Verhaftet! Ex-US-Kampfpilot war als Ausbilder in China

Training chinesischer Piloten
Ehemaliger US-Kampfpilot wegen Verrats verhaftet

ArtikeldatumVeröffentlicht am 27.02.2026
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First female F-35 pilot begins training
Foto: Staff Sgt. Marleah Robertson

Ein Ex-Kampfpilot und früherer Offizier der US Air Force steht im Verdacht, über zwei Jahre lang Piloten der chinesischen Volksbefreiungsarmee militärisch ausgebildet zu haben. Gerald Eddie Brown Jr. wurde am Mittwoch im US-Bundesstaat Indiana festgenommen. Die Staatsanwaltschaft des Distrikts Columbia wirft dem 65-Jährigen vor, gegen das US-amerikanische Rüstungsexportkontrollgesetz verstoßen zu haben.

24 Jahre lang, bis 1996, war Brown Teil der Air Force. Im Laufe seiner Militärlaufbahn befehligte er Einheiten, die für den Einsatz nuklearer Waffensysteme verantwortlich waren, führte Kampfeinsätze an und war als Ausbilder für unterschiedliche Kampf- und Angriffsflugzeuge tätig, darunter die F-4 Phantom II, die F-15 Eagle, die F-16 Fighting Falcon sowie die A-10 Thunderbolt II, auch bekannt als "Warzenschwein".

Nach seiner Militärzeit arbeitete Brown als Pilot für zivile Frachtfluggesellschaften und war später als Vertragsausbilder für zwei US-Rüstungsunternehmen tätig, wo er US-amerikanische Militärpiloten an Simulatoren der A-10 und der F-35 Lightning II schulte.

Laut Anklage reiste Brown im Dezember 2023 nach China und blieb dort bis Anfang Februar 2026. Bereits am ersten Tag soll er stundenlang Fragen zur US-Luftwaffe beantwortet haben, bevor er chinesische Kampfpiloten systematisch schulte.

Chinas neuer Stealth-Kampfjet J-35A im Flug.
Patrick Zwerger

Scharfe Worte aus Washington

John A. Eisenberg, stellvertretender Generalstaatsanwalt für nationale Sicherheit, erklärte: "Die US-Luftwaffe hat Major Brown zu einem Elitekämpfer ausgebildet und ihm die Verteidigung unserer Nation anvertraut. Nun wird ihm vorgeworfen, chinesische Militärpiloten trainiert zu haben."

Roman Rozhavsky, stellvertretender Direktor der FBI-Abteilung für Spionageabwehr, betonte die strategische Dimension des Falls: "Die chinesische Regierung nutzt weiterhin das Fachwissen aktiver und ehemaliger Angehöriger der US-Streitkräfte, um Chinas Militärkapazitäten zu modernisieren."

Welche Details genau von Brown weitergegeben worden sein sollen, ist bisher nicht öffentlich. Als Ausbilder hatte er jedoch tiefe Kenntnisse über nukleare Waffenliefersysteme sowie über die Taktiken der F-35-Einheiten. Diese könnten China wertvolle Einblicke in Militärgeheimnisse verschaffen, fürchten Experten.

Brown hatte außerdem Einblick in die Elektronik und Bauweise der Jets, an denen er Soldaten ausbildete. Auch dieses Wissen könnte der ehemalige Kampfpilot weitergegeben haben.

Kein Einzelfall

Brown ist nicht der erste ehemalige US-Militärpilot, der wegen der Ausbildung chinesischer Streitkräfte angeklagt wurde. Gegen den früheren US-Marine-Piloten Daniel Duggan laufen seit 2017 ähnliche Ermittlungen. Duggan soll chinesische Militärpiloten im Trägerstart- und -landeverfahren geschult haben.

Der inzwischen australische Staatsbürger wurde 2022 in New South Wales verhaftet und wartet seither auf seine Auslieferung in die USA, gegen die er gerichtlich vorgeht.

Beiden Fällen ist eine Verbindung zu dem chinesischen Staatsangehörigen Stephen Su Bin gemein, der 2016 wegen Weitergabe geheimer US-Militärdaten zu knapp vier Jahren Haft verurteilt wurde. Brown soll über einen Mittelsmann Kontakt zu Su hergestellt haben.