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Lockheed Martin F-35A "Elephant Walk" auf der Hill AFB im Januar 2020 USAF
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Die F-35 der USAF leiden unter Antriebsproblemen

Akuter Wartungsstau Die F-35A der USAF leiden unter Antriebsproblemen

Die F-35-Flotte der US Air Force leidet unter akuter Triebwerksknappheit. Dutzende Maschinen fallen aus, weil ihre Antriebe früher als geplant verschleißen. Das zuständige Wartungszentrum kommt mit der Reparatur der F135-Turbofans von Pratt & Whitney nicht hinterher.

Es sind keine schönen Zahlen, die Lieutenant General Eric T. Fick am Dienstag im US-Repräsentantenhaus vorlegte. Fick, bei der US Air Force in leitender Funktion für das F-35-Programm zuständig, berichtete dem Unterausschuss für taktische Luft- und Landstreitkräfte, dass gegenwärtig 41 von 283 gelieferten F-35A der US-Luftwaffe nicht zur Verfügung stehen – weil sie keine funktionsfähigen Triebwerke besitzen. Das berichtet das US-Magazin military.com. Die Ausfallrate des Stealth-Fighters wegen Antriebsproblemen erreicht damit fast 15 Prozent. Hinzu kommen laut Fick je eine F-35 der US Marines und der US Navy sowie drei Exemplare von Partnerländern, die ebenfalls auf Ersatzteile für ihr Triebwerk warten. Insgesamt sind folglich 46 F-35 von dem Problem betroffen und können nicht eingesetzt werden.

Das von Pratt & Whitney entwickelte F135-Triebwerk hält im Betrieb weniger lange durch als erwartet.

Das Triebwerk verschleißt zu schnell

Bereits seit längerer Zeit gilt das F135-Triebwerk, das Pratt & Whitney eigens für die F-35 entwickelt hat, als Nadelöhr im F-35-Kosmos, das Wartungsstaus und Ausfälle provoziert. Im Griff scheint das Problem nach wie vor nicht zu sein. Noch immer verschlingt die Depotwartung der Turbofans beim F135 Heavy Maintenance Center auf der Tinker Air Force Base in Oklahoma sehr viel mehr Zeit als veranschlagt. Außerdem nutzt sich der Hitzeschutz der Triebwerkschaufeln im Hauptmodul des Antriebs zu schnell ab, was kürzere Wartungszyklen und häufigere Reparaturen nach sich zieht.

USAF
Airshow-Pilotin Kristin "Beo" Wolfe und ihr Team mussten die Zahl ihrer Auftritte zusammenkürzen.

Zusätzliche Arbeitsschicht, weniger Airshows

Zumindest was die Dauer der Depotwartung betrifft, sollte sich die Lage allerdings bald bessern: Anfang des Jahres erklärte die USAF, im F135 Heavy Maintenance Center ab Juni eine zusätzliche Schicht einzuführen. Hierdurch hofft man, die für ein Triebwerk notwendige Bearbeitungszeit von derzeit mehr als 200 Tagen auf etwa 122 Tage zu verringern und so den Backlog schneller abzuarbeiten. Ob die zweite Schicht tatsächlich bereits ihre Arbeit aufgenommen hat, ist unbekannt. Pratt & Whitney will außerdem bereits eine Hardware-Änderung an den Triebwerksschaufeln umgesetzt haben, die in neu produzierte Motoren sowie in die Triebwerke, die durch die Wartung gehen, implementiert werden soll. Als direkte Auswirkung des Triebwerksmangels hatte die USAF bereits im Frühjahr beschlossen, die Zahl der Airshow-Auftritte für die F-35 zu reduzieren, um sicherzustellen, dass die Flugzeuge für Einsatz und Training verfügbar sind.