Legendärer Tarnkappenjäger F-117 wird ausgestellt - Nighthawk geht ans Smithsonian Museum

Nighthawk geht ans Smithsonian Museum
Legendärer Tarnkappenjäger F-117 wird ausgestellt

ArtikeldatumVeröffentlicht am 15.09.2026
Als Favorit speichern

Das National Air and Space Museum der Smithsonian Institution erweitert seine Sammlung um ein Stück Luftfahrtgeschichte: Die US-Luftwaffe übergibt dem Museum eine Lockheed F-117 Nighthawk.

Sie gilt als erstes einsatzfähiges und in Serie gefertigtes Tarnkappenkampfflugzeug der Welt. Bekannt gegeben wurde die Schenkung am 14. September.

Von den Skunk Works in die Ausstellungshalle

Die Maschine wurde bei Lockheed Martins Entwicklungsabteilung "Skunk Works" in Burbank (Kalifornien) für die museale Präsentation vorbereitet. Den Transport übernimmt die 512th Airlift Wing der Air Force Reserve.

An Bord einer C-5M Galaxy soll der Jet in Einzelteilen zum Flughafen Washington Dulles in Virginia geflogen werden. Dort wird er im Mary Baker Engen Restoration Hangar des Steven F. Udvar-Hazy Center in Chantilly wieder zusammengesetzt, einsehbar für Besucher durch eine Glasgalerie. Der Ausstellungsstart ist für Ende Oktober vorgesehen.

"Der Überflieger"

Das nun ans Museum gehende Exemplar trägt den Spitznamen "The Overachiever" (Der Überflieger). Es ist die einzige bekannte F-117, die in allen vier großen Kriegen, die die USA seit der Entwicklung des Musters bis 2003 geführt haben, im Einsatz war: bei der Invasion Panamas 1989, dem Golfkrieg 1991, dem NATO-Einsatz im Kosovo-Krieg 1999 sowie dem Irakkrieg 2003. Der einzige Verlust einer F-117 ereignete sich 1999 während der NATO-Luftschläge gegen Jugoslawien.

Die F-117 gilt als Wegbereiterin der modernen Tarnkappentechnologien. Dementsprechend prägte das Design der Maschine nachfolgende Generationen von Kampfflugzeugen maßgeblich.

DESERT SHIELD
Film

Ihre Entwicklung geht auf die 1970er-Jahre zurück, als das US-Militär erstmals gezielt in Jagdbomber investierte, die unentdeckt in gegnerischen Luftraum eindringen sollten, um den aufwendigen Begleitschutz durch Störflugzeuge überflüssig zu machen.

Im Auftrag der Forschungsbehörde DARPA arbeiteten Lockheed und Northrop ab 1975 an Konzepten mit extrem reduzierter Radarrückstrahlfläche. Lockheed setzte sich im sogenannten XST-Wettbewerb durch und entwickelte unter dem Codenamen "Have Blue" zwei kleine Prototypen, deren gesamte äußere Form von den Anforderungen der Tarnkappentechnik bestimmt wurde.

Da die Rechenleistung der damaligen Computer begrenzt war, entschieden sich die Ingenieure für eine facettenartige Bauweise aus zueinander geneigten, ebenen Flächen. Nur so ließ sich die Radarreflexion in vertretbarer Zeit berechnen.

Der Erstflug einer Have-Blue-Maschine fand Ende 1977 auf dem geheimen Testgelände Groom Lake in Nevada statt. Die überzeugenden Ergebnisse führten rasch zur Auftragsvergabe für eine Serienversion, die bereits gut zweieinhalb Jahre später, 1981, ihren Jungfernflug absolvierte.

Nach kleineren Anpassungen, etwa am Leitwerk, ging die F-117A 1982 in Produktion; bis 1990 wurden 59 Exemplare an die US Air Force ausgeliefert. Ihre Existenz hielt das Militär lange geheim und stationierte die Maschinen versteckt auf der Basis Tonopah.