Norwegische F-35A identifizierten nach Angaben der norwegischen Luftwaffe am 27. Februar eine russische Flugformation über der Barentssee und verfolgten diese. Das norwegische Verteidigungsministerium bestätigte, dass die russischen Maschinen nicht in norwegisches Hoheitsgebiet eindrangen.
An dem Einsatz war zunächst nichts Besonderes, immerhin ist Luftraumüberwachung für die NATO Routine und Begegnungen mit russischen Kampfflugzeugen im internationalen Luftraum kommen dabei häufig vor. Ein Teil der russischen Formation, die aus zwei Tu-95-Langstreckenbombern und zwei Su-35S als Eskorte bestand, erregte am 27. Februar allerdings ganz spezielle Aufmerksamkeit.
Denn eine der beiden Su-35S trug die Farben des Kunstflugteams "Russische Ritter", das normalerweise bei nationalen und internationalen Luftfahrtausstellungen auftritt. Die Maschine war jedoch nicht im Show-Modus unterwegs, sondern mit Luft-Luft-Raketen ausgerüstet und befand sich in voller Kampfkonfiguration.
Die Beteiligung des Kunstflugstaffel-Jets an der Eskorte der russischen Tu-95 ist ungewöhnlich. Eigentlich stehen die Flugzeuge des in Kubinka bei Moskau beheimateten Kunstflugteams offiziell nicht für operative Luftwaffeneinsätze zur Verfügung.

Die russischen Ritter ( Russkije Witjasi) fliegen ihre Show-Darbietungen mit bis zu sechs Su-35S. Bis 2019 setzte die Staffel die doppelsitzige Su-30SM ein.
Gehen Russland die Su-35S aus?
Wieso die Maschine an dem Einsatz am 27. Februar beteiligt war, ist unklar. Insgesamt wird die Flottenstärke der russischen Su-35S auf über 100 Exemplare geschätzt. Auch die Produktion läuft weiter. Im vergangenen Jahr wurden zwischen 17 und 20 Maschinen an die russischen Luftstreitkräfte übergeben. Möglich ist jedoch, dass die bestehende Flotte durch den Einsatz in der Ukraine zunehmend erschöpft ist und daher, zumindest zeitweise, für den jüngsten Einsatz keine reguläre Maschine zur Verfügung stand.
Wie russischen Medien berichten, sollen die Piloten der "Russischen Ritter" regelmäßig an Einsätzen beteiligt sein, allerdings nicht mit den Flugzeugen der Kunstflugstaffel.
Die "Russischen Ritter" ( Russkije Witjasi) gibt es seit 1991. Nach der Gründung flog das Team zunächst Su-27. Seit Oktober 2016 setzte es Su-30SM ein. Von 2019 bis 2020 erhielt die Staffel dann ihre fabrikneuen Su-35S – von denen eine jetzt an der Tu-95-Eskorte beteiligt war.
Ähnliche Formation vor Alaska
Die Konstellation selbst, bestehend aus Tu-95-Bomber und Su-35S-Geleitschutz, ist indes nicht einzigartig. Erst am 19. Februar registrierte das nordamerikanische Luftverteidigungskommando NORAD eine vergleichbare russische Formation: zwei Tu-95, zwei Su-35S und ein Frühwarnflugzeug Berijew A-50. Hier war das Kunstflugteam nicht beteiligt, zumindest kein Flugzeug desselben.
Im September 2025 flog eine russische Formation in die Alaskan Air Defense Identification Zone (ADIZ) ein. Auch hier bestand die Gruppe aus Tu-95-Bombern und zwei Su-35S.
Wie NORAD in beiden Fällen mitteilte, blieben die russischen Maschinen im internationalen Luftraum und verletzten nicht das Hoheitsgebiet der USA oder Kanadas.





