Pakistan steht offenbar kurz vor dem Abschluss eines umfangreichen Waffengeschäfts mit dem Sudan, das auch pakistanisch-chinesische Mehrzweckkampflugzeuge umfasst. Nach Informationen aus militärischen Kreisen könnte das Gesamtvolumen der Vereinbarung zwischen 1,5 und zwei Milliarden US-Dollar betragen.
JF-17 Thunder sollen Teil des Deals sein
Herzstück des geplanten Deals sind womöglich JF-17 Thunder, die Pakistan in Kooperation mit China entwickelt hat und produziert. Diese mehrzweckfähigen Kampfjets der vierten Generation gelten als kostengünstige Alternative zu europäischen oder amerikanischen Modellen. Die Flugzeuge werden vom Pakistan Aeronautical Complex produziert, während Avionik und Triebwerke aus China geliefert werden.
Ein pensionierter hochrangiger Offizier der pakistanischen Luftwaffe bestätigte gegenüber Medien, dass die Verhandlungen weit fortgeschritten seien. Neben den JF-17-Jets sollen auch leichte Angriffsflugzeuge vom Typ Karakorum-8 sowie Trainingsmaschinen des Modells Super Mushshak Teil des Pakets sein.
Derzeit nutzt die sudanesische Luftwaffe vor allem Kampfflugzeuge aus sowjetischer und chinesischer Herstellung, darunter MiG-21, MiG-23 und Chengdu J-7. Welche davon wirklich noch flugtüchtig sind, ist allerdings unklar.

Die JF-17 Thunder wurde von China und Pakistan gemeinsam entwickelt. Pakistan vermarktet den Fighter als günstige Lösung für finanziell limitierte Nationen.
Saudi-Arabien vermittelt
Bei der Anbahnung des Geschäfts soll Saudi-Arabien eine zentrale Rolle als Vermittler gespielt haben. Unklar bleibt allerdings, ob das Königreich auch die Finanzierung des Deals übernimmt.
Nach Informationen von Reuters plant Saudi-Arabien, einen bestehenden Kredit über zwei Milliarden US-Dollar an Pakistan in einen Waffendeal umzuwandeln. Weitere zwei Milliarden Dollar sollen für zusätzliche Ausrüstung bereitgestellt werden.
Diese Finanzierungsstruktur würde Pakistan wirtschaftlich entlasten und gleichzeitig Saudi-Arabiens strategische Unterstützung für den Sudan ermöglichen.
Das Königreich hat im sudanesischen Bürgerkrieg offen Partei für die sudanesischen Streitkräfte unter General Abdel Fattah al-Burhan ergriffen. Als die paramilitärische Gruppe Rapid Support Forces (RSF) im Februar 2025 die Bildung einer Parallelregierung ankündigte, äußerte Saudi-Arabien öffentlich seinen Widerstand.
Der Bürgerkrieg im Sudan dauert seit bald drei Jahren an und hat eine der schwersten humanitären Katastrophen weltweit verursacht. Die Unterstützung Saudi-Arabiens steht im Kontrast zur Rolle der Vereinigten Arabischen Emirate in dem Krieg, die die RSF unterstützen sollen. Menschenrechtsorganisationen dokumentieren auf beiden Seiten schwere Verstöße gegen das Völkerrecht.
2023 wurde im Bürgerkrieg bei einem Angriff der RSF auf den Flughafen in Khartum die letzte je gebaute Iljuschin Il-62M zerstört.
Pakistan will noch mehr Rüstungsexporte
Pakistan versucht seit Jahren, seine heimische Rüstungsindustrie zu stärken und als Exporteur aufzutreten. Die JF-17-Jets gelten dabei als wichtigstes Aushängeschild der pakistanischen Luftfahrtindustrie. Myanmar, Nigeria und Aserbaidschan nutzen das chinesisch-pakistanische Kampflugzeug bereits, während Bangladesch vergangene Woche Interesse an einem Kauf anmeldete.
Beobachter gehen davon aus, dass Pakistan parallel weitere Rüstungsgeschäfte mit arabischen Staaten verhandelt, die ebenso ein Volumen von mehreren Milliarden Dollar erreichen könnten.





