Shield AI will seinen Kampfdrohnen-Prototyp X-BAT noch in diesem Jahr erstmals in der Luft erproben. Das sagte Armor Harris, beim Unternehmen zuständig für den Flugzeugbereich, am Rande des AFA Warfare Symposium in Denver gegenüber dem US-Fachmagazin The War Zone. Als Testgelände ist ein Standort nahe Newton im US-Bundesstaat Kansas vorgesehen.
Besonders im Fokus der Tests sollen der senkrechte Start und die senkrechte Landung stehen. Es ist das Markenzeichen der X-BAT, mit dem Shield AI sein Gerät von konkurrierenden Kampfdrohnen abgrenzen will.
Kampfjet-Triebwerk mit Schubvektorsteuerung
Bereits im November vergangenen Jahres hatte der Hersteller bekanntgegeben, welcher Antrieb in der X-BAT zum Einsatz kommen soll. Das F110-GE-129 von GE Aerospace – derselbe Triebwerkstyp, der auch die US-Kampfjets F-15 und F-16 antreibt.
Für die X-BAT wird das F110 jedoch mit einer dreidimensionalen Schubvektorsteuerung ausgestattet, die GE als "Axisymmetric Vectoring Exhaust Nozzle" bezeichnet. Diese Technologie soll die Steuerung im Senkrechtstartmodus ermöglichen und die Manövrierfähigkeit im normalen Flug verbessern. Erprobt wurde sie bereits an der X-62A VISTA, einer stark modifizierten F-16 der US Air Force.
Die X-BAT soll damit eine Reichweite von rund 3.700 Kilometern erreichen und für Missionen wie Luftangriffe, Luftverteidigung, elektronische Kriegsführung sowie Aufklärung ausgelegt sein.
Auch beim Preis soll die X-BAT punkten. Im Vergleich zu Kampfflugzeugen der fünften Generation sollen sowohl Anschaffung als auch Betrieb deutlich weniger kosten. Hinzu kommt, dass ein autonomes System keine Piloten benötigt und damit auch keine entsprechenden Ausbildungs- und Personalkosten anfallen.
Für den Start werden die Flügel eingeklappt, ein Schienensystem richtet die Maschine vertikal aus. Das Abheben erfolgt allein durch die Schubkraft des eingebauten Triebwerks, bevor die Drohne in den Horizontalflug übergeht. Die Landung läuft umgekehrt ab. Der X-BAT setzt mit nach unten gerichtetem Triebwerk senkrecht auf dem Startanhänger auf – ohne Fallschirm. Waffen trägt das Fluggerät in internen Schächten; größere Munition kann bei Bedarf extern befestigt werden.





