Die italienische Luftwaffe holte den Heiligen Vater mit einer VH-139A des 31. Stormo aus Rom-Ciampino am Heliport des Vatikans ab. Von hier aus wird der Papst normalerweise zu Auslandsreisen im Flugzeug nur schnell zu einem der römischen Flughäfen oder zur Papstresidenz Castel Gandolfo geflogen. Am Sonnabend, einen Tag vor Palmsonntag an dem der Papst wieder in Rom sein und eine Messe halten musste, begann hier aber ein längerer Direktflug zu einem eintägigen Staatsbesuch nach Monaco.
In eineinhalb Stunden über das Mittelmeer
Laut Nachrichtenamt des Vatikans flog der päpstliche Hubschrauber um 7.22 Uhr ab. Nach einem Nonstop-Flug über das Mittelmeer, bei dem der Papst sich per Funk mit einem Telegramm an den Präsidenten Italiens aus dem italienischen Luftraum abmeldete und beim Durchfliegen eines Stücks französischen Luftraums formell beim französischen Präsidenten anmeldete und bedankte, landete der VIP-Hubschrauber um 9.03 Uhr auf dem Heliport des Fürstentums Monaco.
Nächste Reise: Afrika
Der Papst wurde vom Fürstenpaar und einem Ehrenspalier der Gendarmerie Monacos mit 21 Schuss Salut begrüßt. Unter anderem hielt der Papst eine Messe vor Jugendlichen im Fußballstadion und rief in dem wohlhabenden Steuerparadies dazu auf, nicht auf die Götzen von Reichtum und Macht hereinzufallen. Der Reichtum müsse immer im Dienst an Recht und Gerechtigkeit stehen, mahnte er im Beisein von Fürst Albert. Der Besuch im zweitkleinsten Staat der Welt war die zweite Auslandsreise von Papst Leo. Sie dauerte nur einen Tag. Die päpstliche Stippvisite endete gegen 19 Uhr wieder innerhalb der Mauern des Vatikans. Als nächste Auslandsreise steht für Leo Afrika auf dem Programm: Eine Woche nach Ostern bricht er nach Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorial-Guinea auf.
Schnelle VIP-Version
Die VH-139A ist eine VIP-Version der zweimotorigen, 15-sitzigen AW139 mit Glascockpit, digitaler Triebwerkssteuerung und 4-Achs-Autopilot. Die Regierungsstaffel der italienischen Luftwaffe betreibt zwei dieser AgustaWestland mit den Registrierungen MM81806 und MM81807 in italienischer Staatslackierung. Mit einer Vorbereitungsdelegation war auch der zweite Hubschrauber vorab nach Monaco gereist. Der Hubschrauber schafft bis zu 4 Stunden Flugausdauer und hat rund 1000 Kilometer Reichweite. Die Reisegeschwindigkeit liegt bei bis zu 290 km/h. Die militärische Aufgabe des 31. Stormo sind schnelle, medizinische Hilfsflüge.
Winziger Flughafen
Der vatikanische Heliport "Portus helicopterorum Civitatis Vaticanae" befindet sich seit 1976 im äußersten Westen des Vatikans auf einer Festungszitadelle, die zu den vatikanischen Gärten gehört. Neben einer 25 mal 17 Meter großen, rechteckigen Landefläche gibt es dort einen kurzen Rollweg und eine runde Abstell- und Wendefläche. Etwaige Abfertigungsgebäude sind nicht vorhanden. Der Heliport wird nur sehr selten benutzt, darunter ganz vereinzelt von Rettungshubschraubern und sonst nur päpstlichen Sonderflügen. Mit seinem Direktflug sparte der Papst den sonst üblichen Flug im Flächenflugzeug aus Rom nach Nizza und von dort den Helikoptertransfer nach Monaco.





