Relativ früh beteiligten sich auch die Boeing B-52H Stratofortress an den US-Angriffen auf den Iran. Die ersten Einsätze flog die US Air Force noch von den Heimatstützpunkten aus, bevor die Bomber ins britische Fairford verlegten. Just zu diesem Zeitpunkt erfassten Sicherheitskräfte Drohnen unbekannter Herkunft über einer strategischen US-Installation und konnten sie unschädlich machen. Weitere Information dazu nannte das Militär aus Sicherheitsgründen nicht. Wenig später machten wiederum unbekannte Fluggeräte den Luftraum über der B-52-Basis des 2nd Bomb Wings auf der Barksdale Air Force Base in Louisiana unsicher. Laut US-Medienberichten handelte es sich insgesamt um mehr als ein Dutzend Vorfälle. Zwischen dem 9. und 15. März sei es mehrfach zu nicht autorisierten Überflügen gekommen, sagte eine Sprecherin des Stützpunkts. Für Besorgnis sorgt daran vor allem die Tatsache, dass die Fluggeräte angeblich den Störmaßnahmen der USAF widerstanden haben sollen.
Die Herkunft der Fluggeräte ist nach wie vor ungeklärt. Die Häufung der Überflüge und vor allem die Widerstandsfähigkeit gegen die elektronischen Störsignale sprechen jedoch gegen private Hobbypiloten. Zudem sollen die erfassten Steuersignale nicht kommerziellen Standards entsprechen. Wahrscheinlicher ist daher, dass eine unbekannte Partei die Sicherheitsmaßnahmen der Basis austesten wollte. Das verbotene Überfliegen des militärischen Geländes stellt einen Verstoß gegen das US-Bundesgesetz dar. Dementsprechend haben die Behörden Strafverfolgungsmaßnahmen eingeleitet.
Neues Abwehrsystem
Die in Barksdale stationierten B-52H sind auch für nukleare Einsätze vorgesehen und sind dem US Global Strike Command unterstellt. Zur Abwehr von Drohnen haben die US-Streitkräfte ein sogenanntes C-sUAS Fly-away-Kit eingeführt (Counter-small Unmanned Air Systems). Das System besteht aus einem Heimdal genannten Anhänger, auf dem ein Radar und Wärmesensoren installiert sind. Der Erfassungswinkel beträgt 360 Grad. Ein Infrarot-System namens Wisp erstellt zusätzlich mit Hilfe von künstlicher Intelligenz ein akkurates Lagebild für den Bediener. Die Gegenmaßnahmen bestehen aus dem Effektor Pulsar, der mit elektromagnetischen Signalen die Steuerung der Drohne verhindern soll. Zudem gibt es die Abfangdrohne Anvil, um die gegnerischen Flugkörper kinetisch zu bekämpfen. Das Gesamtpaket lässt sich innerhalb von 24 Stunden an jeden beliebigen Standort verlegen (daher "fly-away").





