Drei Szenarien gibt es, die laut Saab für Schwedens zukünftiges Kampfflugzeug im Raum stehen. Bei einer Pressekonferenz auf der Singapore Airshow skizzierte Peter Nilsson, bei Saab verantwortlich für fortschrittliche Luftfahrtprogramme, die möglichen Optionen: "Möglichkeit eins ist, dass Schweden ein völlig neues Kampfflugzeug eigenständig entwickelt. Möglichkeit zwei ist internationale Zusammenarbeit und eine dritte Möglichkeit ist der Kauf fertiger Systeme aus dem Ausland."
Mit seiner stolzen Kampfflugzeug-Tradition dürfte die dritte Option für Saab, aber auch für Schweden generell, eher schwer vorstellbar sein – entwickelten die Schweden doch in der Vergangenheit stets alle ihre Jet-Fighter selbst, von der frühen J-29 Tunnan über die Delta-Ikonen Draken und Viggen bis hin zur heutigen JAS-39 Gripen. Aus diesem Grund erhielt Saab bereits im vergangenen Herbst den Auftrag, entsprechende Konzeptstudien für einen Zukunfts-Kampfjet anzufertigen.
Die ersten Früchte dieser Arbeit sollen laut Saab-Manager Nilsson schon im kommenden Jahr sichtbar werden: 2027 plant das Unternehmen den Erstflug eines ersten, wenngleich unbemannten Tech-Demonstrators.

Saab hofft darauf, auch die nächste Fighter-Generation im Alleingang zu entwickeln. 2030 soll dazu die Entscheidung fallen.
Netzwerk-Fighter mit Winter-Tarnkappe
Mit dem unbemannten Testflugzeug in Kampfjet-Größe läutet Saab die nächste Phase der Entwicklung ein, an deren Ende im Idealfall ein in schwedischer Eigenregie entstandenes Stealth-Kampfflugzeug der sechsten Generation stehen soll – samt entsprechend vernetzter "Combat Cloud" und Drohnen als loyal wingmen. Ob es tatsächlich dazu kommt, hängt davon ab, welche Weichen die Politik stellt. Eine Entscheidung für eine der drei genannten Optionen soll die Regierung in Stockholm spätestens 2030 treffen.
Ein wichtiger Aspekt im von Saab vorangetriebenen Entwurf wedren "robuste" Tarnkappentechnologien sein, die auch unter harten skandinavischen Winterbedingungen zuverlässig funktionieren und – typisch schwedisch – dezentral instandgehalten werden können. Künstliche Intelligenz und additive Fertigungsverfahren sollen von Beginn an ebenfalls eine bedeutsame Rolle spielen.
Software-Technologie aus der Gripen E
Der Demonstrator, der 2027 abheben soll, wird gemäß Saab im Unterschallbereich unterwegs sein – ein zweiter, überschallfähiger Tech-Träger ist ebenfalls in Planung. Details zum Triebwerk verrät der Konzern noch nicht. Jedoch sollen die Versuchsflugzeuge die sogenannte, aus der Gripen E bekannte "Split-Software-Core"-Technologie nutzen, bei der operative Softwarefunktionen von flugkritischen Funktionen getrennt werden. Dadurch lässt sich laut Saab-Mann Nilsson "das taktische System der Gripen schnell und kontinuierlich aktualisieren, bei minimalen Ausfallzeiten des Flugzeugs und ohne Sicherheitsbedenken."





