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Zeitungsberichte: Türkische F-35 für Griechenland?

Zeitungsberichte Türkische F-35A für Griechenland?

2019 warfen die USA ihren NATO-Partner Türkei aus dem F-35-Programm, obwohl erste für die Türkei bestimmte F-35A bereits flügge oder kurz vor Fertigstellung waren. Nun könnten sechs der Stealth Fighter ausgerechnet beim ungeliebten Nachbarn Griechenland unterkommen.

Im F-35-Programm von Lockheed Martin war die Türkei kein Nobody: Die türkische Regierung hatte nicht nur geplant, bis zu 100 Exemplare der F-35A zu bestellen, sondern darüber hinaus auch Zulieferverträge für türkische Luftfahrtfirmen ausgehandelt, die nach Berechnungen der Nachrichtenangentur Bloomberg ein Volumen von zwölf Milliarden US-Dollar besaßen. Im Sommer 2019 stoppten die USA die Partnerschaft trotzdem: Die Türkei hatte sich nicht abbringen lassen, entgegen eindringlicher Warnungen aus Washington das russische Raketenabwehsrystem S-400 zu beschaffen. Die Konsequenz war klar: keine F-35 für die Türkei, obwohl die ersten beiden bereits flogen und weitere in Produktion waren. Teile wird die Türkei noch bis 2022 an Lockheed Martin liefern. Solange gelten die Verträge. Dann ist auch hier Schluss.

Erste F-35 für Griechenland schon 2022

Lange schwebte fortan die Frage im Raum, was mit den ersten acht für die Türkei gedachten F-35A geschehen solle. Ein Jahr nach dem Rauswurf des NATO-Partners aus dem Programm, im Juli 2020, beschloss das US-Verteidigungsministerium schließlich, dass die Flugzeuge an die US Air Force gehen sollen. Schenkt man nun aber griechischen Medienberichten Glauben, könnte auch dieses Szenario schon wieder überholt sein. Denn wie die Zeitung Estia berichtet, will Griechenland zur Modernisierung seiner Luftwaffe 20 F-35 ordern – und die ersten sechs Maschinen sollen schon 2022 in Griechenland eintreffen, gemeinsam mit den ersten in Frankreich bestellten Dassault Rafale. Laut Estia handelt es sich dabei um sechs ursprünglich für die Türkei bestimmte F-35A, wobei allerdings nicht klar ist, ob es sich tatsächlich um die ersten sechs Maschinen handelt.

Patrick Zwerger
Griechenland will auch 18 Rafale kaufen. Die ersten Exemplare des französischen Fighters sollen ebenfalls 2022 bei den Hellenen eintreffen.

Verlegt die NATO von Incirlik nach Kreta?

Bei seinem jüngsten Besuch in Griechenland soll US-Außenminister Mike Pompeo den Deal bereits zugesichert haben, so Estia weiter. Ebenso soll Pompeo mit der griechischen Regierung darüber gesprochen haben, die NATO-Basis Incirlik auf die griechische Insel Kreta zu verlegen. Die Sache befinde sich zwar noch in der Frühphase, werde im US-Senat aber bereits diskutiert. Klar ist, dass das Verhältnis zwischen den USA und der Türkei zuletzt einen weiteren schweren Dämpfer erhielt, als die Regierung Erdogan sich weigerte, auf einen Test des erhaltenen S-400-Systems zu verzichten. Die USA drohten daraufhin mit weiteren Schritten. Unterdessen befindet sich auch Griechenland mit der Türkei im Zwist. Hier geht es um Erdgas und Grenzstreitigkeiten im östlichen Mittelmeer.

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