Der strategische Bomber Tu-95MSM ist laut einem Herstellervertreter mit einem modernen astronomischen Navigationssystem ausgerüstet, das eine Orientierung anhand der Sterne ermöglicht.
Ein solches System fehle sogar auf der deutlich jüngeren Tu-160 "Weißer Schwan", dem anderen strategischen Flugzeug der russischen Fernfliegerkräfte. Das berichtete der militärische Fernsehsender Swesda.
Höhere Navigationsgenauigkeit
Ein Vertreter des Entwicklerteams erklärte, die Navigationsgenauigkeit sei durch das System deutlich gestiegen. Er äußerte die Erwartung, das Gerät werde künftig auch auf anderen Langstreckenflugzeugen zum Einsatz kommen. Auf der Tu‑160 wird zwar ebenfalls ein derartiges System verwendet, allerdings in einer "etwas veralteten" Ausführung.
Nach Angaben des Unternehmens dient das System in der Tu-95MSM zudem dazu, Reichweite und Treffgenauigkeit der Waffen sicherzustellen.
Modernisierung der gesamten Flotte
Die Tu-95 steht seit fast 70 Jahren im Dienst. Die MSM-Version ist eine stark modernisierte Variante der Tu-95MS, die in den 1980er-Jahren eingeführt und bis 1994 gebaut wurde.
Alle aktiven Tu-95MS sollen nach und nach auf den neuen Standard gebracht werden – einige Experten vermuten, dass bisher etwa 20 der verbliebenen rund 45 Exemplare modernisiert wurden. Genau feststellen lässt sich das allerdings nicht.
Den Erstflug absolvierte die erste Tu-95MSM am 22. August 2020, und zwar mit der umgerüsteten Maschine RF-94121 ("Rote 21"). Danach war es zunächst ruhig um das Projekt. Erst im Januar 2023 meldete der Flugzeugbaukonzern OAK einen weiteren Testflug, bei dem die Besatzung nach eigenen Angaben den Betrieb von Systemen und Ausrüstung überprüfte. Welche Systeme genau getestet wurden, blieb offen.
Die modernisierten Maschinen erhalten überarbeitete NK-12-Triebwerke der Variante NK-12MPM mit rund 15.000 PS. Dank neuer Konstruktionslösungen und verbesserter Propeller sollen sie vibrationsärmer und sparsamer laufen und so mehr Reichweite bringen.
Unfall Ende September
Am 29. September stürzte in der Oblast Amur eine noch nicht modernisierte Tu-95MS bei einem Trainingsflug kurz nach dem Start vom Fliegerhorst Ukrainka ab. Sechs Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Das Flugzeug, das laut offiziellen Angaben keine Bewaffnung an Bord hatte, wurde zerstört.
Nach ersten Berichten fielen im Steigflug offenbar drei der vier NK-12-Triebwerke nahezu gleichzeitig aus, Spekulationen verweisen auf ein Problem mit der Kraftstoffversorgung. Bestätigt ist das nicht: Das russische Verteidigungsministerium teilte lediglich mit, eine Unfallkommission habe die Ermittlungen aufgenommen.





