Iljuschin Il-76 rettet 300 Hunde und Katzen Screenshot Youtube
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Afghanistan: Iljuschin Il-76 rettet 300 Hunde und Katzen

Sondertransport aus Afghanistan Iljuschin Il-76 rettet 300 Hunde und Katzen

Als im Sommer 2021 in Afghanistan wieder die Taliban die Macht übernahmen, verließen zahlreiche Menschen Hals über Kopf das Land. Zurück blieben hunderte herrenlose Haustiere. Nun wurden auch diese ausgeflogen – per Sondertransport, an Bord einer Iljuschin Il-76.

Dieser Tiertransport sucht seinesgleichen: Am vergangenen Dienstag in den frühen Abendstunden schwebte auf dem Internationalen Flughafen von Vancouver in Kanada eine Iljuschin Il-76TD ein. Der schneeweiße Frachter mit dem Kennzeichen RA-76502 gehört der russischen Cargo-Airline Aviacon Zitotrans aus Jekaterinburg, die ihn unter der Flugnummer AZS4001 aus Kabul nach British Columbia hatte fliegen lassen. Zwei Tage zuvor war die Il-76 in der afghanischen Hauptstadt gestartet – beladen mit annähernd 300 herrenlosen Hunden und Katzen. Diese waren in den Chaostagen vom Sommer 2021, als mit dem Abzug der USA und ihrer Partner zahlreiche Ausländer und afghanische Hilfskräfte vor den Taliban Reißaus nahmen, ohne ihre Besitzer in Kabul zurückgeblieben.

Aviacon Zitotrans
Im Sommer in Kabul zurückgelassen, Ende Januar in den Flieger nach Kanada verladen: Hunde und Katzen aus Afghanistan auf dem Weg in ein neues Leben.

Neue Heimat Nordamerika

In Kanada und den USA, so der Plan, sollen sie nun ein neues Zuhause finden – oder wieder mit ihren früheren Besitzern vereint werden. Sorgsam verpackt in stabile Boxen, fanden sie zu diesem Zweck am 30. Januar auf dem Flughafen Hamid Karsai in Kabul den Weg in den Bauch der Iljuschin. Es sei ein regelrechtes "Katzenkisten-Tetris" gewesen, scherzte Charlotte Maxwell-Jones von der Kabul Small Animal Rescue (KSAR), einer kleinen Tierklinik, in deren Obhut die Haustiere sich seit August befunden hatten. Maxwell-Jones überwachte das Verladen der Tiere mit Argusaugen. Im Flug, der mit Zwischenstopps in der Türkei und Island nach Vancouver führte, wurden sie von Helfern der Tierschutz-Organisation SPCA International betreut und umsorgt.

Aviacon Zitotrans
Die Il-76TD fasst 48 Tonnen Nutzlast. Rund 300 Hunde und Katzen fliegen aber eher selten mit.

"Mission Possible"

Die SPCA (Society for the Prevention of Cruelty to Animals) hatte die große Tierrettungsaktion unter dem Projektnamen "Mission Possible" in die Wege geleitet. Die Vorbereitungen dafür waren bereits im August 2021 angelaufen. In der russischen Fracht-Airline Aviacon Zitotrans fanden die Tierfreunde schließlich einen kompetenten und willigen Verbündeten. Für deren Ladungsmeister war die sensible Fracht eine besondere Herausforderung – mussten sie die Tierboxen doch so stapeln, dass auch die mitreisenden Veterinäre und Betreuer genug Platz fanden. Außerdem mussten die Kisten während der Reise stets zugänglich bleiben, um sie zu säubern und die Tiere mit Essen und Trinken zu versorgen. Damit sich die Hunde und Katzen an Bord möglichst wohl fühlten, optimierte die Aviacon-Crew den Druck im Frachtraum und regulierte die Temperatur auf 20 bis 23 Grad Celsius.

Vielbeachteter Flug

Für die Besatzung im Cockpit gab es mit der Wahl der Flugroute noch eine weitere Nuss zu knacken. So war es laut Aviacon Zitotrans ursprünglich geplant, von Kabul aus nach Nordosten zu fliegen und in Sibirien sowie im eiskalten Jakutsk zwischenzulanden. Diese Idee habe man aber aufgrund der rauen Wetterlage verworfen und sich stattdessen für eine westliche Flugroute entschieden. "Wir freuen uns, Teil der Rettungsbemühungen der SPCA und mehrerer anderer Tierschutzorganisationen zu sein, die diese Mission möglich gemacht haben", erklärte die Airline im Nachgang der Aktion auf ihrer Webseite. Für Aviacon Zitotrans hat sich der Flug auch marketingtechnisch gelohnt: Bei seiner Ankunft in Vancouver am 1. Februar war AZS4001 auf Tracking-Apps der meistverfolgte Flug weltweit.

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