Noch immer fungieren die MiG-29 der bulgarischen Luftwaffe als Wächter des Himmels über ihrem Heimatland – auch wenn inzwischen mit den ersten F-16V aus den USA das Nachfolgemuster auf dem Hof steht. Doch solange die brandneuen F-16V nicht einsatzfähig sind, bleiben die MiGs an ihrer Heimatbasis Graf Ignatiewo in stetiger Alarmbereitschaft, um bei drohendem Unheil Tag und Nacht binnen Minuten in der Luft zu sein.
In Graf Ignatiewo hält die bulgarische Luftwaffe zu diesem Zweck, auf NATO-Vorgaben abgestimmt, rund um die Uhr eine Alarmrotte von zwei Maschinen in ständiger Einsatzbereitschaft. Insgesamt nutzen die Bulgaren noch ein halbes Dutzend MiG-29 und wollen das Muster, abhängig von den Möglichkeiten der Ersatzteilbeschaffung, noch bis 2030 weiterfliegen.
Am Abend des 18. Oktober, Sonntag also, gab es für die bulgarische MiG-Alarmrotte (im NATO-Fachjargon QRA, Quick Reaction Alert) wieder einen Grund, die Nachbrenner zu zünden: Ein Airbus A320 von Austrian Airlines erklärte über den Transpondercode 7700 eine Luftnotlage – und meldete sich am Flughafen Sofia zur außerplanmäßigen Landung an.
"Alpha Scramble" für MiG-29
Mit dem Transponder-Code 7700 ("Seven Seven, going to heaven") signalisieren Crews von Verkehrsflugzeugen den Leitstellen am Boden eine Ausnahmesituation, die aus Sicherheitsgründen eine möglichst sofortige Landung erfordert. Dabei kann es sich um einen technischen Defekt handeln, aber beispielsweise auch um einen medizinischen Notfall an Bord.
Nicht in jedem Fall löst die durch den Code 7700 in Gang gesetzte Befehlskette auch den Alarmstart ("Alpha Scramble") der für das jeweilige Gebiet zuständigen QRA aus. Dass die Meldung der Austrian-A320 dennoch die MiG-29 aus Graf Ignatiewo auf den Plan rief, die den Airbus mit dem Kennzeichen OW-LZE im bulgarischen Luftraum abfingen und zu seinem spontanen Ausweichziel geleiteten, hat einen bestimmten Grund.

Die Besatzung eines Airbus A320 von Austrian Airlines erhielt untewregs von Tel Aviv nach Wien eine Bombendrohung. An Bord ließ sich allerdings kein Sprengsatz finden.
Bombendrohung gegen Austrian-Flug
Denn wie die Airline inzwischen auch offiziell bestätigte, hatte die Besatzung des Fluges OS082 von Tel Aviv nach Wien kurz zuvor die Information erhalten, dass sie möglicherweise eine Bombe an Bord habe.
Daraufhin brach die Besatzung den Weiterflug nach Wien ab und entschied sich zur Landung in Sofia – wofür sie am Himmel Geleit von der MiG-29-Alarmrotte erhielt.
Nach der Landung in der bulgarischen Hauptstadt wurde die A320 sofort evakuiert, anschließend durchsuchten Spezialisten das Flugzeug. Eine Bombe oder andere verdächtige Gegenstände fanden sie allerdings nicht.
Die OE-LZE machte sich schließlich um kurz vor 3 Uhr morgens (Ortszeit) auf zu ihrem finalen Zielort Wien.





