Russlands verbesserte Su-57 haben immer noch alte Triebwerke

Modifiziert, aber nicht neu motorisiert
Russlands verbesserte Su-57 haben immer noch alte Triebwerke

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.02.2026
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"Eine große Charge" neu gebauter Su-57 soll es sein, die am 9. Februar im winterlichen Komsomolsk am Amur an die russische Luftwaffe übergeben wurde. Das schreibt das staatliche russische Flugzeugbau-Konsortium UAC (OAK) auf seinem Telegram-Kanal, gleichwohl ohne die genaue Zahl zu nennen. Seit Russlands Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 bleiben derlei Angaben unter Verschluss. Die von UAC veröffentlichten Foto- und Videoaufnahmen suggerieren allerdings, dass es sich bei der neuen Su-57-Charge wieder (wie meistens) um zwei Maschinen handelt – was wiederum objektiv betrachtet nicht gerade eine "große" Lieferung darstellen würde.

Auch die Anzahl der insgesamt bis jetzt an Russlands Luftstreitkräfte übergebenen Su-57 bleibt nebulös. Unabhängigen Schätzungen russischer Beobachter zufolge dürfte es sich um rund 30 bis 34 handeln, die seit 2020 den Weg zu den Einsatzverbänden fanden. Die jetzt erfolgte Lieferung ist mutmaßlich die erste seit Langem – zumindest die erste, die öffentlich bekanntgemacht wurde. 2025 gab es nach offizieller Lesart überhaupt keine neuen Su-57, die letzte von UAC kommentierte Auslieferung erfolgte im November 2024.

Neue Lieferung fabrikneuer Su-57 für die russische Luftwaffe - Start auf verschneitem Flugplatz.
UAC (OAK)

Verbesserte Sensorik und neue Waffen

Die vermeintlich lange Lieferpause könnte damit zusammenhängen, dass die Russen ihren besten Kampfjet zwischenzeitlich leicht modifiziert haben – vermutlich vor dem Hintergrund der im Kampfeinsatz im Ukraine-Krieg mit der Su-57 gesammelten Erkenntnisse. UAC nennt bezüglich der Modifikationen keine Details, spricht lediglich von "einem neuen technischen Design", einem "aktualisierten Waffensystem" und "aktualisierten Bordsystemen". Letztere betreffen vermutlich primär die Sensorik. So ist auf den Videoaufnahmen aus Komsomolsk am Amur ein neuer Infrarot-Sensor seitlich unter dem Cockpit zu erkennen, der wahrscheinlich zu einem verbesserten Raketenwarnsystem (MAWS) gehört. Optimierte elektrooptische Sensoren sollen zudem in Verbindung mit einem neuen Helmdisplay für ein besseres Situationsbewusstsein sorgen, wie der X-Kanal New Gen Fighters unter Berufung auf einen für Cockpitsysteme verantwortlichen Suchoi-Ingenieur namens Dorofejew schreibt.

Im Video von UAC kommt außerdem ein russischer Su-57-Pilot zu Wort, der zu den neu ausgelieferten Su-57 sagt: "Das Flugzeug hat sich bereits bei militärischen Spezialeinsätzen bewährt. Seine neue technische Konfiguration erweitert das Einsatzspektrum dieses Flugzeugtyps. Die fortschrittlichen Fähigkeiten des Waffensystems ermöglichen den Einsatz neuer Luft-Luft-Waffen." Um welche Waffen es sich dabei genau handelt, bleibt allerdings unklar.

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Neue Lieferung fabrikneuer Su-57 für die russische Luftwaffe - Start auf verschneitem Flugplatz.
UAC (OAK)

Und immer noch kein neues Triebwerk

Einen wichtigen Aspekt sprechen die Russen lieber gleich gar nicht an: Nämlich, dass auch die neuen, modifizierten Su-57 weiter mit dem "alten" AL-41F1-Triebwerk fliegen müssen, da das eigentlich für die Su-57 maßgeschneiderte AL-51F1 (Produkt 30) auch nach Jahren der Entwicklung immer noch nicht serienreif zu sein scheint. Ende des vergangenen Jahres hatte es zwar geheißen, dass die ersten, inoffiziell als Su-57M bezeichneten, Exemplare mit den neuen Nachbrenner-Turbofans ab 2026 zu den Streitkräften stoßen sollen – mindestens auf die erste Charge neuer Jets in diesem Jahr trifft dies aber augenscheinlich nicht zu.

Neue Lieferung fabrikneuer Su-57 für die russische Luftwaffe - Start auf verschneitem Flugplatz.
UAC (OAK)

"Das beste Flugzeug seiner Klasse"

Diesem Umstand zum Trotz geben sich die Verantwortlichen für das Su-57-Programm in Russland weiter betont selbstbewusst. Die Su-57 sei "das beste Flugzeug ihrer Klasse" und selbstverständlich ein vollwertiger Kampfjet der fünften Generation, unterstrich UAC-Generaldirektor Wadim Badecha anlässlich der jüngsten Lieferung in Komsomolsk am Amur. "Aber wir hören nicht auf", so Badecha weiter. Die Su-57 habe "eine enorme Entwicklung durchlaufen und wird heute weiter verbessert – die Fähigkeiten der Waffen und Systeme des Flugzeugs werden ausgebaut."