Russische Il-76 landen vermehrt in Teheran: Gold- und Waffentransporte?

Transport von Gold und Waffen?
Russische Il-76 fliegen vermehrt nach Teheran

ArtikeldatumVeröffentlicht am 15.01.2026
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Russische Il-76 fliegen vermehrt nach Teheran
Foto: N509FZ, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Ende des vergangenen Jahres explodierten die Spannungen im Iran. Die Unruhen im Land begannen Ende Dezember mit Protesten von Ladenbesitzern in Teheran gegen den Wertverfall der iranischen Währung und entwickelten sich innerhalb weniger Tage zu landesweiten Demonstrationen gegen die Regierung.

Neben der hohen Inflation kämpft die Bevölkerung mit einer Reihe an ökonomischen Krisen wie steigender Arbeitslosigkeit, Stromausfällen und Wasserknappheit. Seit dem 8. Januar haben die Behörden eine nahezu vollständige Kommunikationssperre verhängt. Tausende Iraner wurden im Zuge der Proteste verhaftet.

Parallel zu den Unruhen begannen russische Frachtflugzeuge in ungewöhnlich großer Zahl zwischen Russland und Teheran zu pendeln. Beobachter vermuten, Moskau bereite möglicherweise die Flucht der Staatsführung vor.

Dutzende Flüge seit Dezember

Zwischen dem 27. Dezember 2025 und dem 1. Januar 2026 flogen Transportmaschinen vom Typ Il-76TD vermehrt zwischen Mineralnyje Wody im Nordkaukasus und Teheran. Videos in den sozialen Medien zeigen eine der Maschinen im Landeanflug über der Hauptstadt.

Der britische Abgeordnete Tom Tugendhat machte die Flugbewegungen öffentlich und berichtete von Geheimdienstmeldungen über Goldtransporte, die den Iran verließen. Tugendhat erklärte vor dem Parlament, man gehe davon aus, dass die iranische Regierung sich damit auf ein "Leben nach dem Regimefall" vorbereiten würde.

Das Szenario verdichtet sich durch Berichte, wonach Irans Oberster Führer Ali Chamenei einen Evakuierungsplan entwickelt habe. Sollte es nicht gelingen, die Proteste niederzuschlagen, soll er mit Vertrauten nach Moskau fliehen, inklusive iranischer Goldreserven.

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Flugroute über den Kaukasus

Die Routen der russischen Iljuschins nutzten den Kaukasus als Transitzone und überflogen damit keinen NATO-Luftraum, wie es beispielsweise bei einem Flug über die Türkei der Fall wäre. Flugverfolgungsdaten bestätigen die Landung von mindestens fünf russischen und belarussischen Il-76 in Teheran seit dem 1. Januar 2026.

Manche Beobachter spekulieren, Russland transportiere mit den Maschinen schweres Militärgerät für die iranische Armee oder möglicherweise russische Militärtechniker zur Wartung und zum Einsatz dieser Systeme. Russland und der Iran beliefern sich gegenseitig mit Waffen und Munition. Die Vermutung liegt also nahe, die Il-76 würden zusätzliches Militärmaterial transportieren.

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Ebenso wird in den sozialen Medien spekuliert, es sei auch chinesische Militärtechnik an Bord. Iran, China und Russland kooperieren militärisch auf verschiedenen Ebenen. Zuletzt bei der "Will for Peace 2026" Marine-Übung der BRICS-Staaten vor der südafrikanischen Küste.

Zivilflugzeuge statt Militärtransporter

Allerdings kommen bei den Flügen bislang keine Il-76 der russischen Luftwaffe zum Einsatz. An den Transporten beteiligt sind vielmehr zwei private Frachtunternehmen: die russische Firma Aviacon Zitotrans und die belarussische Gesellschaft Rubystar Airways, wie das Luftfahrtfachmagazin Air Cargo Week berichtet.

Durch die Nutzung privater Flugzeuge und die diskrete Route über Nicht-NATO-Luftraum sollten die Flüge womöglich weniger Aufmerksamkeit erregen als offizielle Militärtransporter. Was die Iljuschins tatsächlich geladen hatten, bleibt indes vorerst Spekulation.