis.
Gemäß gültiger Rechtsprechung könnte Northrop Grumman gegen die Niederlage Widerspruch einlegen – und behält sich das wohl auch weiterhin vor: "Wir freuen uns darauf, weitere Informationen über die Auswahl zu erhalten", so das Unternehmen in einer Stellungnahme.
Streng geheimer Superfighter
Technische Details zum F/A-XX-Programm sind seitens der US-Administration nach wie vor als geheim eingestuft. Handfeste Informatiionen zum kommenden Navy-Superfighter gibt es deshalb weiter keine.





