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Russlands bester Kampfjet

Suchoi Su-57 geht in Serie

Neun Jahre nach dem Erstflug geht Russlands Kampfjet der fünften Generation endlich in Serie: Wie die Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf die russische Regierung mitteilt, hat Suchoi mit der Massenfertigung der Su-57 begonnen.

Die erste Maschine aus der Serienfertigung soll noch 2019 an die russische Luftwaffe übergeben werden. Damit habe Hersteller Suchoi begonnen, seine vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen, zitiert die TASS aus einer Pressemitteilung des russischen Verteidigungsministeriums. Auf der Rüstungsmesse Armija 2019 Ende Juni in Kubinka hatten die Regierung und Suchoi einen Staatsvertrag über die Lieferung einer nicht näher definierten „Charge“ von Su-57 unterzeichnet. Diversen Agenturberichten zufolge beläuft sich diese Charge auf 76 Flugzeuge, die bis 2028 zu den russischen Luftstreitkräften stoßen sollen. Suchoi selbst spricht in einer Broschüre zum 80. Geburtstag des Unternehmens von „mehr als 70 Flugzeugen“.

Die Su-57 als Gegenstück zur F-22

Die Suchoi Su-57 ist das erste russische Kampfflugzeugprogramm, dessen Wurzeln nicht in der Ära des Sowjet-Flugzeugbaus liegen. Für die russische Luftfahrtindustrie ist ein Erfolg des Stealth-Kampfjets daher höchst bedeutsam. Der zu Anfang noch als T-50 bezeichnete Fighter gilt als Russlands Antwort auf die Lockheed F-22 Raptor und verfügt ebenso wie diese über Tarnkappeneigenschaften und interne Waffenschächte. Im Gegensatz zu ihrem US-amerikanischen Pendant ist das Design der Su-57 allerdings nicht ganz so kompromisslos auf eine geringe Radarsignatur optimiert. Dennoch soll die Su-57 nach Angaben der Staatsholding Rostec besser getarnt sein als die F-22 und auf dem Radar lediglich die Projektionsfläche eines Handballs liefern. Inwieweit dies tatsächlich zutrifft, ist jedoch eher Spekulation.

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Geringer Rumpfquerschnitt und große Steuerflächen: Die Su-57 vereint Stealth-Eigenschaften mit hoher Manövrierbarkeit. Seiten- und Höhenleitwerke sind voll beweglich.

Supercruise und super wendig

Weniger spekulativ sind dagegen die handfesteren Eigenschaften der Su-57. So punktet Russlands Top-Fighter ganz getreu seiner Suchoi-DNA mit extremer Wendigkeit und ist mit hochmoderner Avionik sowie einem AESA-Radar mit elektronischer Strahlschwenkung ausgestattet. Die beiden NPO Saturn-Triebwerke vom Typ AL-41F-1 lassen die Maschine auch ohne Nachbrenner Überschall erreichen („Supercruise“) und liefern mit zugeschalteten nachbrennern einen Gesamtschub von 286 kN. Zahlreiche große Steuerflächen und Schubvektordüsen wie bei der Su-35 ermöglichen derweil im Kurvenkampf beeindruckende Flugmanöver: Da die Triebwerke weit auseinander liegen, sind neben Steuerinputs um die Querachse auch Rollmanöver bei niedriger Geschwindigkeit machbar. Spätere Serienflugzeuge sollen darüber hinaus das verbesserte und vor allem stärkere Izdelije 30-Triebwerk erhalten.

Bis 2028 will Suchoi die 76 bestellten Su-57 an die russische Luftwaffe geliefert haben. Auch für den Export will man den Top-Fighter anbieten.

Mehrzweck-Kampfjet der fünften Generation

Bei der russischen Luftwaffe wird die Su-57 die Rolle eines klassischen Mehrzweckkampfflugzeugs einnehmen und damit zumindest teilweise das Erbe der berühmten „Flanker“-Familie antreten. Das Waffenarsenal reicht demzufolge von den Luft-Luft-Lenkwaffen K-74M2, K-77M und Izdelije 810 über die Luft-Boden-Raketen Ch-38M, Ch-35UE und CH-58USchK bis zu gelenkten Bomben des Typs KAB-205E. Dazu kommt eine Bordkanone mit Kaliber 30 Millimeter. Die maximale Waffenlast im Einsatz soll bei rund 7500 Kilogramm liegen. Wie alle bisherigen russichen Kampfflugzeuge ist auch die Su-57 dafür ausgelegt, von schlecht präparierten Pisten aus zu operieren.

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