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Erste neu gebaute Tupolew Tu-160M startet zum Erstflug in Kasan. OAK
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Erste neu gebaute Tu-160M fliegt zum ersten Mal in Kasan

Kurzer Hüpfer in Kasan Erste neu gebaute Tu-160M fliegt

Am Mittwoch startete der erste neu produzierte strategische Raketenträger Tupolews Tu-160M vom Flugplatz des Kasaner Flugzeugwerks zu seinem Jungfernflug.

Der Erstflug führte auf eine Höhe von 600 Metern und dauerte etwa 30 Minuten. Die Tupolew-Testpiloten führten Manöver durch, um die Stabilität und Steuerbarkeit des Flugzeugs in der Luft zu überprüfen. Ein Video vom Erstflug zeigt, wie die noch komplett unlackierte Tu-160M ohne Nachbrenner vom verschneiten Kasan in den dunklen Winterhimmel abhebt und anschließend wieder zur Landung einschwebt. Bereits Ende 2021 hatte es konkrete Hinweise gegeben, dass der Jungfernflug der Maschine kurz bevorstünde. Sie stehe "bereit und aufgetankt" im Hangar, hieß es damals aus Insiderkrisen.

Grundlegend modernisiert

Obwohl der Schwenkflügelbomber seine äußere Form beibehält, wurden "die Systeme und die Ausrüstung der neuen Maschine zu 80 Prozent aktualisiert und verbessert," betonte Juri Sljusar, Chef der Flugzeugbauholding OAK. "Die Tu-160 ist eines der ehrgeizigsten und technisch anspruchsvollsten Projekte der Luftfahrtindustrie", so Sljusar weiter.

Große Herausforderung

Das von Präsident Wladimit Putin geforderte Tu-160M-Neubauprogramm stellt die russische Luftfahrtindustrie vor erhebliche Herausforderungen. So mussten die Konstruktionsunterlagen für die Tu-160M innerhalb eines engen Zeitplans vollständig digitalisiert, die Fähigkeiten für die Vakuumschweißtechnik für Titanprodukte wiederhergestellt, die Produktion von Flugzeugzellen wieder aufgenommen und eine neue Zusammenarbeit zwischen Industrieunternehmen in den Bereichen Metallurgie, Flugzeugbau, Maschinenbau und Instrumentenbau aufgebaut werden, von denen die meisten zum Staatskonzern Rostec gehören.

Die Modernisierung des Kasaner Flugzeugwerks spielte eine wichtige Rolle bei der Wiederherstellung der Produktion der Langstreckenbomber: Die Ausrüstung der Werkstätten und der Flugtestbasis wurde erneuert, die weltgrößte Anlage zum Elektronenstrahlschweißen und Vakuumglühen von Titan ging in Betrieb.

Programm läuft seit Längerem

Schon vor dem Erstflug der neu gebauten Tu-160M wurden einzelne Elemente in vorhandene Bomber eingebaut und getestet, wie verbesserte Triebwerke, verbessertes Flugkontrollsystem, neue Navigationssysteme und Waffenkontrollsysteme. "Wir sehen heute bedeutende Perspektiven für die Plattform Tu-160: Ihre Weiterentwicklung wird den Einsatz neuer, fortschrittliche Waffen ermöglichen", sagte der russische Industrie- und Handelsminister Denis Manturow. Unbestätigten Informationen zufolge soll die russische Luftwaffe in diesem Jahr zwischen vier und fünf modernisierte Tu-160M erhalten. Ob darunter auch das nun erstmals geflogene neu gebaute Exemplar sein wird, ist nicht bekannt.