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A-10-Pilot: 7.000 Stunden im Warzenschwein-Cockpit

Meilenstein für A-10-Pilot 7.000 Stunden im Warzenschwein-Cockpit

Das hat vor ihm noch keiner geschafft: Als erster Pilot erreichte Lieutenant Colonel John "Karl" Marks 7.000 Flugstunden auf der A-10 Thunderbolt II. Damit avanciert er zu einem der erfahrensten Piloten der gesamten Air Force. Und "Karl" hat noch lange nicht genug...

7.000 Stunden. Das sind fast 292 Tage, mehr als 41 Wochen oder 9,6 Monate. In jedem Fall eine lange Zeit, wenn es darum geht, wieviel Zeit jemand im Cockpit eines einzigen Flugzeugmusters verbracht hat. John "Karl" Marks vom 442d Fighter Wing hat die Marke auf der Fairchild A-10 Thunderbolt II geknackt – bereits im September, als erster A-10-Pilot überhaupt. Seit beeindruckenden 32 Jahren ist der liebevoll "Warzenschwein" genannte Erdkämpfer Marks' tägliches Arbeitsgerät, das ihn in dieser langen Spanne auch durch zahlreiche Kampfeinsätze begleitete. Nur wenige andere Piloten der US Air Force können überhaupt eine vergleichbare Zahl an Flugstunden vorweisen. Kein Wunder, dass jüngere A-10-Piloten gerne zu ihm aufschauen. Sein Kommandeur, Brigadegeneral Mike "Angry" Schultz, bringt es auf den Punkt: "'Karl' ist wirklich eine Legende."

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Gemeinsam in Würde ergraut, aber lange noch nicht müde: Lt. Col. "Karl" Marks vor seinem Arbeitsgerät, der A-10 Thunderbolt II.

23 Panzer an einem Tag

An insgesamt 13 militärischen Operationen nahm Marks in seiner langen Dienstzeit mit der A-10 teil, beginnend mit Desert Storm 1991 im Irak bis hin zu sechs Afghanistan-Missionen, deren letzte erst knapp ein Jahr zurückliegt. 358 Mal hob er zum scharfen Einsatz ab, zerstörte unzählige gegnerische Panzer – allein 23 am 25. Februar 1991 während dreier Einsatzflüge bei der Operation Desert Storm. Heute, als Pilot der Air Force Reserve, findet er vor allem daran Gefallen, nachfolgenden Generationen von Kampfpiloten sein Wissen weiterzuvermitteln. Seine Liebe zur A-10 hat er in all den Jahren nicht verloren: "Die Chance, die A-10 zu fliegen, ist der Grund, warum ich jeden Tag zur Arbeit gehe", unterstreicht Marks. "Das Flugzeug ist auch nach 32 Jahren nicht alt oder langweilig, sondern immer noch fantastisch und eine Herausforderung."

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Seinen Flugstunden-Meilenstein beging Marks mit dem jüngsten Piloten des Geschwaders als Flügelmann: 1st Lt. Dylan Mackey. Einst war Marks bereits mit Mackeys Vater geflogen.

Mit Fernglas im Cockpit

Während seiner langen Karriere hat "Karl" so ziemlich alle Upgrades des heute eher primitiv wirkenden "Warzenschweins" miterlebt. Dennoch hat er sich einige Gewohnheiten alter Tage erhalten. So fliegt er nach wie vor mit einem Fernglas im Cockpit – als einer der letzten A-10-Piloten, wie er selbst betont. Das bordeigene Zielsystem der Thunderbolt II sei zwar modernisiert worden, aber nach wie vor nicht farbig, und das Fernglas biete zusätzliche Sicherheit und Schnelligkeit beim Erkennen von Freund und Feind. Noch mindestens drei Jahre dürfte er diese Methode beibehalten, denn so lange will "Karl" auf alle Fälle noch die A-10 weiterfliegen. Dann erreicht er das reguläre Alter für eine Pensionierung – doch wenn es nach ihm geht, soll selbst das nicht der Schlusspunkt sein: "Ich hoffe, dass ich meinen Dienst bis zu meinem 62. Geburtstag verlängern kann, wenn die Luftwaffe mich lässt. Es war ein wilder Ritt bis hierhin, und ich habe noch einige Flüge vor mir."