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Boeing hat nicht genug Arbeiter für die neue Air Force One

Weitere Verzögerungen? Boeing hat nicht genug Arbeiter für die neue Air Force One

Boeings Projekt um die neuen 747 für den US-Präsidenten gestaltet sich weiter schwierig. Nicht nur sorgt das Projekt jetzt schon für Millionenverluste, auch die Fertigstellung könnte sich weiter verzögern. Das geplante neue Farbschema ist indes bereits Geschichte.

Im Auftrag der US-Regierung baut Boeing zwei 747-8I zu neuen Präsidentenmaschinen um. Diese sollen die jetzigen zwei 747-200B, welche seit den 1990ern in Betrieb sind, ersetzten. Doch laut dem jüngsten Bericht des Government Accountability Office (GAO) an den Kongress, birgt das VC-25B Projekt immer mehr Risiken für weitere Verzögerungen. Ein großes Problem bereitet unter anderem die schwierige Lage auf dem Arbeitsmarkt. In dem Bericht wird erwähnt, dass es Boeing aufgrund der harten Wettbewerbssituation am Arbeitsmarkt an Fachpersonal mangelt.

Patrick Zwerger
Die beiden Boeing 747-200B, die für den Transport des US-Präsidenten bereitstehen, sollen bald in Rente gehen. Doch die Nachfolger lassen auf sich warten.

Sicherheit steht an oberster Stelle

Dass es in den USA einen ausgeprägten Fachkräftemangel gibt, ist kein Geheimnis. Doch grade Boeing benötigt Mitarbeiter mit besonderen Qualifikationen, die bei der Fertigstellung der neuen Air Force One mithelfen. Da es sich hier um eine Angelegenheit mit höchster militärischer Geheimhaltung handelt, ist der Sicherheitsaspekt von großer Bedeutung. Bewerber müssen einen umfassenden Sicherheitsprüfungsprozess über sich ergehen lassen, bevor sie mit den genauen Einzelheiten des Projekts vertraut gemacht werden und sogenannte Sicherheitsfreigaben erlangen können. Dieser langwierige Prozess dürfte die Suche nach passenden Arbeitern zusätzlich erschweren. Laut GAO-Bericht werde Boeing diesbezüglich mithilfe des Programmbüros daran arbeiten, den Prüfungsprozess zu verbessern, um schneller Freigaben erteilen zu können. Auch ein Blick auf die offizielle Job-Website des US-Flugzeugherstellers verdeutlicht den Bedarf, denn für den Standort San Antonio in Texas sind in Bezug auf das VC-25B Projekt einige Stellen inseriert.

Zwei Jahre zu spät

Eigentlich sollte die neue AF-1 im Jahr 2024 ihren Dienst antreten, doch daraus wird wohl nichts. Das US-Verteidigungsministerium teilte unlängst mit, dass es vor 2026 nicht zu einer Auslieferung der neuen Air Force One-Generation kommen wird. Ein weiterer im Bericht an den Kongress erwähnter Faktor für diese zeitliche Diskrepanz ist die aufwändige Verkabelung. Diese wird unter anderem für das hochmoderne Kommunikationssystem benötigt wird, welches auch in 40.000 Fuß Höhe noch uneingeschränktes Arbeiten ermöglichen soll. Auch ein Wechsel der Einrichtungsfirma kostete das US-Unternehmen Zeit.

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So sollte die neuen Air Force One eigentlich aussehen, doch die dunkelblaue Lackierung würde einige nötige Modifikationen mit sich bringen.

Biden verwirft Farbschema von Trump

Das Weiße Haus entschied sich indes kürzlich gegen die neue, noch von Donald Trump ausgewählte dunkelblau-rot-weiße Lackierung. Eine Studie habe gezeigt, dass sich durch die dunkelblaue Farbe am Unterbauch und über den Triebwerken die darunter liegende Elektronik durch Sonneneinstrahlung so erhitzen könne, dass zusätzliche Kühlfaktoren eingebaut werden müssten, heißt es. Nicht nur koste das einiges extra, auch nehme der dafür notwendige Umbau weitere wertvolle Zeit in Anspruch.

Welche Lackierung die neue Air Force One letztendlich tragen wird, ist bis jetzt nicht bekannt. Es ist jedoch ziemlich wahrscheinlich, dass es bei dem Hellblau-Weiß der jetzigen Präsidentenjets bleiben wird, einem Überbleibsel aus der Ära Kennedy.

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Verlustgeschäft

Vor allem für Boeing dürfte die verworfene Farbgebung Grund zur Freude gewesen sein. Im April hatte das Unternehmen die Bilanz für das erste Quartal 2022 vorgelegt, welche nicht grade rosig aussah. Wegen stockender Auslieferungen und verspäteter Zulassungsprogramme schreibt der Hersteller weiter rote Zahlen und gerade das Projekt Air Force One ist ein massives Verlustgeschäft. Das hat einen simplen Grund: Da ein Festpreisauftrag mit dem Pentagon vereinbart wurde, muss der US-Flugzeughersteller alle zusätzlichen Kosten, welche durch Verspätung oder Änderungen anfallen, aus eigener Tasche zahlen. Schon jetzt betragen die Kosten für die beiden VC-25B über eine Milliarde Dollar.

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