Neue "Super Suchoi"-Kampfjets landen in Belarus: Su-30SM2 für Weißrussland

Suchoi Su-30SM2 für Weißrussland
Neue „Super Suchoi“-Kampfjets landen in Belarus

ArtikeldatumVeröffentlicht am 02.02.2026
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Die ersten Kampfjets, die Russlands Flugzeugbauer im neuen Jahr fertigstellen, gehen nicht an die einheimischen Luftstreitkräfte, sondern ins – wenn auch eng verbündete – Ausland. Mutmaßlich zwei Suchoi Su-30SM2 mit belarussischen Hoheitskennzeichen schwebten Ende Januar auf dem verschneiten Fliegerhorst Baranawitschy im Westen Weißrusslands ein. Die fabrikneuen Maschinen kamen aus dem sibirischen Irkutsk, wo die Su-30 endmontiert wird.

Die Su-30SM2 ist die modernste Ausführung des zweisitzigen Mehrzweck-Kampfjets. Belarus, das bereits die "alte" Su-30SM fliegt, erhielt die erste Lieferung aus Irkutsk im Mai 2025. Weitere Auslieferungen folgten im August und im Dezember 2025, sodass die nun übergebene "Charge" die vierte insgesamt darstellt. Wie viele Flugzeuge genau damit jetzt in Diensten der belarussischen Luftwaffe stehen, ist offiziell unklar, da seit Jahren weder Russland noch Weißrussland dazu konkrete Angaben machen. Der üblichen Praxis folgend, nach der die Russen neue Kampfjets meist paarweise an die Einsatzkräfte überführen, dürften sich im Repertoire der Weißrussen jedoch acht Su-30SM2 finden.

Neue Su-30SM2 landen im vereschneiten Belarus.
Verteidigungsministerium Belarus

Su-30SM2 für Belarus

Belarus hatte in Russland ursprünglich nur die Su-30SM bestellt und die ersten beiden Exemplare 2019 erhalten. Weitere zwei Su-30SM folgten 2021. Maßgeblich wegen Russlands Angriff auf die Ukraine fanden danach keine weiteren Lieferungen mehr statt. Stattdessen wurde voll auf die Su-30SM2 umgestellt, die weniger auf importierte Komponenten angewiesen ist als die Ausgangsversion. Für letztere hatten die Russen unter anderem auf Avionikteile des französischen Thales-Konzerns zurückgegriffen.

"Super Suchoi"

In Russland trägt die neueste Variante des zweisitzigen Mehrzweckkampfjets Su-30 den Spitznamen "Super Suchoi". Tatsächlich wartet das Muster in der SM2-Ausführung mit einigen Verbesserungen auf: So besitzt die Su-30SM2 stärkere Triebwerke in Gestalt von zwei AL-41F-1S-Turbofans aus dem Hause NPO Saturn, wie sie auch in der einsitzigen Su-35S zu finden sind. Diese leisten gegenüber dem bisher auf der Su-30SM eingesetzten AL-31FP pro Stück rund 20 kN mehr Schub. Das verleiht der Su-30SM2 eine höhere Nutzlast, mehr Reserven und bessere Flugeigenschaften. Darüber hinaus ist das auch als "Erzeugnis 117S" (Isdelije 117S) bekannte Triebwerk sparsamer und weniger wartungsintensiv.

In der Nase der Su-30SM2 arbeitet das ebenfalls aus der Su-35S bekannte PESA-Radar Irbis-E, das als weltweit stärkstes Radarsystem mit passiver elektronischer Strahlschwenkung gilt. Interessant ist auch das in der Su-30SM2 verbaute Kommunikations- und Datenaustauschsystem OSNOD. Mit dessen Hilfe soll die "Super Suchoi" in der Lage sein, "Informationen mit Drohnen auszutauschen und sie sogar zu steuern", wie die russische Tageszeitung Iswestija 2022 schrieb.

Neue Su-30SM2 landen im vereschneiten Belarus.
Verteidigungsministerium Belarus

Luftverteidigung als Hauptaufgabe

Für den bislang einzigen Exportkunden dürfte diese Zusatzfunktion aktuell eine untergeordnete Rolle spielen. Belarus setzt seine Su-30SM/SM2 nach eigenen Angaben vor allem für die Luftverteidigung ein. Hauptaufgabe sei "der Schutz der Luftgrenzen unseres Landes", gab Alexander Beljajew, Vize-Chef der belarussischen Luftwaffe, anlässlich der Ankunft der jüngsten Neuzugänge in Baranawitschy zu Protokoll.