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RAF und Royal Navy

Sea King sagt Goodbye!

Bis auf die Version mit Frühwarnradar haben die Royal Air Force und die Royal Navy ihre jahrzehntealten Westland Sea King außer Dienst gestellt.

Noch einmal machten die grünen „Junglie“ Sea King Mark 4 der 848 Naval Air Squadron am 20. März einen Abstecher zur MHS „Bulwark“, die vor der britischen Südwestküste kreuzte. Auch seine erste Decklandung hatte der Transporthubschrauber des Joint Helicopter Command im Januar 1980 auf der „Bulwark“ gemacht – allerdings auf dem alten, 1948 gebauten Träger, der als „Rusty B“ bekannt war. In den über 36 Jahren dazwischen verdiente sich der robuste Helikopter den Respekt seiner Crews und der Soldaten, die mit ihm ins Gefecht gebracht oder evakuiert wurden.

Gleich zu Beginn seiner Karriere stand für die Sea King HC4 mit dem Falklandkrieg 1982 eine große Bewährungsprobe an. Dabei wurden die Hubschrauber auch von argentinischen A-4 beschossen und waren unter anderem bei der Rettungsaktion für die Überlebenden der HMS „Coventry“ mit dabei. Weitere Einsätze in Sierra Leone, dem Libanon, den Philippinen und in der Karibik folgten – nicht zu vergessen natürlich die Teilnahme an der Operation Desert Storm im Irak.

In Afghanistan waren die HC4 vier Jahre lang von Camp Bastion aus im Einsatz. Für die Crews der 845 und 846 Naval Air Squadron kamen dabei rund 12 500 Flugstunden zusammen, bei denen über 80 000 Soldaten transportiert wurden. In den letzten Jahren schrumpfte dann die einst 41 Hubschrauber starke Flotte sukzessive. Zuletzt blieben noch fünf flugfähige Exemplare bei der 848. Marinestaffel übrig, die am 24. April offiziell aufgelöst wurde. Die Transportrolle für die Kommandokräfte hat nun die Finmeccanica (AgustaWestland) Merlin übernommen.

Nachdem die Sea King HU5 der 771 Naval Air Squadron Ende 2015 ihre Aufgabe im Such- und Rettungsdienst von Culdrose und Glasgow-Prestwick aus aufgegeben hat, verbleiben bei der Royal Navy nur noch einig Sea King ASaC7 (Airborne Surveillance and Control) der 849 Naval Air Squadron in Culdrose im Dienst. Sie sind mit ihren Searchwater-Radargeräten noch einige Jahre unverzichtbar.

Eine Crew der 22 Squadron (links nach rechts: Wing Commander 'Sparky' Dunlop (captain and Officer Commanding 22 Squadron), Sergeant Dan Allanson, Sergeant Russ Jenkins and Flight Lieutenant 'PJ' Howard) flog den letzten scharfen Such- und Rettungseinsatz der Royal Air Force in Großbritannien (Foto: RAF SAR Peter Devine/Crown Copyright).

Unterdessen hat auch die Royal Air Force ihre verbliebenen Sea Kings abgestoßen. Die HAR3/3A waren zuletzt für den Such- und Rettungsdienst im Einsatz. Die letzte Mission in dieser Rolle in Großbritannien wurde im vergangenen Oktober von der 22 Squadron geflogen. Danach blieben noch zwei HAR3 auf den Falklandinseln auf Posten, bevor auch dort Anfang April ein ziviler Betreiber den SAR-Dienst übernahm. AAR wird in Zusammenarbeit mit British International Helicopters und ARS zwei Finmeccanica AW189 verwenden. Der Zehnjahresvertrag hat ein Volumen von 180 Millionen Pfund (228 Mio. Euro).

Die SAR-Ausschreibung für die Bri­tischen Inseln selbst gewann Bristow Helicopters, dessen Zehnjahresvertrag mit 1,6 Milliarden Pfund (2 Mrd. Euro) dotiert ist. Zehn Sikorsky S-92 und zehn AW189 werden von Caernarfon, Humberside, Inverness, Lee-on-Solent, Manston, Newquay, Prestwick, St. Athan, Stornoway und Sumburgh aus eingesetzt.

FLUG REVUE Ausgabe 06/2016

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