Nukleare Interkontinental-Rakete simuliert - erster Start für neue US-Zielrakete

Nukleare Interkontinental-Rakete simuliert
Erster Start für neue US-Zielrakete

ArtikeldatumVeröffentlicht am 12.01.2026
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Rakete im Flug über Erde Computergrafik
Foto: Northrop Grumman

Wie Northrop Grumman am 8. Januar mitteilte, hat das Unternehmen zum ersten Mal seinen neuen ICBM-Zielflugkörper gestartet. Das System soll eine im Anflug befindliche Interkontinental-Rakete (Intercontinental Ballistic Missile) simulieren und dient so als Zielobjekt für die Raketenabwehr der USA. So kann die Missile Defense Agency (MDA) das Erkennen, Verfolgen und scharfe Abschießen testen und üben. Laut Hersteller hat der nun erfolgte Testflug alle Leistungsziele erreicht. Details zum Ablauf oder Ort des Versuchs nannte man jedoch nicht.

Im neuen Modell kommt in der ersten Stufe ein SR119-Raketenmotor der zweiten Stufe einer ausgemusterten Peacekeeper-ICBM zum Einsatz. Damit steigert sich die Reichweite und Nutzlast. Die Verwendung digitaler Entwicklungswerkzeuge einschließlich eines komplett digitalen Zwillings reduzierten außerdem Aufwand und Kosten.

Seit 2011 hat Northrop Grumman 27 Zielraketen ausgeliefert und zwölf erfolgreiche Starts unterstützt. Damit konnte die MDA das Aegis Ballistic Missile Defense System und Ground-based Midcourse Defense System testen. Die Verwendung der ausgemusterten Antriebssysteme soll weiter Kosten sparen. Sie stammen von der LGM-118 Peacekeeper, die im September 2005 außer Dienst gegangen war. Zuvor hatten die Ingenieure den Motor der für den Einsatz von Unterseebooten aus gedachten Trident 1 C4 verwendet. Dieser hat allerdings mittlerweile das Ende seiner Lebensdauer erreicht.

Rakete auf Startplattform
Northrop Grumman

Kein Start aus der Luft

Im Vergleich zu dem Zielflugkörper zur Darstellung von Mittelstreckenraketen wird die Langstreckenversion vom Boden aus gestartet. Dies macht der SR119 möglich. Dazu verfügt Northrop Grumman über Starteinrichtungen auf Meck Island auf den Marshall-Inseln sowie in Kodiak, Alaska. Die kleinere Variante wird im Flug aus dem Laderaum eines C-17-Transporters abgeworfen und in dann in der Luft gestartet.