Bei der Frage nach der Gesamtzahl der aktiven Su-34 in den Reihen der russischen Luftstreitkräfte gehen die Angaben je nach Quelle auseinander. Die Schätzungen schwanken zwischen etwa 140 und rund 200 Exemplaren. Unzweifelhaft aber ist, dass der "Frontbomber", der von der NATO "Fullback" genannt wird, zu den wichtigsten Kampfflugzeugmustern im Repertoire gehört – und das nicht erst seit Beginn der russischen Angriffe auf die Ukraine.
Die Su-34 ist optimiert für den taktischen Einsatz gegen geschützte Bodenziele, kann aber auch Seeziele angreifen, Luft-Luft-Lenkwaffen mitführen oder Aufklärung betreiben. Im Ukraine-Krieg machte sie vor allem mit dem Abwurf von Gleitbomben Schlagzeilen, deren Gewicht bis zu 3000 Kilogramm beträgt und die von der ukrainischen Flugabwehr nur schwer abzufangen sind.
Allerdings schlägt sich das intensive Einsatzpensum auch in den Verlustmeldungen nieder. Offiziell sind diese zwar nicht bestätigt, aber seit Beginn der Angriffe am 24. Februar 2022 dürfte Russland zwischen 30 und 40 Su-34 verloren haben. Dazu kommt ein erhöhter Wartungsaufwand, um dem Verschleiß im Fronteinsatz entgegenzuwirken.

Mit ihrem "Entenschnabel"-Bug und dem Cockpit mit nebeneinanderliegenden Sitzen ist die Su-34 auch für Laien leicht zu identifizieren.
Wenige Auslieferungen in 2026 – bis jetzt
Im Flugzeugwerk W.P. Tschkalow in Nowosibirsk ist man daher weiter bemüht, die Produktion neuer Su-34 auf maximal möglicher Stufe weiterzuführen. Im laufenden Jahr gab es bislang allerdings trotzdem kaum Auslieferungen an die russische Luftwaffe – zumindest kaum welche, die bekanntgegeben wurden. Dafür erhielt Algerien als erster Exportkunde für die Su-34 (mindestens) zwei Exemplare.
Nun berichtet die staatliche Flugzeugbau-Holding UAC (OAK), sie habe jüngst eine "Charge" neuer Su-34 an die russische Luftwaffe übergeben. Wie viele Flugzeuge diese "Charge" umfasst, bleibt unklar – Bild- und Videomaterial deuten jedoch darauf hin, dass es mindestens zwei, womöglich auch vier "Frontbomber" waren, die in diesem Zuge an die Einsatzkräfte gingen.
Die bislang einzige Lieferung 2026, mutmaßlich zwei Exemplare, datierte von Anfang Juli. Im vergangenen Jahr hatte Ruslands Luftwaffe noch sieben Chargen neuer Su-34 erhalten, inoffiziellen Angaben zufolge insgesamt 18 Maschinen. 2024 sollen es 16 gewesen sein.
Bestätigte Lieferzahlen gibt es aus Russland 2022 keine mehr.

Hinter dem Cockpit besitzen neu ausgelieferte Su-34 eine flache, aber deutlich erkennbare Kommunikationsantenne.
Frontbomber wird stetig verbessert
Basierend auf den Erfahrungen im Ukraine-Krieg arbeiten die Russen indes weiter an der Verbesserung ihres Jagdbombers, der im Einsatz laut Herstellerangaben bis zu zehn Stunden in der Luft bleiben kann, ohne auftanken zu müssen. So scheinen neue Kommunikationselemente Einzug in die Su-34 gefunden zu haben, erkennbar an der flachen Antenne hinter dem Cockpit.
Bereits seit 2024 nutzen die russischen Su-34 überdies den modularen "Angriffs- und Aufklärungskomplex" UKR – einen zentral unter dem Rumpf montierten Behälter, der laut russischen Quellen in drei Varianten verfügbar ist: mit dem leistungsstarken Seitensichtradar Pika-M (RL), mit optischer Kamera und Infrarot-Scanner (OE) sowie mit einer SIGINT-Ausstattung für die elektronische Aufklärung (RT).
Weitere Su-34 in der Pipeline
In der Flugzeugfabrik Nowosibirsk bereitet man offenbar schon die nächsten Folgelieferungen vor. "Neue Serien der Su-34 werden bereits gefertigt", heißt es dazu in einer Pressemitteilung von UAC.
Der Generaldirektor des Konsortiums, Wadim Badecha, kommentierte ergänzend, das Werk halte "die Produktion von Kampfflugzeugen auf hohem Niveau aufrecht" und erfülle damit die entsprechenden Verpflichtungen gegenüber dem russischen Verteidigungsministerium. "Unsere Mitarbeiter in den Werken optimieren ständig die Produktionsprozesse, um das notwendige Produktionsvolumen an Flugzeugen sicherzustellen", so Badecha weiter.





